

" Für manche ist das Glas halb leer,
für mache ist das Glas halb voll.
Der aktuelle Zeitgeist entspricht – so beobachte ich es - momentan eher dem Prinzip „Das Glas ist halb leer“, denn es herrscht eine negative Grundstimmung einhergehend mit einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft.
Es gibt tatsächlich viele Themen, die uns Sorgen bereiten können:
Krisen. Kriege. Kosten. Klimawandel. KI mit Veränderungen in der Arbeitswelt. Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung. Ärzte- und Fachkräftemangel. Oder die PISA-Studie, um nur einige zu nennen.
Und das alles gepaart mit einer für Deutschland nicht untypischen pessimistischen Grundeinstellung, das führt zu Frust und Sorgen.
Ich gebe zu, so ein Beginn einer Rede lädt nicht gerade zu einer Party ein, sondern führt eher in einer depressiven Grundstimmung im Raum.
Ich will aber eigentlich genau das Gegenteil bewirken und Positivität ausstrahlen.
Was da immer hilft ist Fußball und Zitate bekannter Fußballer. Zum Beispiel Alexander Strehmel (langjähriger Spieler bei VfB Stuttgart und Unterhaching), der die folgende Weisheit von sich gegeben hat:
„Bei so einem Spiel muss man die Hosen runterlassen und sein wahres Gesicht zeigen.“
Das Zitat passt zugegebenermaßen aber nicht dazu, was ich eigentlich will: Nämlich für eine positive Grundeinstellung werben, für eine das „Glas ist halb voll“-Mentalität.
Hier passt aber ein Zitat von Stefan Effenberg, dem Tiger, der als Poet in Krisenzeiten gesagt hat:
„Die Situation ist aussichtslos, aber nicht kritisch."
Und zum Thema Positivität gibt es keinen besseren als den legendären Lothar Matthäus, der nach einer Niederlage schon fast philosophisch ausgeführt hat:
„Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken.“
Ich bin sehr dankbar, dass ich heute hier stehen darf und in das Amt des Bürgermeisters der Stadt Wittlich eingeführt werde - gleichzeitig habe ich großen Respekt vor dem Amt, das ich ab dem 1.11.2026 übernehmen darf.
Großen Respekt, weil für mich und meine Familie, vor allem meine Frau Marion und meine Kinder Alina und Cassian, am Sonntag eine neue Zukunft beginnt - nach fast 27 Jahren in der Justiz. Schön, dass Ihr heute hier seid und wir diesen besonderen Moment gemeinsam erleben dürfen.
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an meine Tochter Alina und Silke Freudenreich für die musikalische Untermalung der Veranstaltung.
Großen Respekt, weil auch für die Stadt Wittlich eine neue Zukunft beginnt - nach 17 Jahren Amtszeit von Joachim Rodenkirch. Sehr geehrter Herr Präsident Rodenkirch, lieber Joachim, ich freue mich sehr, dass Du heute an meiner Amtseinführung teilnimmst. Ich durfte als Leiter der JVA Wittlich in den letzten 12 Jahren hautnah miterleben, wie Du maßgeblich dazu beigetragen hast, dass sich Wittlich zwischen Trier und Koblenz zu einem prosperierenden Mittelzentrum entwickelt hat, zu einer Stadt mit besonderer Strahlkraft. Ein Beleg dafür ist exemplarisch die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen von 11 Mio. im Jahr 2010 auf etwa 20 Mio. im Jahr 2026 oder der Einwohnerzahl von etwa 18.900 im Jahr 2010 auf aktuell 20.160. Dafür möchte ich Dir im Namen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wittlich - das darf ich jetzt - ganz herzlichen Dank sagen. Und ganz persönlich möchte ich Dir danken, dass ich eine so gut aufgestellte Stadt als neues Stadtoberhaupt übernehmen darf.
Großen Respekt, weil ich nach gut vier Wochen Einarbeitungszeit schon eine Ahnung habe, welche enormen Herausforderungen zu bewältigen sein werden. Vielen Dank Ihnen Frau Meurer als Erste Beigeordnete, dass Sie mir ermöglicht haben, mich schon seit Wochen in wichtige Vorgänge einzuarbeiten und an verschiedenen Sitzungen teilzunehmen. Und dass Sie sich die Zeit genommen haben, mich persönlich in verschiedene Themen einzuführen.
