

Gegen 22.30 Uhr stürzte ein Teil des historischen Hotels „Reichschenke – Zum Ritter Götz“ ein. Ein komplettes Stockwerk gab nach, während sich Gäste und Personal im Gebäude aufhielten. Sieben Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Innerhalb weniger Sekunden verwandelte sich das Haus in ein Trümmerfeld: Decken lagen übereinander, tragende Bauteile hatten sich verschoben, das verbliebene Gebäude galt als akut einsturzgefährdet.
Die Rettung der Verschütteten entwickelte sich zu einem Einsatz unter extremen Bedingungen. Jeder Schritt musste sorgfältig abgewogen werden, da jederzeit weitere Gebäudeteile hätten nachgeben können. Sichere Arbeitsbereiche existierten kaum, die Lage veränderte sich permanent.
Mehr als 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und spezialisierten Trümmerrettungseinheiten waren im Einsatz. Schweres Gerät konnte nur eingeschränkt genutzt werden, da Erschütterungen weitere Einstürze hätten auslösen können. Viele Arbeiten erfolgten daher von Hand, Stein für Stein. Der Einsatz dauerte bis in den folgenden Tag an.
Trotz der Gefahren gelang es den Helfern, alle Überlebenden zu retten. Unter ihnen war auch ein zweijähriges Kind, das unverletzt aus den Trümmern geborgen wurde. Zwei Menschen überlebten das Unglück jedoch nicht: eine 64-jährige Frau sowie der 59-jährige Betreiber des Hotels. Die Bergung der zweiten Leiche war erst möglich, nachdem Gebäudeteile kontrolliert abgetragen worden waren.
Zur Ursache des Einsturzes begannen unmittelbar Ermittlungen. Bekannt wurde, dass zuvor Risse im Gebäude festgestellt worden waren und am Tag des Unglücks Bauarbeiten stattfanden. Ein eindeutiger Zusammenhang ließ sich zunächst nicht klären; eine abschließende Bewertung lag über längere Zeit nicht vor.
Für den Ort Kröv hatte die Katastrophe weitreichende Folgen. Der betroffene Bereich blieb monatelang gesperrt. In der Gemeinde wurde intensiv über den Zustand historischer Gebäude, Baukontrollen und Sicherheitsauflagen diskutiert. Die Ereignisse jener Nacht sind für viele Einwohner bis heute präsent.
Die SAT.1-Dokumentation zeichnet den Einsatz aus der Perspektive der Rettungskräfte nach. Sie zeigt Abläufe, Entscheidungsprozesse unter hohem Zeitdruck und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen. Im Mittelpunkt stehen nicht Spekulationen, sondern der konkrete Verlauf einer Ausnahmesituation, in der jede Minute zählte. Die Sendung wurde am Montag, 12. Januar, um 20.15 Uhr auf SAT.1 ausgestrahlt und ist seitdem kostenlos auf Joyn abrufbar. Bereits die Erstausstrahlung löste starke Reaktionen aus; viele Zuschauer beschrieben die Dokumentation als emotional und eindrücklich.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Erlebnissen der Verschütteten. Erzählt wird unter anderem die Geschichte des Ehepaars Mark und Edi Hoefnagel, das gemeinsam mit seinem kleinen Sohn im Hotel übernachtete, sowie die der weiteren Hotelgästin Erika Sorm. Das Ehepaar hatte kurz zuvor erfahren, dass es ein zweites Kind erwartete.
Nach Stunden gelang der Kontakt zu den Einsatzkräften. Als erster Retter erreichte Christoph Reuter von der Berufsfeuerwehr Trier den Hohlraum. Zunächst wurde das Kind gerettet, anschließend Edi Hoefnagel und Erika Sorm. Die Befreiung von Mark Hoefnagel gestaltete sich besonders schwierig und dauerte weitere Stunden.
Insgesamt vergingen rund 24 Stunden, bis die letzte Person aus dem eingestürzten Gebäude geborgen war – der Hotelbetreiber, der bei dem Unglück ums Leben gekommen war. Einsatzleiter Jörg Teusch, Brand- und Katastrophenschutzinspektor des Landkreises Bernkastel-Wittlich, verglich das Gebäude später mit einem Kartenhaus: Ein falscher Handgriff hätte den vollständigen Einsturz auslösen können.
Monate nach dem Unglück traf Edi Hoefnagel eine persönliche Entscheidung. Das Kind, mit dem sie während des Einsturzes schwanger gewesen war, erhielt den Namen Christoph – benannt nach dem Feuerwehrmann, der sie als Erster aus den Trümmern rettete. Ein stilles Zeichen der Dankbarkeit, das die Dokumentation am Ende besonders eindrücklich macht.
Quelle: Kevin Schössler




