Antiatomnetz warnt vor Drohnenangriffen auf Cattenom
Die wiederholten Sperrungen des Luxemburger Flughafens Findel wegen unbekannter Drohnen Ende September lenken nach Einschätzung des Antiatomnetzes Trier den Blick auf die Sicherheit grenznaher Infrastruktur. In einer Pressemitteilung verweist die Initiative jetzt auf eine Untersuchung der Atomexpertinnen Oda Becker und Jutta Weber. Diese warne vor baulichen Sicherheitslücken des Atomkraftwerks Cattenom bei möglichen Drohnenangriffen. Die Anlage liegt rund 30 Kilometer südlich des Flughafens.
Antiatomnetz sieht Schwachstellen an Brennelementbecken
Im Mittelpunkt der von der Initiative angeführten Untersuchung steht das Gebäude zur Lagerung abgebrannter Brennelemente. Laut Antiatomnetz Trier sind die Wände im oberen Bereich des Gebäudes 30 Zentimeter dick, darüber befindet sich ein einfaches Blechdach. Das Reaktorgebäude verfüge dagegen über eine 90 Zentimeter dicke Hülle. Die Studie komme laut der Initiative zu dem Schluss, dass Drohnen mit bestimmten Gefechtsköpfen die Schutzbarriere durchdringen könnten.
Bei einer Beschädigung der Becken und einem Verlust des Kühlwassers könnten sich die Brennelemente nach Darstellung des Antiatomnetzes innerhalb weniger Stunden auf 900 Grad Celsius erhitzen. Die Hüllrohre könnten sich entzünden. Wegen der möglichen Strahlenbelastung wären Rettungskräfte laut der Pressemitteilung erheblichen Gefahren ausgesetzt.
Initiative warnt vor Folgen für die Region
Das Antiatomnetz Trier verweist zudem auf Berechnungen des europäischen Forschungsprojekts flexRISK. Demnach könnte eine Freisetzung radioaktiver Stoffe bei einem solchen Unfall Folgen haben, die mit denen von Tschernobyl vergleichbar seien oder diese überträfen. Je nach Wetterlage könnten Luxemburg, das Saarland und Rheinland-Pfalz betroffen sein.
Die Initiative fordert die Regierungen in Mainz, Saarbrücken und Luxemburg auf, von Frankreich einen Stopp der Pläne zur Laufzeitverlängerung für Cattenom zu verlangen. Nach Angaben des Antiatomnetzes erreicht Reaktor 1 in diesem Monat seine ursprünglich vorgesehene Betriebsdauer von 40 Jahren.
Außerdem ruft das Antiatomnetz Trier zur Unterzeichnung der Petition „STOPP CATTENOM“ auf. Sie ist unter stop-cattenom.de zu finden.
Die Angaben zu den Risiken und möglichen Folgen beruhen auf der Pressemitteilung des Antiatomnetzes Trier vom 12. Oktober 2026. Die dort angeführten Schlussfolgerungen der Studie wurden für diesen Beitrag nicht unabhängig überprüft.

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