

Auch Theresa Caspers freut sich auf ihre Wohnung in diesem Projekt - und sie ist ein »Ripsdorfer Mädchen«. Grund genug für das Vereinskartell Ripsdorf, tätig zu werden. »Wir haben in den Vereinen gesagt, da müssen wir was machen. Da unterstützen wir gerne«, sagt Stefan Wagener, Vorsitzender des Vereinskartells.
Gesagt, getan: Viele der insgesamt neun Ripsdorfer Vereine konnten in diesem Jahr ein Jubiläum feiern - und bei den verschiedenen Veranstaltungen wurde fleißig für das Projekt gesammelt. Am Ende stand eine Summe von 3.143 Euro, die jetzt für das besondere Wohnprojekt übergeben wurden.
Laut Stefan Wagener machte das Feuerwehrfest, bei dem 700 Euro zusammenkamen, den Anfang. Weitere 600 Euro steuerte der Karnevalsverein aus dem Verkauf von Pins bei, der Junggesellenverein legte noch einmal 500 Euro obendrauf.
Zum finanziellen Höhepunkt wurde jedoch das lebendige Krippenspiel. »Da haben wir wahrhaftig eine unglaubliche Summe von 1.343 Euro sammeln können«, freute sich Laura Plötzer, die diese Veranstaltung mit organisiert hatte. Unter dem Strich kamen so 3.143 Euro zusammen.
Andreas Lang weiß die Unterstützung aus Ripsdorf zu schätzen: »Wir sind auf jeden Euro angewiesen und durch euer Engagement sind wir in der Lage, jungen Menschen Wohnraum zu schaffen, in denen die selbstbestimmt leben können«.
Geplant ist ein Gebäude, das Investor Tobias Schmiedel auf einem Grundstück errichten möchte, das er von der Gemeinde Kall zu einem Vorzugspreis für den sozialen Wohnungsbau erwerben konnte.
Der Verein wird nach der Fertigstellung rund 400 Quadratmeter für einen Zeitraum von 25 Jahren anmieten.
Auf dieser Fläche sollen acht private Wohnungen entstehen. Hinzu kommen ein gemeinsames Wohnzimmer sowie ein Aktiv- und Bastelraum. Auch die Küche muss den besonderen Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden und wird rollstuhlgerecht und unterfahrbar gestaltet. Ein Pflegebad und ein Büro für den Pflege- beziehungsweise Betreuungsdienst ergänzen das Raumangebot.
Das Konzept soll den jungen Bewohnern auf der einen Seite möglichst viel Eigenständigkeit ermöglichen, auf der anderen Seite aber auch die notwendige Unterstützung und Gemeinschaft bieten. Gerade die besonderen Anforderungen an die Barrierefreiheit machen das Vorhaben allerdings aufwendig und kostspielig.
Eigentlich sollte das Projekt bereits weiter sein. Ursprünglich war der Start für Mitte beziehungsweise Sommer dieses Jahres vorgesehen. Doch der endgültige Förderbescheid und die Freigabe der finanziellen Mittel stehen noch aus. Unter anderem werden Anträge beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) und bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geprüft.
»Wir warten sehnsüchtig auf die Freigabe der Fördergelder, damit der Baubeginn starten kann«, so Andreas Lang.
Nun hoffen die Beteiligten, dass Ende dieses Jahres oder spätestens Anfang des kommenden Jahres mit dem Bau begonnen werden kann.
Dass die Beteiligten trotz der Verzögerungen optimistisch bleiben, liegt auch an der Unterstützung, die sie in der Region erfahren. »Was wir hier an Zuspruch erfahren, das ist verrückt. Das ist hier die Eifel, das ist diese Dorfgemeinschaft, die noch stark ist«, sagt Andreas Lang. Ausdrücklich hob er dabei auch das starke Engagement der Hilfsgruppe Eifel hervor, die das Wohnprojekt tatkräftig unterstützt.




