Ellen Trude
von unseren Lesern

Mahnwache in Euskirchen: Trauer, Trost und ein starkes Zeichen des Zusammenhalts

Mehr als 100 Menschen kamen am Donnerstagabend, 30. Juli, in Euskirchen zu einer Mahnwache anlässlich des Attentats auf den Berliner CSD zusammen. Menschen unterschiedlicher Generationen, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche und verschiedenen Organisationen sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung. Auch die Omas gegen Rechts aus dem Kreis Euskirchen waren vor Ort. Auffallend viele junge Menschen nahmen an der Mahnwache teil – darunter auch viele, die selbst nicht der queeren Community angehören. Andere schlossen sich spontan der Versammlung an. Die Mahnwache war geprägt von emotionalen Redebeiträgen, Musik und stillen Momenten. Besucherinnen und Besucher konnten Kerzen anzünden und der Opfer gedenken. Gleichzeitig entstanden auf dem Platz viele Begegnungen und Gespräche. Menschen spendeten einander Trost, suchten den Austausch und gaben sich gegenseitig Halt. Auch nach dem offiziellen Ende der Mahnwache blieben viele noch zusammen. In den Redebeiträgen wurde immer wieder deutlich, dass Humanismus, Respekt und die Achtung jedes Menschen zu den Grundfesten einer demokratischen Gesellschaft gehören. Der traurige Anlass rückte zugleich etwas anderes in den Mittelpunkt: Eine Gemeinschaft kann zusammenstehen, wenn es darauf ankommt. Zu den besonders bewegenden Momenten des Abends gehörte die Erinnerung an einen vor einigen Jahren verstorbenen Freund. Mario trug dessen Gedicht „Vom Leben und Leiden und den Wind in den Weiden“ vor. Die Worte über Leben, Leid, Abschied und die Kraft, dennoch weiterzugehen, verliehen der Trauer dieses Abends noch einmal einen sehr persönlichen Ausdruck. Bei der Mahnwache wurden außerdem Spenden für die Opfer gesammelt. Insgesamt kamen 410 Euro zusammen, darin enthalten war auch eine Spende der Seelsorge-Sprechstunde. Neben aller Trauer blieb am Ende vor allem der Eindruck einer starken Gemeinschaft. Menschen verschiedener Generationen und Hintergründe waren gekommen, viele bewusst, manche spontan. Sie begegneten einander, hörten zu und standen zusammen. Die Mahnwache in Euskirchen setzte damit ein stilles, aber deutliches Zeichen: für Mitgefühl, für Respekt und für eine Gesellschaft, die Menschen in schweren Momenten nicht allein lässt.