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Gästeflaute wegen "Corona"

Seit Wochen beherrscht das "Coronavirus" die Schlagzeilen weltweit und auch lokal. Immer weiter steigt die Zahl der Infizierten. Auch wenn im Kreis Cochem-Zell bislang noch kein Fall bekannt wurde, hat die Epidemie bereits heute enorme wirtschaftliche Folgen für die Region – insbesondere für den Tourismus.
Bis zu 50 Prozent sind die aktuellen Buchungen bei Aleksej Sattler, dem Leiter der Reservierungsabteilung der "Moselstern"-Hotels, eingebrochen. "Bei den Gästen ist eine enorme Verunsicherung festzustellen", so Sattler.

Bis zu 50 Prozent sind die aktuellen Buchungen bei Aleksej Sattler, dem Leiter der Reservierungsabteilung der "Moselstern"-Hotels, eingebrochen. "Bei den Gästen ist eine enorme Verunsicherung festzustellen", so Sattler.

Aleksej Sattler schaut sorgenvoll in seine Hotelsoftware. Gerade hat ein großes Unternehmen beim Leiter der Reservierungsabteilung der "Moselstern"-Hotels seine geplante Tagung abgesagt. Gleichzeitig hat sich ein Ehepaar aus dem Ruhrgebiet bei Sattler per E-Mail gemeldet, das ebenfalls wegen des "Coronavirus'" nicht an die Mosel reisen möchte. "Seit Tagen erreichen uns ständig Stornierungen. Es betrifft nicht nur Einzelreisende, sondern auch das Tagungsgeschäft ist enorm betroffen", so Sattler. Nach seiner Erfahrung ist die Verunsicherung bei Reisenden sehr groß. "Dabei haben wir alle möglichen Vorkehrungen getroffen, dass ein Aufenthalt in unseren Hotels so sicher wie möglich ist". Für seinen Chef, den Hotelier Helmut Dehren, sind es aber nicht nur die Stornierungen, die ihm Sorgen bereiten, sondern auch der starke Rückgang der Buchungen allgemein. "Wir verzeichnen aktuell Rückgänge von bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", so Dehren. Matthias Ganter, Hotelier aus Traben-Trarbach, hat bislang nicht ganz so drastische Erfahrungen gemacht: "Bei uns kam es vereinzelt zu Stornierungen im Tagungsgeschäft." Doch auch Ganter hat die Befürchtung, dass "hier noch einiges an Stornierungen" in seinen beiden Hotels in Traben-Trarbach eingehen wird. Verstehen kann er die "Hysterie" selbst nicht. "Ich halte das Ganze für medial übertrieben", so Ganter. "Krisentreffen" der Tourismusfachleute Der Chef des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbandes Gereon Haumann hingegen fürchtet "massiven Schaden" durch "Corona". In einem Schreiben an verschiedene Ministerien wies Haumann auf "nicht verkraftbare Umsatzeinbrüche" hin und fordert Staatshilfen für Hotels und Gaststätten. Der Cochemer Verbandsgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Lambertz hat Hoteliers, Gastronomen und Ferienwohnungsvermieter zu einem Gespräch eingeladen. "Wir haben zwar aktuell keine Lösung für die Probleme, möchten aber, dass sich die Leistungsträger untereinander austauschen, um diese Krise bestmöglich zu überstehen." Dies insbesondere, weil viele Existenzen vom Tourismus in unserer Region abhängen. Lambertz: "Wenn ein Betrieb betroffen sein sollte und das gesamte Personal etwa in Quarantäne geschickt werden müsse, möchten wir es schaffen, etwa über Kollegen-Hilfe kurzfristig eine neue Mannschaft zusammen zu stellen, die den Betrieb aufrechterhalten könnte." Das Treffen, zu dem alle touristischen Leistungsträger eingeladen sind, findet am Freitag, 20. März, 19 Uhr, im "Vinoforum" in Ernst (Moselstraße) statt. Im Landkreis Cochem-Zell gab es bisher vier Verdachtsfälle, von denen sich keiner bestätigte, wie die Sprecherin der Kreisverwaltung, Sarah Kühne mitteilt. "In Bezug auf Veranstaltungen beabsichtigt der Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung Cochem-Zell zurzeit nicht, die Empfehlung einer generellen Absage von Veranstaltungen im Landkreis herauszugeben." Am Montag haben sich nach Information des WochenSpiegel in einer Telefonkonferenz alle Landräte besprochen. Die Kreischefs entschieden sich dabei gegen eine komplette, mehrwöchige Schließung der Schulen und Kindergärten.


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