Stefan Pauly

Stalkingverdacht

Ein Familienvater aus der Kreisstadt soll über Jahre einer Frau nachgestellt und Schäden an ihrem Auto verursacht haben. Vergangene Woche schlug die Polizei zu und durchsuchte die Wohnung des Mannes.
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Nach der Durchsuchung tragen Polizeibeamte sichergestellte Beweismittel in den Streifenwagen. Zuvor hatten sie 46 Minuten das Wohnhaus des Verdächtigen durchsucht.

Nach der Durchsuchung tragen Polizeibeamte sichergestellte Beweismittel in den Streifenwagen. Zuvor hatten sie 46 Minuten das Wohnhaus des Verdächtigen durchsucht.

Foto: Zender

Es ist noch dunkel, als die Polizei am Dienstag vergangener Woche um 7.31 Uhr mit mehreren Fahrzeugen in das ruhige Wohngebiet in einem Cochemer Stadtteil fährt. Es ist ein ungewöhnlicher Einsatz für die fünf Beamten. Das liegt daran, dass wegen des Vorwurfes des "Stalking" recht selten Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt werden. An diesem Tag ist das der Fall. Die Beamten sind mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Koblenz ausgestattet und klingeln an der Tür eines Einfamilienhauses. Als Grund für die Durchsuchung hat die Staatsanwaltschaft Koblenz in dem Antrag zum Durchsuchungsbeschluss ausgeführt, dass der Beschuldigte dringend der Sachbeschädigung und des Nachstellens verdächtig ist. Hintergrund des Verfahrens, so ergeben Wochenspiegel-Recherchen, ist der Verdacht eines jahrelangen Falls von "Stalking". Eine Frau soll von dem Beschuldigten über Jahre hinweg belästigt worden sein. Mal sollen an ihrem Fahrzeug die Reifen zerstört worden sein, mal das Auto zerkratzt. Jahrelang wusste die Frau nicht, wer für die miesen Taten verantwortlich ist. Sie hatte zwar einen Verdacht, konnte diesen aber nicht belegen. Deshalb hat sie, so WochenSpiegel-Informationen, eine Videoüberwachung installiert. Und in diese "Falle" soll der Familienvater getappt sein. Danach begann die Polizei gegen den Mann zu ermitteln. Oberstaatsanwalt Thomas Büttinghaus bestätigt auf Anfrage des WochenSpiegel die Ermittlungen: "Am 25. Januar wurde im Zusammenhang mit - einem bei der Staatsanwaltschaft Koblenz wegen des Anfangsverdachts der Sachbeschädigung und der Nachstellung - geführten Ermittlungsverfahrens auf Grundlage einer richterlichen Durchsuchungsanordnung ein Wohnobjekt im Bereich der Cochemer Innenstadt durchsucht." Einzelheiten zu den Vorwürfen gegen den Mann wollte der Oberstaatsanwalt nicht machen. "Zur Vermeidung einer Gefährdung des Untersuchungszwecks, kann ich Ihnen derzeit keine näheren Einzelheiten mitteilen. Zudem gilt es, die für die betroffene Person streitende Unschuldsvermutung zu wahren." Die Polizeibeamten, die das Haus durchsuchten, waren nach 46 Minuten bereits fertig. Sie trugen einen braunen Papiersack mit sichergestellten Beweismitteln in den Streifenwagen. Ob sich der Verdacht gegen den Mann erhärtet, müssen nun die Ermittlungen ergeben.