Andreas Bender

Gemeinsam gegen Waldbrände: Pilotlehrgang stärkt Feuerwehren im Kreis

Kreis Birkenfeld. Angesichts zunehmender Trockenheit und steigender Waldbrandgefahr gewinnt die Ausbildung der Feuerwehren im Bereich Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung immer mehr an Bedeutung.

Bei einem Pilotlehrgang in Birkenfeld machten sich Feuerwehrleute aus dem gesamten Nationalparklandkreis fit, um Wald- und Vegetationsbrände schnell und effektiv bekämpfen zu können.

Bei einem Pilotlehrgang in Birkenfeld machten sich Feuerwehrleute aus dem gesamten Nationalparklandkreis fit, um Wald- und Vegetationsbrände schnell und effektiv bekämpfen zu können.

Bild: Jan-Niklas Finck/Kreisverwaltung Birkenfeld

Vor diesem Hintergrund veranstaltete der Nationalparklandkreis Birkenfeld kürzlich im Rahmen der Kreisausbildung erstmals einen zweitägigen Lehrgang zu diesem Thema. Die als Pilotprojekt angelegte Weiterbildung richtete sich an Führungskräfte und Ausbilder aus den Verbandsgemeinden (VG) Baumholder, Birkenfeld und Herrstein-Rhaunen sowie der Stadt Idar-Oberstein. Ziel war es, diese als Multiplikatoren auszubilden, damit sie das erlernte Wissen anschließend innerhalb ihrer Feuerwehren weitergeben können.

Insgesamt nahmen 24 Feuerwehrangehörige aus dem gesamten Kreisgebiet am Lehrgang teil. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Pilotlehrgang sollen nun ausgewertet werden, um die Ausbildung weiterzuentwickeln und künftig als festen Bestandteil in die Kreisausbildung zu integrieren. 

Die Lehrgangsleiter Christian Lorenz und Steven Wilson verfügen bereits über umfangreiche Erfahrung in diesem Bereich. In den vergangenen Jahren führten sie bereits mehrere Multiplikatorenschulungen zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung in der VG Birkenfeld durch. Nun fand erstmals eine kreisweite Ausbildung dieser Art statt, die zusätzlich durch Kreisausbilder aus dem gesamten Landkreis unterstützt wurde. 

Der erste Ausbildungstag stand ganz im Zeichen der Theorie. Dabei wurden zunächst die Grundlagen der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung aufgefrischt. Außerdem vermittelten die Ausbilder wichtige Einsatzgrundsätze und bereiteten die Teilnehmer auf den umfangreichen Praxisteil am Folgetag vor. 

Dieser begann mit der Vorstellung der eingesetzten Materialien, Ausrüstungsgegenstände und Fahrzeuge. Im Fokus standen dabei insbesondere die vom Kreis beschafften Rollcontainer zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung sowie das ebenfalls vom Kreis angeschaffte Tanklöschfahrzeug TLF 4000, das bei der Feuerwehr Herrstein-Niederwörresbach stationiert ist. 

Darüber hinaus konnten die Teilnehmer direkt an einem der vier neuen Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge vom Typ TLF 3000 auf Unimog-Basis üben. Diese speziell für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung konzipierten Fahrzeuge wurden identisch von den VG innerhalb des Landkreises sowie der Stadt Idar-Oberstein beschafft. Der Kreis Birkenfeld beteiligte sich dabei mit 50 Prozent an den Anschaffungskosten.  Die einheitliche Beschaffung der Fahrzeuge stärkt zugleich die kreisweite Zusammenarbeit bei Vegetationsbrandeinsätzen. 

An insgesamt drei Ausbildungsstationen erhielten die Teilnehmer anschließend unterschiedliche Vorgehensweisen für Einsätze bei Wald- und Vegetationsbränden vermittelt. An der ersten Station stand das mobile Vorgehen mit Löschfahrzeugen im Mittelpunkt. Hierbei wurden den Teilnehmern zwei verschiedene Methoden vorgestellt, die je nach Fahrzeugtyp angewendet werden können.

 

Die zweite Station beschäftigte sich intensiv mit den verschiedenen Handwerkzeugen, die den Feuerwehren zur Verfügung stehen. Dort wurden unter anderem mit Waldbrandäxten und anderen Handwerkzeugen sogenannte „Wundstreifen“ angelegt. Dabei wird brennbares Material wie Gras, Laub oder Unterholz entfernt und der Boden freigelegt. Dadurch findet das Feuer beim Erreichen dieses Streifens kein weiteres brennbares Material und kann sich nicht weiter ausbreiten. Anschließend wurde an dieser Station zudem ein Feuer mithilfe von Löschrucksäcken, Feuerpatschen und weiteren Handwerkzeugen abgelöscht. 

An der dritten Station wurde das stationäre Vorgehen bei Wald- und Vegetationsbränden trainiert. Die Taktik bei Vegetationsbränden unterscheidet sich in mehreren Punkten von der klassischen Brandbekämpfung. Verwendet werden unter anderem kleinere und leichtere Schläuche, die insbesondere bei hohen Temperaturen und in unwegsamem Gelände Vorteile bieten und den Einsatzkräften das Arbeiten erleichtern. 

Insgesamt kann der Pilotlehrgang als voller Erfolg bewertet werden. Die Verantwortlichen planen daher, die Ausbildung künftig dauerhaft in das Ausbildungsprogramm des Nationalparklandkreises Birkenfeld aufzunehmen. Mit Blick auf zunehmende Extremwetterlagen und längere Trockenperioden sehen die Verantwortlichen darin einen wichtigen Baustein für die zukünftige Einsatzvorbereitung der Feuerwehren im Landkreis.