Simone Wunder

Bis zuletzt für Mayen im Einsatz

Die Stadt Mayen trauert um Käthe Eisenbürger. Mit der langjährigen Kommunalpolitikerin verliert die Eifelstadt eine Frau, die sich über Jahrzehnte mit außergewöhnlichem Engagement für ihre Heimat, die Menschen und die Politik eingesetzt hat. Käthe Eisenbürger verstarb im Alter von 92 Jahren.
Mit Käthe Eisenbürger verliert Mayen eine prägende Kommunalpolitikerin und engagierte Christdemokratin.

Mit Käthe Eisenbürger verliert Mayen eine prägende Kommunalpolitikerin und engagierte Christdemokratin.

Bild: Andreas Walz

Mayen (wun). Käthe Eisenbürger gehörte zu den Gesichtern der CDU in Mayen. Sie prägte den CDU Stadtverband ebenso wie die Frauen Union, deren langjährige Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende sie war. Besonders die Anliegen von Frauen lagen ihr stets am Herzen. Ihr politisches Wirken war geprägt von Überzeugung, Tatkraft und dem festen Willen, Politik nah an den Menschen zu gestalten.
Von 1994 bis 2009 gehörte sie dem Mayener Stadtrat an, ehe sie 2014 – mit damals bereits 80 Jahren – erneut kandidierte. Obwohl sie sich bewusst auf einen hinteren Listenplatz setzen ließ, wählten die Bürgerinnen und Bürger sie mit einem starken Vertrauensbeweis zurück in den Stadtrat. Gemeinsam mit drei deutlich jüngeren Ratsmitgliedern wurde sie damals augenzwinkernd zu den »vier jungen Wilden« gezählt. 
Auch als ehrenamtliche Beigeordnete der Stadt Mayen übernahm Käthe Eisenbürger von 2004 bis 2008 Verantwortung. Darüber hinaus engagierte sie sich weit über ihre politischen Ämter hinaus für das Stadtbild und das gesellschaftliche Leben.
Für ihre außergewöhnlichen Verdienste wurde Käthe Eisenbürger mit der Goldenen Verdienstplakette der Stadt Mayen ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger verdient gemacht haben – eine Auszeichnung, die ihr Wirken treffend beschreibt.
 
Politik war ihre Leidenschaft
 
Martin Reis, Vorsitzender des CDU Stadtverbandes Mayen, erinnert sich an eine Frau, die die Partei über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgeprägt habe. »Käthe hatte eine unglaubliche Energie und einen enormen Antrieb«, sagt er im Gespräch mit dem WochenSpiegel. Ihr Credo sei stets gewesen: »Wir müssen das machen. Wir müssen zu den Leuten. Wir müssen uns zeigen.« Für sie habe Politik bedeutet, präsent zu sein, den Dialog zu suchen und Verantwortung zu übernehmen.
Noch im Mai dieses Jahres war Käthe Eisenbürger mit 92 Jahren am Muttertagsstand der Frauen Union im Einsatz – ihr letzter öffentlicher Parteiauftritt. Auch den Frühjahrsempfang der CDU mit Ministerpräsident Gordon Schnieder besuchte sie, verrät uns Martin Reis. Bis zuletzt verfolgte sie das politische Geschehen mit großem Interesse. 
Reis erzählt uns zudem, dass er viele persönliche Erinnerungen mit der langjährigen Kommunalpolitikerin verbinde. Besonders eindrücklich sei für ihn der Oberbürgermeisterwahlkampf von Veronika Fischer im Jahr 2008 gewesen. Käthe Eisenbürger habe diesen mit großem Engagement unterstützt und maßgeblich dazu beigetragen, dass Fischer zur Oberbürgermeisterin der Stadt Mayen gewählt wurde.
Auch die Förderung des politischen Nachwuchses war ihr wichtig. Sie unterstützte die Junge Union bis ins hohe Alter und stand jungen Parteimitgliedern mit Rat und Erfahrung zur Seite. Viele in der CDU erinnern sich an sie als Mentorin, Ratgeberin und verlässliche Wegbegleiterin.
Mit Käthe Eisenbürger verliert Mayen eine engagierte Kommunalpolitikerin, die über Jahrzehnte Verantwortung übernahm und ihre Heimatstadt mit Herzblut mitgestaltete. Ihr Einsatz für die Menschen, ihr unermüdlicher Wille, Dinge anzupacken, und ihre tiefe Verbundenheit mit Mayen werden in Erinnerung bleiben.