Jutta Kruft

Waldbrand in der Vordereifel: Einsatzleitung wieder an Verbandsgemeinde übergeben

Feuerwehrleute im Einsatzgebiet am Sonntagmorgen.

Feuerwehrleute im Einsatzgebiet am Sonntagmorgen.

Bild: : S5 TEL MYK/Joël Maimann

Langscheid. Nach intensiven Löscharbeiten über mehrere Tage ist der Wald- und Wiesenbrand in der Verbandsgemeinde Vordereifel so weit abgelöscht, dass die Einsatzleitung am Sonntag, 16. August, um 8 Uhr von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz wieder an die Verbandsgemeinde Vordereifel übergeben werden konnte. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Beendet ist der Einsatz allerdings noch nicht: Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde werden die betroffenen Bereiche auch in den kommenden Tagen intensiv kontrollieren und bewässern.
Mit insgesamt rund 650 beteiligten Einsatzkräften bis Sonntagmittag zählt der Waldbrand zu den größten Einsätzen in der Geschichte des Landkreises Mayen-Koblenz. Seit Freitag waren durchgehend etwa 200 bis 250 Einsatzkräfte vor Ort. Hinzu kam eine große Zahl an Spontanhelfern, insbesondere Landwirte und Unternehmer aus der Region, die die Einsatzkräfte mit Fahrzeugen, Maschinen und bei der Wasserversorgung unterstützten.
Landrat Marko Boos zeigt sich angesichts der Dimension des Einsatzes und der geleisteten Arbeit tief beeindruckt: „Was unsere Blaulichtfamilie in den vergangenen fast 48 Stunden geleistet hat, ist unglaublich. Freiwillige Feuerwehr, DRK, THW, Polizei, Landwirte, Förster und viele spontane Helferinnen und Helfer haben alles gegeben. Mit welchem Engagement und teilweise bis an die Erschöpfungsgrenze hier gearbeitet wurde, verdient höchsten Respekt und Anerkennung.“ Ein besonderer Dank gelte auch den zahlreichen überörtlichen Einsatzkräften aus ganz Rheinland-Pfalz: „Ihr seid gekommen, um zu helfen – und habt eindrucksvoll gezeigt, was Zusammenhalt bedeutet.“
An dem Großeinsatz waren Kräfte des Technischen Hilfswerks aus dem Regionalbereich Koblenz, des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser und weiterer Hilfsorganisationen, von Landesforsten Rheinland-Pfalz, der Technischen Einsatzleitung Mayen-Koblenz, des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Vordereifel sowie der Polizei beteiligt. Hinzu kamen Feuerwehreinheiten aus dem Landkreis Mayen-Koblenz sowie den Landkreisen Ahrweiler, Cochem-Zell, Westerwaldkreis, Rhein-Hunsrück-Kreis und Rhein-Lahn-Kreis und der Städte Koblenz und Kaiserslautern. Unterstützt und beraten wurden die Einsatzkräfte vor Ort zudem durch das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz (LfBK RLP), die Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit (PUMA), den Deutschen Wetterdienst sowie Waldbrandspezialisten von Euro-Waldbrand.
Für die Brandbekämpfung standen den Kräften rund 100 Einsatzfahrzeuge sowie zahlreiche weitere Gerätschaften und Materialien zur Verfügung. Von besonderer Bedeutung war die Unterstützung aus der Luft: Zwei Polizeihubschrauber beteiligten sich mit sogenannten „Bambi Buckets“ an den Löscharbeiten. Dabei handelt es sich um Außenlastbehälter, mit denen Wasser aufgenommen und gezielt über dem Brandgebiet abgeworfen werden kann. Ein weiterer Polizeihubschrauber wurde zur Aufklärung aus der Luft eingesetzt.
Die Löscharbeiten wurden insbesondere am Freitag und Samstag durch Temperaturen von mehr als 35 Grad Celsius sowie das teilweise sehr steile und schwer zugängliche Gelände massiv erschwert. Insbesondere die ersten Einheiten, die am Freitag unter diesen Bedingungen in den Einsatz gingen, leisteten wichtige Arbeit, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
„Ohne das schnelle Eingreifen der zahlreichen Einsatzkräfte und die große Unterstützung durch die Spontanhelfer, insbesondere die Landwirte aus der Region, hätten wir den Brand nicht so schnell unter Kontrolle bringen können. Vermutlich wäre dann eine noch deutlich größere Fläche betroffen gewesen“, bilanziert Udo Mohr, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Vordereifel.
Wie herausfordernd und gefährlich der Einsatz war, zeigt auch die Zahl der Verletzten. Insgesamt wurden 22 Einsatzkräfte verletzt. Dabei handelte es sich überwiegend um leichtere Verletzungen und Erschöpfungserscheinungen, die medizinisch versorgt werden mussten. Ein Feuerwehrmann erlitt am Freitagabend einen Herzinfarkt. Er befindet sich weiterhin zur Behandlung im Krankenhaus, sein Zustand ist stabil.
Auch nach der Übergabe der Einsatzleitung gehen die Arbeiten vor Ort weiter. Einzelne Glutnester müssen voraussichtlich noch in den kommenden 24 bis 48 Stunden kontrolliert und abgelöscht werden. Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Vordereifel werden die betroffenen Waldflächen unter anderem mithilfe von Drohnen und Kontrollfahrten überwachen. Gefährdete Bereiche werden weiterhin vorbeugend gewässert, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Nach aktuellem Stand sind rund 50 Hektar Wald- und Vegetationsfläche von dem Brand betroffen. Im Einsatzgebiet befinden sich zudem weiterhin größere land- und forstwirtschaftliche Maschinen. Die Bevölkerung wird daher ausdrücklich gebeten, das betroffene Gebiet auch in den kommenden Tagen zu meiden und die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit nicht zu behindern.
Landrat Marko Boos dankt neben den Einsatzkräften ausdrücklich Bürgermeister Timo Kanzinger und der Verbandsgemeinde Vordereifel für die hervorragende Zusammenarbeit sowie der Technischen Einsatzleitung und dem Verwaltungsstab des Landkreises Mayen-Koblenz. Sein Dank richtet sich ebenso an die Bürgerinnen und Bürger für die große Unterstützung und die vielen positiven Rückmeldungen sowie an die Familien der Einsatzkräfte, die den Einsatz im Hintergrund mitgetragen haben. „Zusammenarbeit, Vertrauen und Menschen, die da sind, wenn sie gebraucht werden – genau das haben wir in den vergangenen Tagen erlebt“, fasst Landrat Marko Boos zusammen.