Klaus Desinger

"Idar-Obersteiner Messe soll wieder blühen"

Idar-Oberstein. Seit gut einem halben Jahr leitet Alexander Klein als Geschäftsführer die Messe. Im WochenSpiegel-Gespräch berichtet der 33-Jährige über seine Strategie, das Haus wieder in die schwarzen Zahlen zu führen.

Der richtige Mann am richtigen Platz: Alexander Klein ist seit einem halben Jahr Messe-Chef in Idar-Oberstein.

Der richtige Mann am richtigen Platz: Alexander Klein ist seit einem halben Jahr Messe-Chef in Idar-Oberstein.

Bild: Klaus Desinger

Große Namen sollen Besucher in die Messehallen locken. So sind für kommendes Jahr Auftritte von Bülent Ceylan und Olaf Schubert geplant. Insgesamt soll das etwas elitäre Image der Messe abgestreift werden. So soll es Veranstaltungen geben, die sich jeder leisten kann, dazu gehört etwa eine Dino-Show oder der etablierte Mädchenflohmarkt. Eigentlich sei es eher eine Multifunktionshalle, als eine Messe.

»Es wurde ein pragmatischer Chef gesucht«

»Es geht darum, die Leute wieder hier hin zu bekommen. Wir müssen das Vorhandene wieder große machen«, sagt Klein, der auch Vorsitzender der Karl-May-Festspiele in Mörschied ist und in dieser Saison als Häuptling Weißer Biber durch die Hunsrück-Prärie ritt. Überhaupt stand der gelernte Elektroniker am Scheideweg, professioneller Schauspieler zu werden. Das Schicksal wollte es anders. Durch die Präsenz der Karl-May-Messe pflegte der Vater einer Tochter bereits beste Kontakte zur Messegesellschaft und wurde gefragt, ob er dieser nicht vorstehen wollte. Da konnte der »Macher«, wie sich Klein selbst bezeichnet, nicht widerstehen.
Es wurde ein pragmatischer Chef gesucht, er bewarb sich, setzte sich gegen 16 Mitbewerber durch und bekam den Posten. Nun wehen wieder die Fahnen auf dem Messeparkplatz und Rückenwind bekommt der Stuntman von den Gesellschaftern der Messe GmbH. Die will er wieder in die schwarzen Zahlen hieven, damit sie sich selbst trägt. Schon dieses Jahr hofft der Boss auf ein Ergebnis mit positiven Zahlen. Um das zu erreichen, gibt es viele Ideen. Und die muss er haben, finden Leucht-
turmausstellungen wie die Intergem oder die Kostbar nicht mehr statt, da sich zu wenige Aussteller fanden. Dennoch will Klein versuchen, wieder eine Schmuckmesse zu etablieren, aber eben eine, die für jeden interessant ist und zu der jeder willkommen ist. Auch eine Genuss- oder Weihnachtsmesse plant der 33-Jährige spätestens 2027.

Tanzabende und Partys


Fünf oder sechs eigene Messen sollen es schon sein im Jahr, dazu externe Veranstaltungen wie die Tattoo Convention, eine Gesundheitsmesse mit Sportvereinen und Firmen, die Mineralienwelt, eine Jagdmesse und eine Automesse mit Showprogramm. Die Planungen für die Baumesse kommendes Jahr laufen auf Hochtouren, aber sie soll auch interessant für junge Menschen sein. Generell will Klein weg vom angestaubtem Image vieler Messen. Die Ausstellungen sollen jeden begeistern und anlocken, nicht nur Besucher mit dickem Geldbeutel. Dazu sollen Events wie Tanzabende, Ü 30 und Ü 40-Partys aus der Taufe gehoben werden.
Bereits nach einem halben Jahr seiner Tätigkeit beobachtet Klein ein höheres Volumen an Anfragen. Dies sei auch dem Umstand geschuldet, dass das Messeteam effektiv auf die Leute zugehe. So gibt es viele Betriebsveranstaltugen, Parteitage oder Veranstaltungen von Ministerien. Das spreche sich rum und generiere Folgeaufträge. »Die Messe liegt mitten in Rheinland-Pfalz und ist preislich interessant im Vergleich zu Trier, Mainz oder Saarbrücken«, freut sich Klein. Die Raummiete an der Nahe sei überschaubar. Zurzeit profitiert die Messegesellschaft auch von der renovierungsbedingten Schließung des Stadttheaters...
Eine neue Homepage und aktive Social Media-Inhalte begleiten den Aufschwungsprozess.
Zur Seite stehen dem Geschäftsführer drei festangestellte Mitarbeitende, zwei Teilzeitkräfte und sechs Minijobber in der Gastro. Und alle seien mit Feuereifer am Werk. »Hier schaut keiner auf die Uhr«, sagt Klein, der selbst eine 50 bis 60-Stunden-Woche absolviert. Dennoch resümiert Klein, es sei die richtige Entscheidung gewesen, den Job zu machen. »Die Messe soll wieder blühen«.