14 Kommentare

Ein Landrat der keiner ist

Kommentar zum Verhalten von Landrat Pföhler nach der Flut

Von Mario Zender

Die unfassbare Naturkatastrophe mit über 140 Toten hat im Ahrtal für ein unvorstellbares Leid gesorgt. Was bleibt sind unzählige menschliche Schicksale, viele finanziell ruinierte Menschen und noch mehr Bewohner, die aktuell nicht wissen, wie es weitergeht.

Wer ist schuld, dass im Ahrtal so viele Menschen sterben mussten? Dieser Frage stellen sich nicht nur die Betroffenen, sondern ganz Deutschland. Wurde zu spät oder nicht konsequent genug gewarnt? Hätten Menschenleben bei früherer Alarmierung durch den Krisenstab in sicheren Gefilden überlebt? Schnell wird auch die Frage nach der Schuld gestellt. Dabei ist ein Name ganz oben auf der „Hass-Skala“ der sozialen Netzwerke: Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Er habe, so wird kritisiert, viel zu spät den Katastrophenfall ausgerufen und eine Teil-Evakuierung angeordnet.

Ob dies so ist, müssen nun die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz ergeben. Seit Freitag ermittelt sie gegen Pföhler und ein weiteres Mitglied des Krisenstabs. Diese Ermittlungen muss man abwarten. Eine Vorverurteilung wäre nicht in Ordnung. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt auch für Pföhler, wie für jeden Ladendieb auch, die Unschuldsvermutung. Deshalb ist eine Rücktrittsforderung in diesem Punkt nach meiner Meinung zum jetzigen Zeitpunkt bedenklich. Anders sieht es beim Verhalten von Pföhler nach der Flutwelle aus. Ein Landrat muss für seine Bürger da sein. Ihnen Mut machen, sie trösten, ihre Sorgen anhören. Doch was macht Pföhler? Er ist nicht zu sprechen. Anfragen nach einem Interview werden von seiner Pressestelle mit fadenscheinigen Argumenten abgebügelt. Auch sonst tritt Pföhler nicht auf, nicht bei den Einsatzkräften, nicht bei den vielen freiwilligen Helfern. Noch nicht einmal, als Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Ahrtal kam, um sich einen Überblick vom Ausmaß des Schadens zu verschaffen, war Landrat Pföhler dabei.

Ein Landrat, der in einer solchen Krise nicht für seine Bürgerinnen und Bürger da ist, den braucht der Kreis Ahrweiler nicht. Das Verhalten von Pföhler nach dem Unwetter ist dem Amt eines Landrates nicht würdig. Die Bevölkerung braucht jetzt einen Macher, der für sie da ist. Das Ahrtal muss einen durchsetzungsstarken Mann oder durchsetzungsstarke Frau an der Spitze haben. Und niemanden, der sich wegduckt, versteckt oder für die Menschen unerreichbar ist. Am Freitag hatte er dann zur Pressekonferenz geladen. Doch wenige Stunden vor Beginn wurde sie kurzfristig wegen „Terminüberschneidungen“ abgesagt.

Der Landkreis Ahrweiler braucht keinen Wegducker, Verstecker oder Taktierer. Er braucht eine starken Kreisspitze, die sich jetzt für die Region nun einsetzt, dass schnell und konkret geholfen wird und der Aufbau beginnt. Das ist mit Jürgen Pföhler nicht möglich. Deshalb sollte er umgehend seinen Hut nehmen und Platz machen für einen Landrat oder Landrätin, der oder die für die Menschen da ist, für ihre Interessen kämpft und sich einsetzt. Das brauchen diese mehr denn je.

@Mail an den Autor: mzender@weiss-verlag.de

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Kommentar von Reinhard Rummel
Das Fatale ist, neben dem miserablen Karakter des abgetauchten Herrn Pföhler, daß in dieser Katastrophe kein verantwortlicher Katastrophenmanager, sprich: "anpackender Landrat" zur Verfügung steht!
Der feine Herr Rechtsverdreher und Sesselfurzer steckt den Kopf in den Sand und das schlimmste, er macht den Stuhl nicht frei für den Neuaufbau.
Ab sofort braucht das Tal einen neuen Macher und anpackenden KriesenManager, der groß denken kann und den Weitblick hat. Der eine Vision hat wie das Ahrtal wieder in eine zukunftssichere, attraktive Weinregion und gleichzeitig eine hochwassersichere und moderne Kulturlandschaft werden kann!
Es braucht eine Person die für den Landkreis brennt, für die Menschen da ist! Es braucht keinen Stinkstiefel, der bei Hochwasser nur seine Oldtimer im Sinn hat!
Auch die Frau Ministerpräsidentin ist in der Pflicht!
Es geht jetzt in der Jahrhundertkatastrophe dringend darum "die Frau / den Mann der Stunde", als neuen Verantwortlichen Landrat und Krisenmanager, per Dekret zu installieren. Aber bitte keine Dilettanten und Verwaltungshengste noch Rechtsverdreher!!!