Großen Respekt, weil die schon angesprochene negative Grundstimmung in der Gesellschaft es nicht einfacher macht, die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.
Was immer bei der Bewältigung von Problemen und Herausforderungen hilft ist positives Denken.
Hier will ich als gutes Beispiel vorangehen.
Mit positivem Denken meine ich nicht Schönfärberei, nicht das Verdrängen von Problemen, und schon gar nicht die bloße Vorstellung, dass alles gut wird, wenn man nur fest genug daran glaubt.
Nein.
Ich meine einen positiven Blick auf unsere Zukunft, der die Realität anerkennt – aber sich von ihr nicht entmutigen lässt.
Oder wie es Fredi Bobic, früherer Stürmer des VfB Stuttgart, formuliert:
„Man darf jetzt nicht alles so schlecht reden, wie es war.“
• Den Leitenden Ministerialrat Dr. Markus Riehl, Referatsleiter im Bundesgesundheitsministerium, der mich in vielen Gesetzgebungsverfahren als Sachverständiger im Bundestag oder anderen Institutionen zu betäubungsmittelrechtlichen Fragen hinzugezogen hat, woraus sich letztlich eine Freundschaft mit Dir entwickelt hat und Deiner lieben Frau Ulla, selbst Dezernentin für Kommunales Integrationszentrum, Sozialamt, Versorgungsamt, Gesundheitsamt bei der Kreisverwaltung Rhein-Sieg.
Lieber Markus, mit einem Auftritt bei der UNODC in Wien wird es jetzt nichts mehr.
• Stellvertretend für alle Staatsanwälte Generalstaatsanwalt a.D. Dr. Jürgen Brauer, der mich als mein Chef bei der Staatsanwaltschaft maßgeblich gefördert und mir den Weg ins Ministerium ermöglicht hat, worüber ich letztlich in Wittlich gelandet bin.
• Friedel Durben, den Inspekteur der Polizei, stellvertretend für alle Polizeibeamten, mit denen ich unzählige Fälle gemeinsam bearbeiten und vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte,
• Corinna Diesel, erste Präsidentin des Landgerichts Trier, stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen bei Gericht.
Danke, dass Du Dich gestern persönlich bei der gegenseitigen Hospitation um meiner Kollegen aus der JVA gekümmert hast.
• Professor Dr. Mohamad El-Ghazi, Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Strafverfahrensrecht an der Universität Trier, stellvertretend für die vielen Professorinnen und Professoren, in deren Kreis ich mittlerweile als Kollege aufgenommen wurde. Schön, dass wir meine letzte Auslandsreise als Justizangehöriger vor einigen Wochen in die Türkei gemeinsam unternommen haben. Oder Prof. Block und Prof. Ellwart: Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch für die Stadt Wittlich für gemeinsame Kooperationsprojekte in Euren Fachbereichen zur Verfügung stehen würdet.
• Meine Kollegen aus der JVA, mit denen ich über 12 Jahre sehr eng in dem spannenden und herausfordernden Arbeitsfeld des Justizvollzuges zusammenarbeiten durfte. Ich freue mich, dass der engste Führungsstab heute geschlossen hier ist. Danke für die Kollegialität und das Vertrauen in den vielen Jahren.
• Oberstaatsanwalt Jochen Fabricius, mit dem ich seit vielen Jahren gemeinsam den führenden Kommentar zum Betäubungsmittelrecht schreiben durfte. Nächste Woche kommt noch einmal unser Werk heraus, ein wunderbares Timing, um gemeinsam mit der Kommentatorentätigkeit aufzuhören. Lieber Jochen, Du musst jetzt ohne mich auf spannende Drogentagungen durch Europa reisen. Es hat immer großen Spaß gemacht.
• Dr. Joachim Streit, lieber Ökki, wir kennen uns schon seit der Uni, ich war später Referendar bei Dir als Bürgermeister der Stadt Bitburg. Wir haben uns nie aus den Augen verloren. Mit Deiner Whatsapp Mitte Mai und einem Essen bei Dir und Deiner Frau Petra Anfang Juni hat alles angefangen. Ohne Dich würde ich heute hier nicht stehen. Danke für Deine Unterstützung!
