Simone Wunder

Handwerk im Kreis Ahrweiler blickt zuversichtlich in die Zukunft

Ein Vierteljahrhundert Meisterkompetenz: Acht Handwerksmeister wurden im Rahmen der Obermeister- und Delegiertentagung der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler mit dem Silbernen Meisterbrief ausgezeichnet.

Ein Vierteljahrhundert Meisterkompetenz: Acht Handwerksmeister wurden im Rahmen der Obermeister- und Delegiertentagung der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler mit dem Silbernen Meisterbrief ausgezeichnet. Die Ehrungen nahmen Kreishandwerksmeister Frank Wershofen und sein Stellvertreter Thomas Nelles vor.

Bild: Kreishandwerkerschaft Ahrweiler

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Acht verdiente Handwerksmeister ausgezeichnet, erfreuliche Nachrichten vom Ausbildungsmarkt und zahlreiche aktuelle Themen rund um das Handwerk: Bei der Obermeister- und Delegiertentagung der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler am 28. Oktober in der Ahr-Akademie standen neben den Ehrungen vor allem die Zukunft des regionalen Handwerks und die Interessen der Mitgliedsbetriebe im Mittelpunkt.
 
Achtmal Silberner Meisterbrief
Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung war die Verleihung der Silbernen Meisterbriefe. Kreishandwerksmeister Frank Wershofen und sein Stellvertreter Thomas Nelles zeichneten acht Handwerksmeister aus, die vor 25 Jahren erfolgreich ihre Meisterprüfung abgelegt hatten.
Geehrt wurden Ulrich Diekmann, Guido Lenzen, Stefan Odenthal, Axel Polch, Markus Robrecht, Dominik Schäfer, Thomas Schulze-Hillert und Markus Sebastian.
Mit den Auszeichnungen würdigte die Kreishandwerkerschaft nicht nur die langjährige Meisterqualifikation, sondern auch die Bedeutung von Erfahrung, fachlicher Kompetenz und unternehmerischer Verantwortung im Handwerk.
 
Wieder mehr junge Menschen entscheiden sich für das Handwerk
Erfreuliche Zahlen konnte Kreislehrlingswart Alfons Wolber präsentieren. Nach 232 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahr 2024 und 219 im Jahr 2025 stieg die Zahl 2026 auf insgesamt 239 Verträge.
Damit verzeichnet das Handwerk im Kreis Ahrweiler wieder einen Zuwachs bei den Ausbildungszahlen.
Trotz dieser positiven Entwicklung sieht die Kreishandwerkerschaft weiterhin Handlungsbedarf bei der Berufsorientierung. Insbesondere die Vielzahl unterschiedlicher Ausbildungsmessen stellt die Betriebe vor organisatorische Herausforderungen.
Kreislehrlingswart Wolber sprach sich deshalb dafür aus, die schulische Berufsorientierung stärker auf wenige zentrale Veranstaltungen zu konzentrieren und die Teilnahme der Schulen daran verbindlicher zu gestalten. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Handwerksorganisationen bei der Nachwuchsgewinnung ist.
 
Nachhaltigkeitswerbung: Neue Regeln für Handwerksbetriebe
Mit einem weiteren aktuellen Thema beschäftigte sich Rechtsanwältin Susanne Terhorst von der Handwerkskammer Koblenz. Unter dem Titel „Darf man noch einfach nachhaltig sagen?“ informierte sie über neue europäische Regelungen zur Nachhaltigkeitswerbung und deren Auswirkungen auf die Betriebe.
Im Mittelpunkt standen insbesondere die Vermeidung irreführender Umweltaussagen und die rechtlichen Anforderungen an Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“.
Die Referentin empfahl den Betrieben ausdrücklich, ihre Internetseiten und Social-Media-Auftritte auf entsprechende Werbeaussagen zu überprüfen und rechtlich problematische Formulierungen gegebenenfalls zu entfernen.
 
Gemeinsam die Interessen des Handwerks vertreten
Auch die Bedeutung einer starken Innungsorganisation wurde während der Versammlung hervorgehoben. Geschäftsführer Alexander Zeitler verwies auf die zahlreichen Dienstleistungen und Unterstützungsangebote für Mitgliedsbetriebe.
Besonders betonte er die Interessenvertretung des organisierten Handwerks auf regionaler, Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Gerade angesichts zunehmender gesetzlicher Anforderungen sei es wichtig, dass die Betriebe ihre Interessen gemeinsam vertreten.
Der neue Gebietsdirektor der SIGNAL IDUNA, Markus Franz, stellte zudem aktuelle Ansätze zur Zusammenarbeit mit den Innungsorganisationen vor und tauschte sich mit den Teilnehmern über die Bedürfnisse der Handwerksbetriebe aus.
Abschließend beschäftigten sich die Obermeister und Delegierten mit der Frage, ob künftig wieder gemeinsame Lossprechungsfeiern verschiedener Innungen durchgeführt werden sollten. Die unterschiedlichen Vorschläge sollen zunächst innerhalb der Innungen beraten werden.
Die Versammlung machte deutlich, dass das Handwerk im Kreis Ahrweiler trotz vielfältiger Herausforderungen mit Engagement, Zusammenhalt und neuen Ideen an seiner Zukunft arbeitet.