Schluss mit trüben Aussichten

Ahrweiler. Zu "Mehr Präzision bei Grauem Star" referiert am Mittwoch, 19. Juni, 16 Uhr, Prof. Dr. Alireza Mirshahi, Direktor der Augenklinik Dardenne in Bonn-Bad Godesberg, in der Ehemaligen Synagoge in Ahrweiler. Im Gespräch hat er bereits vorab einige wichtige Frage erläutert.

Was genau ist der sogenannte "Graue Star"?

Die Trübung der natürlichen Augenlinse bezeichnet man als "Grauen Star". Grundsätzlich verliert die Augenlinse im Laufe des Älterwerdens an Transparenz, sie wird trübe und behindert zunehmend die Sicht. Da diese Trübung nahezu jeden Menschen betrifft, handelt es sich eher um eine altersbedingte, physiologische Veränderung als um eine Krankheit.

Welche Symptome/Anzeichen gibt es?

Die Trübung der Augenlinse entsteht schleichend. Die Betroffenen sehen die Farben nicht so lebendig, die Kontraste verschwinden zusehends und irgendwann wird die Sehschärfe reduziert. Da es sich um einen langsamen Prozess handelt, merken die Patienten die oben genannten Seheinschränkungen häufig erst, wenn der Graue Star operiert und damit behoben ist. Ein weiteres Symptom des Grauen Stars ist die zunehmende Blendempfindlichkeit, zum Beispiel beim nächtlichen Autofahren.

Wie lässt sich der Graue Star behandeln?

Man behandelt den Grauen Star durch eine Operation: die getrübte Augenlinse wird im Rahmen der Operation durch eine Kunstlinse ersetzt. Dabei handelt es sich um die häufigste Operation weltweit. Der Eingriff ist in aller Regel ambulant und in örtlicher Betäubung durchführbar.

Wie hoch sind die Heilungschancen?

Die Heilungschancen sind sehr gut. Bei fast allen Patienten kann die Sehschäfte durch die Operation gesteigert werden. Ob die volle Sehkraft wiedererlangt werden kann, hängt insbesondere vom Vorliegen weiterer Augenkrankheiten ab.

Worin unterscheiden sich der Graue und der Grüne Star?

Der Grüne Star, auch Glaukom genannt, ist durch einen Verlust der Sehnervenzellen gekennzeichnet, wobei der Grund für diesen Verlust sehr häufig ein hoher Augeninnendruck ist. Der Grüne Star entsteht langsam und hat am Anfang keine Symptome. Daher empfehlen wir Augenärzte allen Personen ab 40 Jahren, eine Vorsorgeuntersuchung des Grünen Stars beim Augenarzt durchführen zu lassen. Auch beim Grünen Star gibt es neue, minimal-invasive Operationsverfahren; allerdings lässt sich der entstandene Schaden nicht wieder rückgängig machen. Daher gilt beim Grünen Star: die Vorsorge ist enorm wichtig.

 Tragen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten einer Standardoperation. Zusätzliche, optimierende Leistungen können sinnvoll sein, sind aber vom Patienten selber zu tragen. Dazu zählen z. B. eine genauere Vermessung des Augapfels, die die Wahrscheinlichkeit erhöht, später auf eine Brille verzichten zu können. Wer unter einer Hornhautverkrümmung leidet, kann dies mit einer torischen Linse korrigieren lassen. Daneben gibt es weitere zuzahlungspflichtige Kunstlinsen mit Sonderfunktionen. Lasergestützte OP-Verfahren sind präziser und schonender als die Standardoperation und bieten sich u.a. bei fortgeschrittenen Formen des Grauen Stars an. Hier gilt allerdings: nur durch individuelle Beratung kann festgestellt werden, ob und ggf. welche der Zusatzleistungen überhaupt sinnvoll sind.

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