

Sie zeigt wieder die Zeit – und erinnert zugleich an eine besondere Verbindung: Die restaurierte Sonnenuhr am Stölpe-Pater-Brunnen in der Saarstraße ist offiziell wieder aufgestellt worden. Das steinerne Kunstwerk war ein Geschenk der französischen Partnerstadt Saint-Fargeau und ist damit nicht nur ein Stück Stadtgeschichte, sondern auch ein sichtbares Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft.
Dass die Sonnenuhr heute überhaupt wieder in neuem Glanz erstrahlt, ist in hohem Maße Hermann Dellwing zu verdanken. Der Hermeskeiler hatte den schlechten Zustand des Zeitmessers schon vor Jahren registriert und sich gemeinsam mit dem Heimatverein immer wieder um die Sonnenuhr gekümmert. Schließlich wandte er sich an die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie, Arbeitskreis Sonnenuhren, und fragte nach einer finanziellen Unterstützung aus dem Nachlass eines Sonnenuhrenfreundes. Eine Förderung von rund 50 Prozent der Kosten wurde ihm zunächst in Aussicht gestellt.
Mit dieser Zusage organisierte Dellwing im Februar ein Treffen mit Vertretern der Stadt, des Bauamtes, des Heimatvereins und einem Steinmetz. Dabei wurde schnell deutlich, dass eine umfassende Restaurierung notwendig war. Der Steinmetz nahm die Sonnenuhr direkt mit und erstellte ein Angebot.
Die Kosten für die Restaurierung beliefen sich auf rund 3500 bis 3600 Euro. „Dann haben wir uns auf die Suche gemacht nach Sponsoren und weiteren Förderern“, berichtete Stadtbürgermeister Christoph König bei der offiziellen Wiederaufstellung. Im städtischen Haushalt waren die Mittel dafür nicht vorgesehen.
Die zunächst zugesagte Förderung übernahm die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie, Arbeitskreis Sonnenuhren, zur Hälfte der Kosten. Weitere 1000 Euro steuerte die Karl-Katharina-Heil-Stiftung bei. Auch weitere Unterstützer beteiligten sich an der Finanzierung. Die Stadt Hermeskeil übernahm zunächst die Vorfinanzierung der Restaurierung.
Eine weitere Voraussetzung für die Auszahlung der Fördermittel war eine Tafel, auf der die Unterstützer genannt werden. Diese wurde ebenfalls angebracht. „Somit konnte man dann den Auftrag erteilen, die Sonnenuhr reparieren, instand setzen zu lassen“, sagte König.
Der Stadtbürgermeister dankte allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben – darunter dem Heimatverein, den Förderern und dem Steinmetzbetrieb. Auch ein Mitarbeiter des ausführenden Betriebs war zur Wiederaufstellung gekommen.
Für Corinna Schneider, Vorsitzende des Deutsch-Französischen Freundeskreises Hermeskeil-Saint-Fargeau, ist die Sonnenuhr weit mehr als ein restaurierter Stein. Der Verein beschäftige sich immer wieder mit der Frage, wie Geschenke aus Saint-Fargeau in Hermeskeil sichtbar gemacht werden können.
„Umso trauriger waren wir natürlich wegen des Zustandes der Sonnenuhr“, sagte Schneider. Umso glücklicher sei sie gewesen, als der Vorschlag aufgekommen sei, die Sonnenuhr zu restaurieren und anschließend gemeinsam wieder aufzustellen. „Wir haben sofort Ja gesagt.“
Die Sonnenuhr war der Stadt Hermeskeil einst von Saint-Fargeau zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft geschenkt worden. Damit steht sie heute sinnbildlich für eine Verbindung, die über viele Jahrzehnte von Vereinen und Menschen beider Städte getragen wurde.
Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten wurde die Sonnenuhr nun wieder an ihrem Platz am Stölpe-Pater-Brunnen aufgestellt. Hermann Dellwing und Mitglieder des Heimatvereins waren dabei selbst aktiv.
Schneider dankte Stadtbürgermeister König, dem Heimatverein, den Unterstützern und dem Steinmetz für die gelungene Restaurierung. König seinerseits würdigte das Engagement aller Beteiligten.
Anschließend zogen Vertreter der Förderer gemeinsam die Tücher von der restaurierten Sonnenuhr. Damit ist das Geschenk aus Saint-Fargeau wieder sichtbar im Hermeskeiler Stadtbild – und kann künftig nicht nur die Zeit anzeigen, sondern zugleich an die Freundschaft zwischen Hermeskeil und seiner französischen Partnerstadt erinnern.




