

Sie ist einem Millionenpublikum als Darstellerin aus der TV-Serie Die Rosenheim-Cops bekannt – doch hinter dem Lächeln von Karin Thaler verbarg sich lange eine Geschichte, die kaum jemand kannte. In ihrem Buch »Stark, weil ich stark sein musste« öffnet sie sich so persönlich wie nie zuvor und erzählt von einem Leben zwischen öffentlichem Erfolg und privatem Ausnahmezustand.
Der Anstoß kam 2022 nach dem Tod ihrer Mutter. In deren Unterlagen fand Karin Thaler eine 129-seitige Lebensbeschreibung mit dem Titel »Mein anderes Leben« – ein Vermächtnis, das sie tief berührte. »Es fühlte sich richtig an«, sagt sie. Auch, weil ihre Mutter selbst davon gesprochen hatte, alles aufzuschreiben. Nun hat die Tochter diese Geschichte aus ihrer eigenen Perspektive vollendet – ehrlich, schonungslos und sehr persönlich.
Das Buch ist keine klassische Promi-Biografie, sondern eine eindringliche Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. Thaler schildert die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter, deren Spielsucht das Leben beider zunehmend bestimmte. Über Jahre führte sie ein Doppelleben: Hier die erfolgreiche Schauspielerin, dort die Tochter, die versuchte zu helfen, Schulden zu begleichen – und sich dabei selbst verlor. »Ich spielte vor und hinter der Kamera«, beschreibt sie diese Zeit. Der enorme Druck blieb nicht ohne Folgen: Über ein Jahrzehnt litt sie unter schweren Herzrhythmusstörungen. Dass sie dennoch nicht aufgab, führt Thaler auf ihre innere Stärke zurück – und auf die Menschen an ihrer Seite. Ihr Mann Milos und ihre beste Freundin Tine seien ihre »zwei Schutzengel«, die sie getragen haben – auch in den dunkelsten Phasen. Heute blickt sie differenziert auf den Begriff Stärke: »Es war eine Belastung, stark sein zu müssen. Aber ich bin daran gewachsen.« Diese Erfahrung habe sie geprägt – und zugleich widerstandsfähiger gemacht.
Das Schreiben wurde für sie zu einem intensiven Prozess der Aufarbeitung. Gemeinsam mit ihrer Ghostwriterin entstand das Buch in elf Monaten – ein Weg, der nicht immer leicht war. »Ich habe alles noch einmal durchgekaut und ausgespuckt» sagt sie. Es wurde geweint, aber auch gelacht. Vergebung spielt dabei eine zentrale Rolle – gegenüber ihrer Mutter, aber auch sich selbst. »Vergeben ist der Schlüssel zum Glück.«
Heute wirkt die 61-Jährige angekommen. Nach Jahrzehnten vor der Kamera, einer langen Ehe und einem stabilen privaten Umfeld hat sie ihren »Seelenfrieden« gefunden. Ihr Blick richtet sich nach vorn – und auf das, was sie weitergeben möchte: Hoffnung und den Mut, sich Hilfe zu holen. »Man muss da nicht allein durch«, betont die Frau, die in ihren jungen Jahren mit Frauenschwarm Sascha Hehn liiert war. Gerade für Menschen in ähnlichen Situationen wolle sie ein Zeichen setzen.
Mit ihrem Buch bricht Karin Thaler bewusst ein Tabu. Sie spricht über Sucht, Co-Abhängigkeit und familiäre Belastungen – Themen, die oft im Verborgenen bleiben. Gerade deshalb sei es wichtig, darüber zu reden, sagt sie. Damit Betroffene sich nicht schämen müssen. Und damit Heilung möglich wird.
Am Ende steht eine Frau, die gelernt hat, sich selbst wertzuschätzen. »Ich bin gut zu mir und meinem inneren Kind«, sagt sie. Ein Satz, der bleibt – und der vielleicht das größte Geschenk dieses Buches ist.
Das Buch ist jetzt im Knaur HC Verlag erschienen:
Karin Thaler: Stark, weil ich stark sein musste
Neuerscheinung 1. April 2026
Seitenzahl: 248 Seiten
ISBN-10: 3426563118
ISBN-13: 978-3426563113
Wir verlosen zwei Exemplare! Wer gewinnen will, schickt eine E-Mail mit dem Betreff »Karin Thaler« an gewinnen@weiss-verlag.de
Teilnahmeschluss: 31. August
Teilnahmebedingungen unter www.wochenspiegellive.de/service/gewinnspiele
Datenschutzbestimmungen finden Sie unter www.wochenspiegellive.de/datenschutz
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