Zurück zu dem negativen Zeitgeist, der momentan in der Gesellschaft wahrzunehmen ist. Es ist zur Normalität geworden, dass wir vieles negativ sehen. Dass wir nicht mehr die Dinge wahrnehmen, die gut sind, die gut laufen, die gut funktionieren.
Ich möchte, dass wir in Wittlich wieder häufiger über das sprechen, was gut ist, und was möglich ist.
Oder wie Eduard Geyer, früherer Trainer von Energie Cottbus sagt:
„Es muss eine Kehrtwende geben. Und die muss 360 Grad sein.“
Beispiel medizinische Versorgung
Hier reiche ich allen Fraktionen im Stadtrat die Hand, dass wir gemeinsam Entscheidung treffen, die die Stadt Wittlich und seine Bürgerinnen und Bürger voranbringen.
Was uns helfen könnte, sagt schon Christoph Daum, ehemaliger Fußballtrainer von Bayer Leverkusen und fast Nationaltrainer:
„Man muss nicht immer die absolute Mehrheit haben, manchmal reichen auch 51 Prozent.“
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
ich möchte, dass Wittlich eine Stadt bleibt, in der man gerne lebt.
Eine Stadt, in der Familien eine Zukunft sehen.
Eine Stadt, in der junge Menschen Chancen bekommen.
Eine Stadt, in der sich ältere Menschen weiterhin zu Hause fühlen und Menschen egal welcher Kultur und Menschen mit Beeinträchtigung wohl fühlen können.
Eine Stadt, in der sich alle sicher fühlen.
Eine Stadt, die wirtschaftlich stark und zugleich menschlich bleibt.
Eine Stadt, die Tradition bewahrt und gleichzeitig offen für Neues ist.
Und eine Stadt, in der wir nicht ständig darüber reden, warum etwas nicht geht, sondern gemeinsam danach suchen, wie es gehen kann.
Dafür möchte ich meinen Beitrag leisten.
Aber ich kann und möchte das nicht alleine tun.
Ich lade Sie alle ein, diesen Weg mitzugehen.
Bringen Sie Ihre Ideen ein.
Helfen Sie mit, wenn Sie eine gute Idee haben.
Denn eine Stadt wird nicht durch ihre Verwaltung lebendig.
Eine Stadt wird durch ihre Bürgerinnen und Bürger lebendig.
Lassen Sie uns deshalb gemeinsam dafür sorgen, dass die negative Stimmung, die wir vielerorts erleben, nicht unsere Zukunft bestimmt.
Lassen Sie uns positiv nach vorne schauen.
Denn ich bin überzeugt:
Wittlich hat allen Grund, positiv in die Zukunft zu schauen.
In diesem Sinne möchte ich heute mein Amt antreten.
Mit großer Freude.
Mit Respekt vor der Aufgabe.
Mit offenem Ohr.
Mit viel Energie.
Und mit einer klaren Überzeugung:
Die Zukunft kommt nicht einfach auf uns zu. Wir müssen sie gestalten.
Lassen Sie uns das gemeinsam tun.
Ich freue mich auf die kommenden Jahre.
Bevor ich nun zum Ende und Sie zum Buffet und zum leckeren Kaltgetränk nach dem Motto, „Lassen Sie uns das Glas ganz voll machen“ kommen, möchte ich noch einigen Dank loswerden:
Zunächst bedanke ich mich bei
der Ersten Beigeordneten Elfriede Meurer für Ihr Engagement bei der Planung der heutigen Veranstaltung und für die Leitung dieser besonderen Stadtratssitzung,
Herrn Dr. Praeder, Herrn Landrat Hackethal, Herrn Bürgermeister Follmann, Herrn Petry, Herrn Oberbürgermeister Weigel und Herrn Müller für die Grußworte,
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die heutige Veranstaltung seit Wochen geplant und organisiert haben,
und nochmal meiner Tochter Alina und Silke Freudenreich für die musikalische Untermalung meiner Amtseinführung.
Und vielen Dank Ihnen allen fürs Kommen und die Aufmerksamkeit.
Schließen will ich für heute mit dem legendären Trainer von Bayern München, Giovanni Trapattoni: Nicht
„Was erlauben Strunz“, sondern „Ich habe fertig“.




