Simone Wunder

Waldbauern im Landkreis beleuchten das Thema Waldfrüchte

Eine besondere Exkursion in den Privatwald „Am alten Ofen“ hatte Vorstandsmitglied Alber Jung organisiert. Der einzigartige Buchenwald in der Gemarkung Möntenich, der zu den schönsten im Landkreis gehört, bietet einen interessanten Einblick in heimische Ökosysteme.
Möntenich/Kreis. Die Bäume werden dort bis 45 Meter hoch, was für Buchen außergewöhnlich ist. Hintergrund ist der Ausbruch des Laacher See-Vulkan vor 13.000 Jahren. Die Bimsaschen sind durch Wind dorthin verfrachtet worden und haben den Boden entsprechend aufgewertet. Interessanterweise ist der komplette Wald in privatem Eigentum und gehört Waldbesitzern aus der Region, die ihn aktiv bewirtschaften.
Georg Theobald und Michael Marx aus Möntenich gaben Einblicke in die Waldbewirtschaftung am alten Ofen. Der Name leitet sich ab von der Köhlerei, die hier intensiv betrieben wurde, erläuterte Vorstandsmitglied Albert Jung. Man findet heute noch mit etwas Erfahrung Köhlerplatten. Das sind ebene Plateaus, auf denen Kohlemeiler aufgeschichtet wurden. Wenn man hier den Waldboden aufkratzt, ist die Erde peschschwarz. Diese Verfärbung wird durch die Kohlepartikel verursacht.
Das eigentliche Thema der Exkursion waren die Früchte des Waldes. Das Jahr 2026 beschert uns eine Vollmast für die Baumart Rotbuche. Das heißt, die Bäume tragen überschwänglich viele Bucheckern. Sie dienen als Nahrung für das Wild und in erster Linie zur Verjüngung des Waldes selbst. Zehntausende von jungen Buchen sind bereits gekeimt und bilden eine zweite Waldgeneration, dort wo Licht auf den Boden gelangt.
In den dicht geschlossenen Hallenwäldern ohne Natur-Verjüngung werden Sammelnetze ausgelegt, um die Bucheckern aufzufangen. Das Unternehmen Wald- Gold aus dem benachbarten Sevenich nutzt diese Früchte, um daraus Delikatessen herzustellen.
Zaneta Frankenfeld präsentierte bei dem anschließenden Besuch am Firmensitz in Sevenich das komplette Sortiment an heimischen Leckereien rund um das Thema Waldfrüchte. Von Pesto über Öle bis zu Gewürzsalzen konnten die Produkte unter professioneller Anleitung verkostet werden.
Geschäftsführer Josef Bleser vom Waldbauverein war sich einig mit den rund 20 Exkursionsteilnehmern, dass dieser Nachmittag etwas Besonderes in der Vereinsarbeit darstellt. Im Regelfall stehen forstliche Themen wie Waldbewirtschaftung und Holzernte im Vordergrund, dieses Mal die Verbindung von Wald und der Genuss von Waldfrüchten. „Wald ist eben mehr als die Summe der Bäume, die in ihm stehen.“