Claudia Neumann

Moselbrücke vor jahrelanger Sanierung

Trier. Rund 140 Millionen Euro investiert die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes aktuell in die Autobahninfrastruktur in Rheinland-Pfalz. Die Moselbrücke Ehrang und die Fellertalbrücke zählen zu den zentralen Projekten.
Die Moselbrücke Ehrang im Zuge verbindet die A64 (Trier–Luxemburg) mit der A602 und ist eine wichtige Verkehrsachse zwischen Deutschland und Luxemburg.

Die Moselbrücke Ehrang im Zuge verbindet die A64 (Trier–Luxemburg) mit der A602 und ist eine wichtige Verkehrsachse zwischen Deutschland und Luxemburg.

Bild: Autobahn GmbH

Die Moselbrücke Ehrang wurde von 1966 bis 1968 errichtet und ist insgesamt 541 Meter lang. Sie besteht aus einer 157 Meter langen Beton-Vorlandbrücke und einer 384 Meter langen Stahlbrücke. Aufgrund von Ermüdungserscheinungen ist eine umfassende Instandsetzung erforderlich. Eigentlich ist langfristig ein Ersatzneubau vorgesehen. Die Planungen befinden sich jedoch noch im Anfangsstadium. Deshalb wird jetzt erstmal der Bestand saniert – aktuell läuft die Planung in drei Teilmaßnahmen. Die Bauarbeiten beginnen demnächst und sollen bis Dezember 2034 dauern.

2026 wird zunächst ein Hängegerüst an der Unterseite der Stahlbrücke angebracht. Der Aufbau erfolgt zwischen den beiden Längsträgern des Stahlbauwerks und soll bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. Das Gerüst bleibt bis zum Ersatzneubau der Moselbrücke Ehrang bestehen. Es ermöglicht neben der Instandsetzung der Unterseite auch eine fortlaufende Schadenserkundung. Die Aufbauarbeiten erfolgen ohne Verkehrsbeeinträchtigungen.

Erst Unterseite, dann Oberseite

Im Anschluss ist die Instandsetzung der Unterseite des Stahlbauwerks zwischen den Längsträgern vorgesehen. Diese Arbeiten sind für den Zeitraum von 2027 bis 2029 geplant und umfassen im Wesentlichen die Instandsetzung der Schweißnähte. Die Schweißarbeiten können nur erschütterungsarm, also in Bereichen ohne fließenden Verkehr, ausgeführt werden.

Um dies sicherzustellen, wird der Verkehr aus Fahrtrichtung Luxemburg ab der Anschlussstelle Trier-Hafen über die B 53 zur A 1, Anschlussstelle Schweich, umgeleitet. Der Verkehr in Fahrtrichtung Luxemburg ist davon nicht betroffen. Die Schweißarbeiten sollen vorzugsweise in verkehrsarmen Zeiten in der Nacht oder am Wochenende stattfinden, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Alle übrigen Instandsetzungsarbeiten an der Unterseite der Moselbrücke können ohne Verkehrsbeeinträchtigungen durchgeführt werden.

Die Schweißarbeiten werden vorgezogen, um die spätere Umleitung für den Schwerlastverkehr im Zuge der anschließenden Instandsetzung der Oberseite auf ein erforderliches Minimum zu reduzieren.

Im Rahmen der dritten Teilmaßnahme ist die Instandsetzung der Oberseite der Moselbrücke Ehrang vorgesehen. Geplant ist die Erneuerung der Brückenkappen einschließlich der Schutzeinrichtungen und Brückengeländer sowie der Bauwerksabdichtung und des Fahrbahnbelags. Die Arbeiten sollen in fünf Bauabschnitten von 2030 bis 2034 erfolgen.

Die Maßnahme wird unter Aufrechterhaltung des Verkehrs durchgeführt. Den Verkehrsteilnehmern steht jeweils ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung. Um die Tragfähigkeit der Moselbrücke Ehrang während der Baustellenverkehrsführung sicherzustellen, ist ein Befahren des Stahlbauwerks durch Schwerlastverkehr im direkten Begegnungsverkehr nicht möglich. Deshalb wird der Schwerlastverkehr aus Fahrtrichtung Luxemburg ab der Anschlussstelle Trier-Hafen über die B 53 zur A 1, Anschlussstelle Schweich, umgeleitet. In den Wintermonaten ruhen die Bauarbeiten; in dieser Zeit stehen drei Fahrstreifen zur Verfügung.

Nach Abschluss der Instandsetzung soll die Moselbrücke Ehrang mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h auf drei Fahrstreifen befahrbar sein. Großraum- und Schwerlasttransporte werden gegebenenfalls auch nach der Instandsetzung ganzjährig nur unter Auflagen zugelassen.

Sanierung der Fellertalbrücke bis 2027

Auch die Fellertalbrücke im Zuge der A1 wird seit 2024 instandgesetzt. Das 830 Meter lange Bauwerk aus dem Jahr 1982 soll voraussichtlich im Dezember 2027 fertiggestellt sein. Die Investitionskosten liegen bei rund 16,5 Millionen Euro. Erneuert werden unter anderem Fahrbahnbelag, Abdichtung, Bauwerkskappen, Schutzeinrichtungen, Brückenlager, Fahrbahnübergänge und Entwässerungseinrichtungen.

Weitere Großprojekte in Rheinland-Pfalz

  • A48: Ersatzneubau Anschlussstellenbauwerk Höhr-Grenzhausen
  • A61: Instandsetzung der Moseltalbrücke Winningen
  • A61: Ersatzneubau der Großtalbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal
  • A61: Sechsstreifiger Ausbau zwischen Anschlussstelle Rheinböllen und Tank- und Rastanlage Hunsrück
  • A1 Lückenschluss zwischen Blankenheim-Kelberg: Beginn der bauvorbereitenden Maßnahmen am Südabschnitt