

Der Europäische Sozialpreis wird jährlich vom Europaverein für GesellschaftsPolitischeBildung (GPB) an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderem Maße für ein soziales und solidarisches Europa einsetzen. In diesem Jahr stand die Auszeichnung unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“. Andrea Wolff, Präsidentin des Europavereins, betonte in ihrer Rede, Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit könnten nur bestehen, wenn Menschen bereit seien, für diese Werte einzustehen.
Eschweilers Bürgermeister Patrick Nowicki würdigte den jahrzehntelangen Einsatz von Katrin Bornmüller und ihrem Team. Die Arbeitsgruppe Wittlich habe inzwischen mehr als 600 humanitäre Hilfstransporte auf den Weg gebracht. Laudator Michael Brand, Bundestagsabgeordneter und Staatsminister im Familienministerium, hob hervor, Bornmüller habe nicht nur für Menschen und ihre Rechte gekämpft, sondern auch dazu beigetragen, dass europäische Regierungen und Gesellschaften eine klarere Haltung zu den Menschenrechten entwickelten. „Sie hat durch die konkrete Tat überzeugt“, sagte Brand.
Zu den langjährigen Aktivitäten der Arbeitsgruppe gehören unter anderem die Unterstützung politischer Gefangener in der ehemaligen DDR, der Solidarność-Bewegung in Polen und von Bürgerrechtlern der Charta 77 in der damaligen Tschechoslowakei. Hinzu kamen Hilfen für Christen in Rumänien, der Einsatz für die Freiheitsbewegung im Baltikum sowie das Engagement für die jesidischen Opfer des IS-Terrors im Irak. Brand bezeichnete den Tag der Deutschen Einheit daher als besonders passenden Termin für die Preisverleihung, stehe er doch für das Ende der Teilung Deutschlands und Europas.
Im Anschluss an den Festakt trug sich Bornmüller in das Goldene Buch der Stadt Eschweiler ein. In ihrer Dankesrede erinnerte sie an ihren verstorbenen Mann Hermann, ihre Kinder und die zahlreichen Helferinnen und Helfer der Arbeitsgruppe Wittlich, die sie über Jahrzehnte begleitet hätten.
Begleitend zum Festakt zeigte die IGFM eine Ausstellung über verschleppte ukrainische Zivilisten. Liusiena Zinovkina, Ehefrau des verschleppten Kostiantyn Zinovkin, berichtete über die Situation ihres Mannes. Dieser war in Russland zu 28 Jahren Straflager verurteilt worden, nachdem er 2023 im besetzten Melitopol gegen die Okkupation demonstriert hatte.
„Wir sind sehr stolz auf unsere Gründerin und Preisträgerin und sehen den Preis zugleich als Anerkennung für das gesamte Team“, sagte Carmen Jondral-Schuler, Leiterin der Arbeitsgruppe Wittlich und Vorstandsmitglied der IGFM Deutsche Sektion.
Den Festakt nutzten die Gäste anschließend bei Wein und kleinen Speisen zum Austausch und zur Vernetzung.



