Claudia Neumann

Ärztemangel im Blick: Landkreis und Brüderkrankenhaus bündeln Kräfte

Trier. Neue Stipendienprogramme sollen Medizinstudierende frühzeitig an die Region Trier binden und die ärztliche Versorgung langfristig sichern.
Landrat Stefan Metzdorf (links) und Markus Leineweber, Vorsitzender des Direktoriums des Brüderkrankenhauses, unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Mit dabei sind Barbara Erschens (Landkreis, links) und Tanja Bormann (Brüderkrankenhaus), die die Stipendienprogramme betreuen.

Landrat Stefan Metzdorf (links) und Markus Leineweber, Vorsitzender des Direktoriums des Brüderkrankenhauses, unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Mit dabei sind Barbara Erschens (Landkreis, links) und Tanja Bormann (Brüderkrankenhaus), die die Stipendienprogramme betreuen.

Bild: Kreisverwaltung Trier-Saarburg

Ob Klinikum, Fachärzte oder Hausärzte – schon heute ist im Landkreis Trier-Saarburg und in der Region Trier der Mangel an ärztlichem Nachwuchs spürbar. Neben Maßnahmen wie dem Peter-Friedhofen-Stipendium des Brüderkrankenhauses Trier bietet nun auch der Landkreis Trier-Saarburg mit einem Hausarztstipendium Medizinstudierenden ein Angebot, ihr Studium zu finanzieren und gleichzeitig eine berufliche Perspektive in der Region zu erhalten.

Gemeinsames Ziel: Versorgung langfristig sichern

Bei der Suche, Betreuung und Begleitung der Studierenden während der Laufzeit des Stipendiums arbeiten das Brüderkrankenhaus Trier und der Landkreis Trier-Saarburg künftig zusammen. „Beide Partner verfolgen das gleiche Ziel: die ärztliche Versorgung in unserer Region nachhaltig zu sichern und zu verbessern. Während das Brüderkrankenhaus Trier dabei Ärzte für den Klinikbetrieb im Blick hat, wollen wir ein attraktives Angebot für angehende Allgemeinmediziner schaffen“, sagte Landrat Stefan Metzdorf anlässlich der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung.

Der Vorsitzende des Direktoriums des Brüderkrankenhauses, Markus Leineweber, ergänzte: „Durch die Kooperation können wir unseren Studierenden ein noch breiteres Angebot machen, auch bei Praktika und Hospitationen. So sehen wir in dieser Kooperation einen Gewinn für beide Partner.“

Bereits seit Jahren besteht eine Zusammenarbeit zwischen dem Brüderkrankenhaus Trier und dem Kreiskrankenhaus Saarburg. Die bestehende Kooperation habe es erleichtert, auch in diesem Bereich eine Vereinbarung zu treffen, erklärten Metzdorf und Leineweber.

Peter-Friedhofen-Stipendium für angehende Klinikärzte

Das Peter-Friedhofen-Stipendium des Brüderkrankenhauses richtet sich an Medizinstudierende in den letzten 24 Monaten ihres Studiums einschließlich des Praktischen Jahres. Sie erhalten eine monatliche Unterstützung von 500 Euro und absolvieren im Gegenzug eine Famulatur sowie das Praktische Jahr im Brüderkrankenhaus.

Betreut und begleitet werden die angehenden Ärzte von Tanja Bormann, die von einer durchweg positiven Nachfrage berichtet.

Hausarztstipendium des Landkreises

Um junge Menschen für eine Tätigkeit als Allgemeinmediziner im Landkreis Trier-Saarburg zu gewinnen, bietet der Kreis ein Stipendium von monatlich 700 Euro ab dem 5. Semester für maximal vier Jahre an. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten, eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner im Landkreis aufzunehmen und mindestens sieben Jahre in einer Hausarztpraxis im Kreis zu arbeiten.

Das Stipendium soll mit dem kommenden Semester starten. Bewerbungen sind in beiden Fällen ab sofort möglich.

Beim Landkreis begleitet Barbara Erschens das Stipendienprogramm. In enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, Kommunen und der Kassenärztlichen Vereinigung soll sie zudem Ansprechpartnerin sein, etwa bei der Suche nach Praxisnachfolgen oder bei der Koordination weiterer Unterstützungsangebote.

Leineweber und Metzdorf betonen, dass die Kooperation darauf abzielt, Nachwuchsärzte frühzeitig für die Region zu gewinnen und zu binden – unabhängig davon, ob sie später als Klinikärzte, Fachärzte oder Hausärzte tätig werden.


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