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Mario Zender

»Landkreis in eine gute Zukunft führen«  

Cochem. Anke Beilstein im Interview. Die CDU-Chefin aus Ernst möchte Landrätin des Kreises Cochem-Zell werden.
Landratskandidatin Anke Beilstein (CDU).

Landratskandidatin Anke Beilstein (CDU).

Bild: Foto: privat

WochenSpiegel: Sie kandidieren als Landrätin für den Landkreis Cochem-Zell. Hat unser Landkreis, aufgrund der (kleinen) Größe überhaupt noch eine Zukunftschance?

Anke Beilstein: Natürlich, über eine zukunftsorientierte Kreisgestaltung haben wir dafür gute Weichen gestellt. Wir sind zwar klein, aber stark. Cochem-Zell ist in vielen Dingen Vorreiter. Ich werde mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass unser Kreis erhalten bleibt und sich positiv weiterentwickelt.

WochenSpiegel: Welche spezifischen Fähigkeiten und Eigenschaften bringen Sie mit, die Sie zu einer erfolgreichen Landrätin machen würden?

Anke Beilstein: Mit meiner beruflichen Ausbildung als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) bringe ich die fachlichen Voraussetzungen mit, durch meine langjährige Tätigkeit in der Kommunal- und Landespolitik die nötige politische Erfahrung und ein breites Netzwerk. Als ehemalige Ortsbürgermeisterin weiß ich, was es heißt, Motivator und Organisator zu sein, wenn man etwas entwickeln will. Und natürlich auch, wie wichtig eine gute Partnerschaft zwischen Landkreis und Kommunen ist. Ergänzt werden diese Qualifikationen durch meine grundsätzliche Wertschätzung gegenüber allen, die sich engagieren – unabhängig von der politischen Ausrichtung.

WochenSpiegel: Was motiviert Sie dazu, Landrätin zu werden, und welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit erreichen?

Anke Beilstein: Unser Kreis Cochem-Zell liegt mir am Herzen, hier bin ich geboren, hier lebe ich mit meiner Familie und bin fest verwurzelt. Solange ich denken kann, engagiere mich ich mich aus Überzeugung in Vereinen und Ehrenamt. Sie halten unsere Gesellschaft zusammen und ich sichere ihnen daher meine volle Unterstützung zu. Ein wichtiger Punkt auf meiner Agenda ist die Verbesserung der ärztlichen und pflegerischen Versorgung. Zügig angehen möchte ich auch eine gute Aufstellung des Katastrophenschutzes. Ich möchte unseren einzigartigen Landkreis in eine gute Zukunft führen – aus Heimatliebe.

WochenSpiegel: Warum sind Sie die bessere Kandidatin gegenüber Ihrer Mitbewerberin Sonja Bräuer (SPD, FWG, Grüne)?

Anke Beilstein: Ich trete für ein »Miteinander statt gegeneinander« an. Daher will ich auch keinem Parteibündnis dienen, sondern den Menschen von Cochem-Zell. Dass ich mich keiner Wiederwahl stellen muss, macht mich unabhängiger, sodass ich Entscheidungen mit gesundem Menschenverstand treffen kann, ohne mich politisch in drei Richtungen verbiegen zu müssen. Lähmungen wie auf Bundesebene brauchen wir nicht im Kreis. Da ich bereits seit 2019 Erste Kreisbeigeordnete bin, kann ich ohne Reibungsverluste in laufende Prozesse einsteigen.

WochenSpiegel: Wie planen Sie, die Transparenz und Bürgernähe in Ihrer Amtszeit zu fördern?

Anke Beilstein: Information, Kommunikation und Beteiligung sind mir sehr wichtig. Das habe ich auch als Ortsbürgermeisterin so praktiziert. Frühzeitiges Einbinden in Planungen vermeidet so manches Missverständnis und Ärger. Bürgernähe heißt für mich aber auch, den Dienstleistungscharakter der Kreisverwaltung zu stärken.

WochenSpiegel: Stichwort Nebentätigkeiten: Der aktuelle Landrat hat zahlreiche Nebentätigkeiten und bekommt dafür auch noch jede Menge Geld nebenher. Ist das bei einer Landrätin Anke Beilstein zukünftig auch so?

Anke Beilstein: Für mich ist klar, dass das Amt der Landrätin ein Fulltime-Job ist. Ich werde zum Amtsantritt prüfen, welche Nebentätigkeiten über eine Automatik mit diesem Amt verbunden sind und wo Entscheidungsfreiheit besteht. Mein Ziel ist es, den Landkreis in eine gute Zukunft zu führen. Was mich von diesem Ziel abhält, werde ich bleiben lassen. Denn ich möchte meine Energie für den Landkreis und seine Menschen einsetzen!

WochenSpiegel: Was muss passieren, dass der Servicegedanke in der Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger weiter verbessert wird?

Anke Beilstein: Ich stehe fu¨r eine bu¨rgerfreundliche Verwaltung, die nicht nur modern und digital arbeitet, sondern auch perso¨nlich vor Ort und zeitnah fu¨r die Menschen erreichbar bleiben muss. Hilfsbereitschaft und lösungsorientiertes Arbeiten sollten selbstverständlich sein. Diesen Geist möchte ich als Chefin im »Unternehmen Kreisverwaltung« vorgeben und vorleben.

WochenSpiegel: Warum fehlt auf den Plakaten, die Sie im gesamten Kreis aufgehangen haben, das Logo »Ihrer« CDU?

Anke Beilstein: Es ist eine Persönlichkeitswahl und das Parteilogo fehlt übrigens bei beiden Kandidatinnen. Dass ich der CDU angehöre, weiß nun wirklich jeder. Dass die Mitbewerberin ein SPD-Mitglied ist, dürfte weniger bekannt sein, da sie nicht von hier kommt. Als Landrätin wird es mir wichtig sein, mit allen politischen Kräften gut zusammenzuarbeiten. Das ist eine Grundhaltung meiner Persönlichkeit, mit der ich im politischen Leben bisher sehr gut gefahren bin und das will ich auch als Landrätin so handhaben.

WochenSpiegel: Das Thema Spenden-Affäre hat die Cochem-Zeller CDU schwer belastet. Glauben Sie, dass der Skandal um verdeckte Spenden des Agenten Mauss Auswirkungen auf die Landratswahl haben wird? Anke Beilstein: Nach den bisherigen Rückmeldungen nicht. Die Menschen wissen, dass es um die Zukunft unseres Kreises geht. Ich erhalte großen Zuspruch und vielfältige Unterstützung aus allen Teilen des Kreises, weil ich drei entscheidende Punkte mitbringe: fachliche Qualifikation, eine breite politische Erfahrung und Heimatliebe.

Die Fragen stellte Mario Zender

 


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