Stephanie Baumann

Kommunikation ist das Wichtigste 

Wittlich. "Sitz, Platz, Fuß. . ?" Klassische Alltags-Signale, die jeder Hundehalter kennt. Aber Britta Schönhofen vermittelt mehr, als Gehorsamkeit im Alltag.

Für die Inhaberin der Wittlicher Hundeschule "Pfotenalarm" ist das Training eine Quelle der Freude und eine Reise, auf der sowohl Mensch als auch Hund neue Fähigkeiten entdecken und sich weiterentwickeln können. Permanente Weiterbildung und Spaß am Lernen sind der Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin IHK/BHV auch persönlich sehr wichtig, um Menschen mit Hund ein förderndes, zielgerichtetes Training anbieten zu können. Darüber hinaus ist sie für den Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V. deutschlandweit als Prüferin für den BHV-Hundeführerschein unterwegs.

Waldhunde

Gerade hat die 39-Jährige eine Ausbildung zur Waldpädagogin absolviert. Warum? Zum einen, um ein tieferes Verständnis für Natur, Umweltschutz und Nachhaltigkeit vermitteln zu können. Zum anderen, um ein verbindendes Element zwischen Hundetraining und der Ausbildung von Schulhunden zu haben. "Eine tolle Erfahrung", sagt Britta Schönhofen und fügt an, dass sie schnell gemerkt habe, welch große Rolle Hunde auch in diesem Bereich spielen. "Sie sind charmante Eisbrecher und erleichtern vielen Teilnehmenden den Kontakt mit dem Wald, denn Bewegung mit Hund ist wetterunabhängig immer ein großartiges Erlebnis. Deshalb setzen auch immer mehr Förster, Jäger und Pädagogen ihre Tiere hier ein". Gerade dieser Personenkreis von Hundefachleuten strebe nach Entwicklung und suche nach Weiterbildungen - auch um neue Ansätze für Einsatzmöglichkeiten ihrer vierbeinigen Mitarbeiter. Deshalb hat Britta Schönhofen ganz neu eine Fortbildung für alle entwickelt, die mit ihrem Hund im Wald arbeiten. Kommunikation ist dabei das Wichtigste.

 Körpersprache lesen und verstehen

"Ein Schlüsselaspekt ist es, dass Hundehalter lernen, die Körpersprache ihrer Tiere zu lesen und zu verstehen", erklärt Britta Schönhofen. "Nur so können wir unserer Verantwortung gerecht werden, unseren Hunden einen stressarmen Arbeitseinsatz zu ermöglichen und gleichzeitig die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten." Von rechtlichen Grundlagen bis hin zu Gesundheitsaspekten deckt die Fortbildung zum "Pfotenalarm Waldhund" darüber hinaus alle relevanten Wissensbereiche für den Einsatz von Tieren im Wald ab. Die Seminare mit insgesamt sieben Modulen finden im Walderlebniszentrum Soonwald der Landesforsten Rheinland-Pfalz statt und werden von dessen Leiter Dirk Henning unterstützt, der sie besonders empfiehlt und bereits ins eigene Bildungsprogramm integriert hat. Auf Nachfrage bietet Britta Schönhofen die Schulung auch in Wittlich oder anderen Forstämtern an.

Leseförderhunde

An lernschwache Kinder richtet sich ihr Projekt "Leseförderhund", das z.B. in Grundschulen eingesetzt werden kann. Mitmachen können bereits ausgebildete Hundehalter oder Menschen mit Schulhund. "Das Kind liest dem Hund z.B. vor. Der ist einfach ruhig und wertet nicht," erläutert die Trainerin. So könnten Barrieren ab- und Selbstwertgefühl aufgebaut werden. Vor allem für SchülerInnen mit Migrationshintergrund könne das sehr hilfreich sein. Gerade arbeitet Britta Schönhofen an Programmen, in die sie auch ihre beiden Tinkas miteinbeziehen kann, die sie bereits fertig ausgebildet hat. "Nach einem langen Arbeitstag setze ich mich in den Stall und höre meinen Pferden beim Heu kauen zu. Es gibt nichts Entspannenderes," verrät sie. "Mal sehen, was ich daraus mache. . ."

www.pfotenalarm.de