Mario Zender

Noteinsatz für Teddybären

Freuen sich auf den Start der »Teddybärenklinik«: Dr. Reinhold Jansen, VG-Chef Wolfgang Lambertz, Familien-Hebamme Johanna Liebfried, Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Wagner und Pflegedienstleiter Andreas Weppler.

Freuen sich auf den Start der »Teddybärenklinik«: Dr. Reinhold Jansen, VG-Chef Wolfgang Lambertz, Familien-Hebamme Johanna Liebfried, Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Wagner und Pflegedienstleiter Andreas Weppler.

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Freuen sich auf den Start der »Teddybärenklinik«: Dr. Reinhold Jansen, VG-Chef Wolfgang Lambertz, Familien-Hebamme Johanna Liebfried, Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Wagner und Pflegedienstleiter Andreas Weppler.

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Cochem. Neue »Partnerschaft für Gesundheit« von Verbandsgemeinde Cochem und Marienkrankenhaus startet mit Aktionen für Kinder – 188 Vorschulkinder und Erstklässler sind dabei.

Von Mario Zender

Bauchweh, Beinbruch oder eine dicke Erkältung: Im Cochemer Marienkrankenhaus bekommen es Ärzte und Pfl egekräfte in den kommenden Tagen mit ganz besonderen Patienten zu tun. Teddybären, Hasen und andere Kuscheltiere werden untersucht, geröntgt, verbunden und bei Bedarf sogar »operiert«. Dahinter steckt allerdings weit mehr als nur ein großer Spaß für die Kinder. Die Teddybärenklinik ist eines der ersten Projekte der neuen »Partnerschaft für Gesundheit«, die die Verbandsgemeinde Cochem und das Marienkrankenhaus Cochem gemeinsam ins Leben gerufen haben. Mit im Boot sind auch der Cochemer Kinderarzt Dr. Reinhold Jansen und der Kinderschutzbund. Ziel der neuen Partnerschaft ist es, Prävention und Gesundheitskompetenz zu stärken und gleichzeitig einen Beitrag zur langfristigen medizinischen Versorgung in der Region zu leisten. Der Verbandsgemeinderat hat, so Bürgermeister Wolfgang Lambertz, der Kooperation »einstimmig zugestimmt«. Den Auftakt bildet rund um den Weltkindertag ein umfangreiches Programm das sich bis zum 25. September erstreckt. Insgesamt 188 Vorschulkinder und Erstklässler sollen daran teilnehmen. Für die Erstklässler öffnet dabei die Teddybärenklinik ihre Türen. Die Kinder bringen ihre eigenen Kuscheltiere mit und bestimmen zunächst selbst, was ihren kleinen Patienten fehlt. Anschließend geht es durch verschiedene Stationen des Krankenhauses – von der Anmeldung über die Untersuchung bis hin zum Röntgen, Verbinden oder einer kleinen »Operation«. Die Kinder erleben das Krankenhaus dabei nicht selbst als Patienten, sondern als besorgte Teddy-Mamas und Teddy-Papas. So sollen sie spielerisch kennenlernen, was in einem Krankenhaus passiert, und mögliche Ängste vor Ärzten, Untersuchungen und medizinischen Geräten verlieren. Für VG-Bürgermeister Wolfgang Lambertz ist die Aktion zugleich ein passender Start für die neue Zusammenarbeit. »Wir haben traditionell einen sehr guten Kontakt zum Marienkrankenhaus und wollten diese Zusammenarbeit nun auf eine feste Grundlage stellen. Deshalb haben wir gesagt: Wir begründen eine Partnerschaft für Gesundheit«, erklärt Lambertz. Das zunächst etwas sperrig klingende Wort »Partnerschaft« solle ganz konkret mit Leben gefüllt werden. »Wir setzen dort an, wo wir eine besondere Kompetenz haben: bei Kindern und Jugendlichen«, so Lambertz. Besonders freue ihn, dass mehr als 120 Erstklässler aus der Verbandsgemeinde die Teddybärenklinik besuchen werden. Doch die neue Partnerschaft soll nicht nur Kindern die Angst vor dem Krankenhaus nehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, was passiert, wenn ein Baby oder Kleinkind tatsächlich in akuter Lebensgefahr ist. Dafür werden an einem der Aktionstage Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Medizin, Pfl ege und Rettungsdienst speziell in der Notfallversorgung von Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern geschult. Mit Simulationspuppen sollen unter möglichst realistischen Bedingungen unter anderem Wiederbelebung und andere Kindernotfälle trainiert werden. Kinderarzt Dr. Reinhold Jansen hält diese Schulungen gerade im ländlichen Raum für besonders wichtig. Immer wieder könnten medizinische Fachkräfte unvermittelt mit Kindernotfällen konfrontiert werden – beispielsweise mit Komplikationen bei Hausgeburten, schwer erkrankten Kindern von Urlaubern oder Notfällen mit Säuglingen. »Wir müssen sehen, dass alle, die hier im Medizinbereich tätig sind, sich in der Notfallversorgung von Kindern auskennen«, betont Jansen. Dazu gehörten die Reanimation von Neugeborenen und Säuglingen ebenso wie die richtige Versorgung nach Ertrinkungsunfällen und anderen akuten Notfällen. Die Schulung soll deshalb möglichst praxisnah auf hohem Niveau erfolgen. »Wir freuen uns sehr darauf. Ich glaube, auch die Mitarbeiter des Krankenhauses sind sehr interessiert und gespannt. Das zeigen die Anmeldungen«, sagt Jansen. Ergänzt wird das Programm durch einen Vortrag zur Notfallversorgung von Kindern. Organisiert wird dieser von der Kinder- und Jugendarztpraxis Dr. Jansen, die Finanzierung übernimmt der Kinderschutzbund. Auch Thomas Wagner, Chef des Marienkrankenhauses Cochem, sieht in der Kooperation weit mehr als eine einmalige Aktion. »Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Cochem und Herrn Dr. Jansen, um ein Zeichen für die Zukunft zu setzen «, sagt Wagner. Die Versorgung von Kindern und das Training der Mitarbeiter seien ein erster Schritt, »um die nachhaltige Gesundheitsversorgung hier in der Region zu stärken«.