

Was zu Hause längst ausgedient hat, muss noch lange kein Abfall sein. Auf dem Wertstoffhof Wittlich können Bürgerinnen und Bürger gut erhaltene und gebrauchsfähige Gegenstände künftig auf den neuen »Marktplatz – kleiner Makel, großer Wert« geben. Dort werden sie gesammelt und anschließend vom Überbetrieblichen Ausbildungszentrum (ÜAZ) Wittlich über dessen bestehendes Second-Hand-Projekt einer weiteren Verwendung zugeführt.
Die neue Initiative des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) und des ÜAZ ist am 1. Oktober zunächst als Modellprojekt gestartet. Die Idee dahinter: Dinge sollen möglichst gar nicht erst zu Abfall werden, wenn sie noch genutzt werden können. Das schont Ressourcen und verlängert die Lebensdauer von Gegenständen.
»Mit dem Marktplatz schaffen wir eine ganz praktische Möglichkeit, Abfallvermeidung direkt in den Alltag zu integrieren. Viele Dinge, die bei uns abgegeben werden, haben ihren eigentlichen Lebenszyklus noch lange nicht beendet«, sagt Tobias Elsen vom A.R.T. Gemeinsam mit dem ÜAZ wolle man ihnen eine zweite Chance geben.
Was darf abgegeben werden?
Angenommen werden gut erhaltene und gebrauchsfähige Gegenstände aus privaten Haushalten. Dazu gehören beispielsweise Küchenutensilien, Bücher, Spielwaren, kleinere Möbelstücke und Fahrräder.Nicht angenommen werden u.a. Elektro- und Elektronikgeräte, große Möbel wie Kleiderschränke, Altkleider sowie Rest- und Problemabfälle. Auch schadstoffhaltige oder aus rechtlichen bzw. sicherheitsrelevanten Gründen nicht zur Weitergabe geeignete Gegenstände sind ausgeschlossen.
Wer etwas abgeben möchte, wendet sich zunächst im Eingangsbereich an die Mitarbeitenden des Wertstoffhofs. Sie prüfen, ob der Gegenstand für eine Wiederverwendung geeignet ist. Wichtig: Der Marktplatz ist keine Tauschbörse. Die dort gesammelten Dinge können nicht von anderen Besuchern mitgenommen werden. Ihre weitere Verwendung erfolgt über das bestehende Second-Hand-Projekt des ÜAZ.
Zweite Chance für Dinge - und Menschen
Im Second-Hand-Kaufhaus des ÜAZ erhalten gebrauchte Möbel, Kleidung und Haushaltsgegenstände bereits eine neue Perspektive. Gleichzeitig eröffnet das Projekt Menschen neue berufliche Möglichkeiten. Gefördert vom Jobcenter Bernkastel-Wittlich können sie praktische Erfahrungen sammeln – etwa im Verkauf, in der Lagerwirtschaft, bei der Aufbereitung von Möbeln oder in der Hauswirtschaft – und sich schrittweise wieder an den Arbeitsmarkt herantasten.
Auch gemeinnützige Einrichtungen in der Region profitieren: Die Erlöse des Second-Hand-Kaufhauses werden regelmäßig an gemeinnützige Organisationen gespendet. Damit soll der Marktplatz gleich mehrere Kreise schließen: Gebrauchte Dinge bleiben länger im Umlauf, wertvolle Ressourcen werden geschont, Menschen sammeln berufliche Erfahrungen und regionale Organisationen werden unterstützt. Der Name des Projekts bringt die Idee auf den Punkt: »Kleiner Makel, großer Wert«. Denn manches, was nicht mehr gebraucht wird, ist noch lange nicht wertlos.
Der »Marktplatz« befindet sich auf dem Wertstoffhof Wittlich, Otto-Hahn-Straße 35a. Die Abgabe ist ab 1. Oktober 2026 während der regulären Öffnungszeiten möglich.
Auf einen Blick:



