Simone Wunder

Spenderin aus Ernst rettet Leben

Ernst/Kreta (wun). Nadja Staroschinski wurde im Juni 2016 während einer Blutspendeaktion von einer Mitarbeiterin der Westdeutschen Spender-Zentrale (WSZE) angesprochen, sich als Stammzellspenderin registrieren zu lassen. Sie willigte ein – ein Schritt, der später einem Leukämiepatienten das Leben retten sollte.
Am 29. Juli 2016 erhielt sie ein Schreiben der WSZE, dass sie als Spenderin für einen Patienten infrage komme. Sie wurde eingeladen, für einen sogenannten Bestätigungstest nach Düsseldorf zu reisen, um die Eignung zur Spende endgültig prüfen zu lassen. Alle Untersuchungen verliefen problemlos und die Freude war groß: Nadja Staroschinski konnte einem Menschen eine neue Lebensperspektive schenken.
Am 17. Oktober 2016 war es soweit: Die Stammzellentnahme begann um 8 Uhr morgens und dauerte rund sechs Stunden. Nadja Staroschinski erhielt dazu jeweils einen Zugang in beide Armvenen, aus denen die benötigten Stammzellen gewonnen wurden. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen. Dem WochenSpiegel erzählt sie, dass sie über die Identität des Empfängers zunächst nur wusste, dass es sich um einen Mann mittleren Alters aus Kreta handelte.
Nach Ablauf der anonymen Frist von zwei Jahren fragte Nadja Staroschinski bei der WSZE nach, wie es dem Patienten ergangen sei. Leider erhielt sie keine konkrete Antwort. Da die Spende länderübergreifend stattfand und es keine Rückmeldungen von der Einrichtung des Empfängers gab, wurde ihr lediglich geraten, davon auszugehen, dass die Spende möglicherweise nicht erfolgreich gewesen sei – eine Nachricht, die sie zunächst betroffen stimmte.
Doch im November 2018 erreichte sie über den Messenger Facebook eine Nachricht von Vangelis Somaras aus Kreta: »Hallo Nadja, hast du mir vor zwei Jahren eine Spende gegeben?« Heute kann die 37-jährige Spenderin gar nicht mehr genau sagen, wie sie sich in dem Moment genau gefühlt hat. Dem WochenSpiegel erzählt sie, dass sie wohl aber einen lauten Schrei von sich gegeben haben muss: »Mama, er lebt!«
Von diesem Moment an entstand ein enger Kontakt zwischen Spenderin und Empfänger. Vangelis Somaras erzählte Nadja von seiner Familie: seiner Frau Fabienne, die aus Bayern stammt, und ihren zwei Kindern Veronika und Adamis.
Im Dezember 2018 reiste Nadja Staroschinski zusammen mit ihrer Schwester Rebecca nach Kreta, um an einer Charity-Veranstaltung zugunsten von Blutkrebspatienten teilzunehmen, bei der Vangelis die Aktion unterstützte. Dort wurde Nadja Staroschinski herzlich von Vangelis und seiner Familie empfangen. Den ganzen Tag über zeigte die Familie ihre Dankbarkeit – die Begegnung war für Nadja überwältigend und emotional bewegend.
In den folgenden Jahren besuchte Nadja Staroschinski ihn regelmäßig auf Kreta. Fünf Jahre nach der Stammzellenspende galt Vangelis als geheilt. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen war ein Besuch in den letzten beiden Jahren nicht möglich. Anfang Januar 2026 nutzte Vangelis aber die Gelegenheit, zusammen mit Frau und Kindern nach Deutschland zu reisen und Nadja Staroschinski in Ernst zu besuchen. Gemeinsam erkundeten sie die Umgebung, von der Reichsburg Cochem über die Historische Senfmühle bis zum Mosellandmuseum und einer Weinprobe.
Die besondere Geschichte von Nadja Staroschinski zeigt eindrucksvoll, wie einfach und wirkungsvoll eine Stammzellenspende sein kann.
 

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