Die wichtigsten Aufgaben des Landratsamts sind jetzt in der akuten Katastrophe:

Priorität 1:
Gesamte neue Strukturplanung-Flächennutzungsplanung-Bebauungsplanung plus integrierter Hochwasserschutz fürs komplette Tal einschließlich Seitentäler.
Überarbeitung und modernisieren der VerkehrsInfrastruktur wie neue Straßen, evtl. Magnettrasse, plus evtl. "Strom-Gas-Wasser-Glasfaser-Bundle"
Dafür z.B. EUweite Ausschreibung/Architekten-Planungswettbewerb generieren

Priorität 2
Zentrale Finanzierung der Schäden und sofortige Auszahlung an die Bürger!
Per Dekret und als Legitimierung im Katastrophenfall die gesamten SachVersicherungen alle mit ins Boot holen und alle Versicherungsansprüche der Versicherten pauschal in einen WiederaufbauPool -Depot einfordern.
Dazu die genehmigten Mittel aus dem 30 Mrd. - BundesWiederaufbauFond und damit "Allen" Geschädigten die nötigen Gelder für den Wiederaufbau sofort auszahlen, damit jeder loslegen kann.

Meine "beispielhafte, symbolische" Aufstellung für die Entschädigungen:

Angenommen: 50.000 betroffene Haushalte (H)
Verkehrswert pro Haushalt = 500.000 €
(S) =Schaden je Haushalt in %
(H) = Haushalte

Auszahlung an alle Geschädigten Haushalte:
50.000 H x 10% S = je 50.000 € > Gesamt 2.500 Millionen

zusätzlich für besonders Geschädigte:
10.000 H x 30% S = je 150.000 € > Gesamt 1.500 Millionen
20.000 H x 60% S = je 300.000 € > Gesamt 6.000 Millionen
10.000 H x 100% S = je 500.000€ > Gesamt 5.000 Millionen
Sa. 15 Mrd.
Plus ~ 5.000 Gewerbe/Winzerbetr.
a. 1.000.000 € je Betrieb. > Gesamt 5 Mrd.
>> Auszahlung an die Geschädigten = 20 Mrd. <<

Forderung von Versicherungswirtschaft = -8 Mrd.

Wiederaufbaukosten Privat / Gewerbe. = 12 Mrd.
Wiederaufbaukosten öffentl. Hand. = 18 Mrd.
Bundes Aufbau Fond. Gesamt = 30 Mrd.
Kommentar von Walter Müller
...noch ein kleiner Nachtrag:
vier Freunde und ich waren vergangenes Wochenende, vielmehr von Freitag bis einschliesslich Sonntag abend, in Heimersheim und Dernau, bepackt mit Strom-Aggregaten, Bohrhämmer, Ölabsauger, Schaufeln, Besen, Abschieber und haben geklotzt wie die Berserker. Der Lohn, in dankbare Gesichter blicken zu dürfen war unbezahlbar.
Wir werden alle zwei Wochen für jeweils drei Tage einen kleinen Beitrag in dieser Gegend für diese Menschen leisten. Es ist zwar nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Die unermüdlichen und unzähligen weiteren Helfer, die wir dort trafen, haben den Glauben an die Menschlichkeit wieder etwas geweckt.
Am 20. August sind wir bereits zu zehnt unterwegs...
Kommentar von Walter Müller
Dieser Herr ist auch noch Jurist! Es gibt Rechtsanwälte und sog. "Linksanwälte". Anscheinend gehört er der Klasse der Letzteren an...
Es wird mit Sicherheit ausgehen wie das Hornberger Schiessen; Weitere "Linksanwälte" stehen an seiner Seite, und, was noch schlimmer ist, finden sich viele tolle Tel.-Nummern in seinem Adressbüchlein...
Bürger verlieren ihre Jobs, er hingegen tritt nicht zurück, um nicht seine finanziellen Vorteile zu verlieren...
Unser Land verkommt im Sumpf der Unfähigen, Sprücheklopfer...
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