Ellen Trude
von unseren Lesern

Mahnwache in Euskirchen: Über 100 Menschen setzen ein Zeichen gegen Femizide

Mehr als 100 Menschen kamen am Mittwoch, 7. Oktober, auf dem Euskirchener Klosterplatz zusammen. Der Verein „Frauen helfen Frauen e.V. Kreis Euskirchen“ hatte zur Mahnwache aufgerufen. Die Teilnehmenden gedachten der ermordeten Frau und setzten zugleich ein deutliches Zeichen gegen Femizide. Eine Sprecherin des Vereins kritisierte, dass Morde an Frauen noch immer mit Begriffen wie „familiäres Unglück“ umschrieben würden. Solche Formulierungen müssten ein Ende haben. Sie verschleierten die Gewalt und ließen eine Tat wie ein schicksalhaftes Geschehen erscheinen. Die Forderung der Sprecherin: Diese Morde als das benennen, was sie sind – Femizide. Als Femizid wird die vorsätzliche Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts bezeichnet. Gemeint ist die tödliche Form geschlechtsspezifischer Gewalt, hinter der etwa Besitzansprüche, Kontrolle oder die Missachtung der Selbstbestimmung von Frauen stehen können. Während einer Schweigeminute wurde es still auf dem Klosterplatz. Mehr als 100 Menschen hielten gemeinsam inne. Das Gedenken an die Ermordete stand in diesem Moment im Mittelpunkt – und die Betroffenheit über ein Leben, das gewaltsam beendet wurde. Anschließend sangen die Teilnehmenden gemeinsam „Imagine“ von John Lennon. Das Lied mit seiner Vision einer friedlichen Welt war über den Platz zu hören. Bei dieser Mahnwache erhielt diese Vision einen konkreten Bezug: Ein friedliches Zusammenleben setzt voraus, dass Frauen ohne Angst vor Gewalt leben und selbst über ihr Leben bestimmen können. Die Mahnwache verband Trauer mit einer klaren gesellschaftlichen Forderung: Gewalt gegen Frauen muss sichtbar gemacht und ernst genommen werden. Dazu gehört auch eine Sprache, die weder verharmlost noch die Verantwortung für eine Tat verdeckt.