Jutta Kruft

Rallye Kempenich stößt bei Traumwetter auf Riesenresonanz

: Andreas Molitor, Hauptsponsor Autohaus Kempen, Matthias Koslowski für die Gemeinde Kempenich, Jessica Nett (Orga-Leitung), Team Max Reiter/Conny Nemenich (3. Platz), Stefan Kopzyk als Beifahrer für das Gesamtsieger-Team mit Fahrer Dennis Rostek und Team

V.l.: : Andreas Molitor, Hauptsponsor Autohaus Kempen, Matthias Koslowski für die Gemeinde Kempenich, Jessica Nett (Orga-Leitung), Team Max Reiter/Conny Nemenich (3. Platz), Stefan Kopzyk als Beifahrer für das Gesamtsieger-Team mit Fahrer Dennis Rostek und Team Christopher Gerhard/Lena März (2. Platz).

Bild: Birgit Nett

Kempenich. Kaiserwetter, Zuschauerrekord und ein Einstand nach Maß bei der 47. Auflage der Rallye Kempenich. Ideale Voraussetzungen für ein traditionelles Motorsportereignis, von dem die Region auch wirtschaftlich profitiert. Ein strahlend blauer Vorfrühlingshimmel lockte jede Menge Besucher an. Selten herrschte beim Start ein derartiges Gedränge im Ortszentrum und rund um die Leyberghalle. Die Helfer hatten alle Hände voll zu tun, um die Masse der Neugierigen in geordnete Bahnen zu lenken. Mächtig im Stress war auch Jessica Nett, die ihre Premiere als Rallye-Organisationsleiterin erlebte und diese Herausforderung bravourös meisterte. Es kam ihr zweifellos zugute, dass sie von ihren Eltern die entsprechenden Gene mit in die Wiege gelegt bekam.
Schon samstags ab 16 Uhr war in Kempenich einiges los. Hubraumzwerge und PS-Riesen gleichermaßen bewegten sich durch die Goldbachstraße zur technischen Abnahme in der Werkstatt der Firma Grones Maschinenbau. Dort bildeten sich Schlangen in Dreier-Reihen, an drei Stellen erfolgten Prüfungen auf Herz und Nieren, vor allem aber im Hinblick auf Sicherheitsaspekte. Sonntags ab 11.31 Uhr wurden 101 Fahrzeuge in die Wertungsprüfungen geschickt. Unter den Fahrern war mit Leonie Walter aus Stuttgart nur eine Frau, die übrigens mit Yannik Widmaier als Copilot nach der sechsten WP das Handtuch werfen musste. Zahlenmäßig besser vertreten waren die Frauen als Beifahrerinnen (39).
Als Erste wurden die Vorjahressieger und Top-Favoriten Dennis Rostek/Stefan Kopczyk im Skoda Fabia RS auf die Reise geschickt. Die amtierenden Sieger der Masters-Wertung innerhalb der Deutschen Rallye-Meisterschaft wollten beim Auftakt der zweiten Liga „den Rost aus den Knochen schütteln“, wie Rostek formulierte. „Ich komme immer gern nach Kempenich, es ist eine sehr anspruchsvolle und richtig gute Rallye in einer Region, in der ich zehn Jahr lang zuhause war. Sie ist perfekt organisiert und hat nur wenig Konkurrenz in Deutschland.“ Auf alle warteten wieder vier verschiedene Wertungsprüfungen, die je zweimal gefahren wurden. Im Unterschied zu den Vorjahren war die WP Kempenich nur ein Start-Ziel-Kurs, sodass das vielköpfige Publikum am Ortsrand die Fahrzeuge nur einmal zu Gesicht bekam. Stattdessen sorgte eine neue Wertungsprüfung, die u.a. durch das Lavawerk der H.W.S Lava GmbH führte, für Furore. Sie wies einen hohen Schotteranteil auf und verlangte damit den Piloten, aber auch den Fahrzeugen einiges ab. Das Ziel der Rallye erreichten von 101 Startern letztlich 66 Teams.
Für die amtierenden DRC Vize-Meister Kevin Müller/Stefanie Spreitzer lag der Auftaktlauf direkt vor der Haustür: „Der Saisonstart mit Heimspiel ist immer schwierig“, formulierte das Duo. Das Duo im Toyota GR Yaris mischt zwar seit Jahren immer in der Cup-Spitze mit, komplett problemlos verlief es bislang jedoch nie. Vor allem in der Heimat. Wieder kam zur Hälfte das vorzeitige Aus. Besser lief es für Colin Dünker (Grafschaft)/Jonas Decker (Nohfelden). Kontinuierlich arbeitete sich das Paar heran ans Spitzenquartett und belegte am Schluss einen hervorragenden vierten Platz. Besser waren nur die Zweitplatzierten Christopher Gerhard (Viersen)/Lena März (Hohenfels-Essingen). Die von ihnen gefahrenen Zeiten reichten noch nicht ganz, um mit dem Konkurrenten Rostek mithalten zu können. Laut Gerhard sucht man beim neuen Citroen C3 Rallye 2 noch nach dem richtigen Set Up. Den dritten Platz im Gesamtklassement erreichte das Team Max Reiter (Dillingen)/ Conny Nemenich (Merchweiler).
Ihre ganze Routine und Ortskenntnis aus zahlreichen Auftritten im oberen Brohltal konnten Udo Schütt (Monschau)/Peter Schaaf (Mayen) ausspielen und belegten einen für sie respektablen neunten Rang. Vier weitere Teams mit regionalem Bezug kamen unter die besten 30 von insgesamt 66 Finishern: Leonard Weiss (Monschau)/Nick Hainke (Oberdürenbach) konnten bei ihrem Rallye-Debüt den Klassensieg einheimsen und erreichten den 16. Platz im Gesamtklassement. Mit einem solchen Erfolg hatten beide nicht gerechnet. Die Freude stand ihnen im Gesicht geschrieben. Man kann davon ausgehen, dass sie auch künftig bei Rallyes am Starte stehen werden. Darius Drzensla (Herrschbroich)/Daniela Raab (Adenau) erzielten Platz 19, Michael Nolte (Willich)/Tamara Zenz (Hausten) Platz 26 und Toni Kluth (Alfter)/Patrick Buhr (Volkesfeld) Platz 28. Dem Feld derjenigen, die aus unterschiedlichen Gründen die Ziellinie nicht überquerten, gehörten auch die für den MSC Adenau startenden und aus Andernach stammenden Christian Kohlhaas und Stefan Marx an.