Frederik Scholl

Zwölf Kommunen bündeln ihre Kräfte

Region Euskirchen. Mehrere Städte und Gemeinden aus den Kreisen Euskirchen, Düren und dem  Rhein-Sieg-Kreis haben sich zusammengeschlossen und die Genossenschaft »Energiewende RheinEifel« gegründet. Ziel der Genossenschaft ist es in Kooperation mit dem Energieunternehmen e-regio die regionale Energie- und Wärmewende voranzutreiben

Die kommunalen Gründungsmitglieder der Genossenschaft, e-regio und der neu gewählte Vorstand.  Zum ehrenamtlichen Vorstand gehören Christoph Becker, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bornheim, und Manuel Thom, Leiter Energiewendekoordination bei e-regio (2. u. 1 v. re.).  Sacha Reichelt (li.) wurde zum Bevollmächtigten der Generalversammlung gewählt, Ingo Pfennings (6.v.li.) zu seinem Vertreter.

Die kommunalen Gründungsmitglieder der Genossenschaft, e-regio und der neu gewählte Vorstand. Zum ehrenamtlichen Vorstand gehören Christoph Becker, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bornheim, und Manuel Thom, Leiter Energiewendekoordination bei e-regio (2. u. 1 v. re.). Sacha Reichelt (li.) wurde zum Bevollmächtigten der Generalversammlung gewählt, Ingo Pfennings (6.v.li.) zu seinem Vertreter.

Bild: Genossenschaft

Zwölf Kommunen aus dem Rhein-Sieg-Kreis, den Kreisen Euskirchen und Düren haben gemeinsam mit e-regio die Energiewende RheinEifel eG gegründet. Die neue Genossenschaft ist der bundesweit erste interkommunale Zusammenschluss, der die Energie- und Wärmewende langfristig koordiniert. Ziel sei es, Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen, so dass eine effiziente und bezahlbare Wärmezukunft für eine ganze Region gestaltet werden könne. Die neue Organisation biete dafür eine gemeinsame, verlässliche Arbeitsplattform.

Sacha Reichelt, Bürgermeister der Stadt Euskirchen und einer der Initiatoren war Gastgeber der Gründungsveranstaltung im Euskirchener Rathaus. Reichelt betonte: »Die Wärmewende macht nicht an Gemeindegrenzen halt. In der Genossenschaft konzentrieren wir unsere Expertise und entlasten die Verwaltungen – damit unsere Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft in einer lebenswerten und nachhaltigen Region leben, die eine bezahlbare, sichere und klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung sicherstellt.«

Die Initiatoren, zu denen neben Reichelt auch Bornheims Bürgermeister Christian Madt, ihre Amtskollegen aus Schleiden und Rheinbach, Ingo Pfennings und Dr. Daniel Phiesel, sowie der Energieversorger e-regio gehören – sehen die Zusammenarbeit als logischen Schritt. Aus ihrer Sicht sei es wenig sinnvoll, dass jede Kommune für sich dieselben Überlegungen anstelle, obwohl alle vor der gleichen Herausforderung stehen: die gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung nun in verlässliche Umsetzungsschritte zu überführen. Kommunale Erfahrungen und energiewirtschaftliche Expertise sollen in der Genossenschaft vereint werden, Doppelarbeit reduzieren und Mitgliedern ermöglichen, voneinander zu lernen.

Entscheidungen über konkrete Maßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur sollen weiterhin bei den Kommunen oder den Energieunternehmen verbleiben – die Genossenschaft verstehe sich jedoch als koordinierende Stelle.

Das Energieunternehmen e-regio übernimmt als überwiegend kommunales Unternehmen auf Wunsch der beteiligten Städte und Gemeinden die operative Umsetzung. Die Genossenschaft hat bewusst kein eigenes Personal und keine eigene Infrastruktur – alle notwendigen Leistungen werden effizient über den Ressourcenpartner e-regio und die Mitglieder organisiert oder über einen Pool von Experten gemeinsam beschafft. Die Finanzierung ist über ein transparentes Umlagesystem sichergestellt.

Kooperation mit »Strahlkraft«

Stefan Dott, e-regio Geschäftsführer erklärt: »Die Energiewende RheinEifel eG ist weit mehr als eine Kooperation. Sie kann zu einem Leuchtturmprojekt werden, das weit über die Region hinaus Strahlkraft entfaltet. Dass zum Start bereits zwölf Kommunen mitwirken, ist ein klares Zeichen für den gemeinsamen Gestaltungswillen. Die neue Genossenschaft ist der Motor, mit dem wir die Umsetzung einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Energiezukunft beschleunigen.« Dass sich beispielsweise Weilerswist und Zülpich nicht unter den Gründungsmitgliedern befinden, bedeute nicht, dass diese »abgewunken« hätten. Es habe bereits positive Signale gegeben, jedoch stünden die entsprechenden politischen Entscheidungen für einen Beitritt zur Genossenschaft noch aus, so Dott.Die Energiewende RheinEifel nimmt ihren Betrieb ab sofort auf. Eine der ersten Maßnahmen, um passende Lösungen für die Region zu identifizieren, ist der Aufbau eines umfassenden digitalen Zwillings der Region, der Energiewendeplattform RheinEifel. Diese bildet Gebäude, Infrastrukturen, Potenziale und Szenarien ab und ermöglicht es, Entscheidungen auf aktuelle Daten zu stützen – von Förderanträgen über Projektbewertungen bis hin zur Priorisierung von Maßnahmen. So werden Synergien sichtbar – etwa bei Abwärmepotenzialen, Wärmenetzen oder der Entwicklung energetischer Konzepte.

Die beteiligten Kommunen:

Rhein-Sieg-Kreis: Städte Bornheim und Rheinbach

Kreis Euskirchen: Städte Bad Münstereifel, Euskirchen, Mechernich, und Schleiden. Gemeinden Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim

Kreis Düren: Gemeinde Vettweiß