Simone Wunder

Rheinischer Verein besucht Gondorf an der Mosel

Das Schloss von der Leyen in Gondorf beeindruckte die Teilnehmer der Exkursion des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz.

Das Schloss von der Leyen in Gondorf beeindruckte die Teilnehmer der Exkursion des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz.

Bild: Kultur- und Heimatverein Gondorf e.V.

Kreis. Ziel einer kürzlichen Exkursion des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem Zell, war Gondorf an der Mosel. Ein Ortsteil der Gemeinde Kobern-Gondorf mit reichen Zeugen seiner Geschichte.
Der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Gondorf e.V., Karl Groß, begrüßte die über 40 Gäste. Der Kultur- und Heimatverein „residiert“ im „Schloss von der Leyen“, im bergseitigen Teil der großen Schlossanlage zwischen Dorf und der B 416. Bis 1985 führte die B 416 durch die enge Ortslage von Kobern und Gondorf. Für die moselseitige Umgehungsstraße wurden zwei der historischen Gebäude der Schlossanlage „untertunnelt“. Das Schloss ist als „Burg“ erstmals erwähnt im Jahr 1272. Ab 1560 residierten die Fürsten von der Leyen hier und gestalteten die Burg zum Schloss um. Das Adelsgeschlecht von der Leyen war seinerzeit das mächtigste an der Mosel. Im Jahr 1720 gehörten ihnen allein 275.000 Rebstöcke. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss teilweise im neugotischen Stil umgebaut.
Heute gehört ein Teil der Schlossanlage dem Land Rheinland-Pfalz. Dort wurde der moselseitige Teil saniert und im Innern so umgebaut, dass dort ein Teil des Landeshauptarchivs auf 850 Quadratmetern und für zwei Kilometer Regalreihen, vor allem Kataster-Unterlagen aus zurückliegender Zeit, gelagert sind.
Der bergseitige Teil des Schlosses ist teils in privater Hand und dient Wohnzwecken, der mittlere Teil gehört der Gemeinde. Dort befand sich bis 1908 die Gondorfer Schule und bis 1965 die Wohnung des Pastors und das Pfarrbüro.
Der Kultur- und Heimatverein wurde im Jahr 2000 gegründet und hat heute rund 120 Mitglieder. Zweck des Vereins ist die Erhaltung des kulturellen Erbes. Der bergseitige Schlossteil wurde für die Zwecke des Vereins angemietet. Das Schloss war ziemlich heruntergekommen und unendlich viel ehrenamtliches Engagement war nötig, um die zahlreichen historischen Räumlichkeiten für die riesige Zahl an Exponaten aus der Vergangenheit des Dorfes im historischen Wein- und Heimatmuseum angemessen „bis unters Dach“ unterzubringen. Dazu gehören auch ein historischer Festsaal und ein „Trauzimmer“, das heute von zahlreichen Paaren für eine stimmungsvolle Hochzeitszeremonie genutzt wird. Die Museumsbesucher waren überwältigt von Zahl und Ausstattung der Räumlichkeiten, genauso von der Vielzahl an Exponaten aus Weinbau und Handwerk, eine Vielzahl von Haushaltsgegenständen. Aus der jüngeren Vergangenheit gibt es eine Vielzahl an Elektrogeräten, unter anderem Fernseher und Radios, an deren Form und Ausstattung sich nur noch Besucher jenseits der 70er oder 80er erinnern. Man kann stundenlang in altern Erinnerungen schwelgen. Fazit der Besucher: Schloss von der Leyen mit seinem historischen Museum ist eine Reise wert.