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Waldbrand: "Haben die Lage im Griff" - Rallyefahrzeug löste wohl das Feuer aus

Reichenbach. Seit der Alarmierung am Donnerstag zur Mittagszeit hält der großflächige Wald- und Vegetationsbrand bei Reichenbach die Einsatzkräfte in Atem

Großer Waldbrand im Kreis Birkenfeld

Großer Waldbrand im Kreis Birkenfeld

Bild: Florian Blaes

„Wir haben die Lage im Griff und machen gute Fortschritte“, zog der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises Birkenfeld, Lukas Klein, am Freitagmorgen Zwischenbilanz, als er die Einsatzleitung wieder von seinem Kollegen aus der Vulkaneifel, Markus Keppler, übernahm. „Der Einsatz ist bislang optimal gelaufen“, lobte Landrat Miroslaw Kowalski: „Die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen, den Behörden sowie den örtlichen und überörtlichen Kräften funktioniert reibungslos und sehr effektiv, auch dank des von allen Stellen unbürokratisch bereitgestellten Materials.“ Koordination und Engagement seien hervorragend.

Flammenmeer breitete sich in Windeseile aus

In allen Teilen des Nationalparklandkreises ertönte am Donnerstag das Martinshorn: Während sich das Flammenmeer rasend schnell ausbreitete, konnte die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Baumholder unter Wehrleiter Marco Braun und seinem Stellvertreter Armin Schneider auf Verstärkung aus der Stadt Idar-Oberstein und den Verbandsgemeinden Birkenfeld und Herrstein-Rhaunen sowie die Bereitstellungsraumeinheit des Landkreises zählen. Bis zum Abend trugen etwa 220 Feuerwehrleute und sonstige Hilfskräfte dazu bei, das Brandgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. Ständig drehende Winde erschwerten die Löscharbeiten und erforderten besondere Wachsamkeit, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. „Durch ihren Einsatz haben die Kameradinnen und Kameraden mögliche Gefahren für die Gemeinde Kronweiler und das Abfallwirtschaftszentrum Reibertsbach abgewendet“, betonte Klein. Während die durch das Brandgebiet führende Hauptstromleitung zeitweilig abgeschaltet werden musste, konnte der beherzte Einsatz die zweite Leitung sicher und betriebsbereit halten. Eine große Hilfe waren dabei die drei Polizeihubschrauber aus Rheinland-Pfalz und Hessen, die löschten und die Lageerkundung ermöglichten, Wasserwerfer der Polizei, die Feuerwehren der Bundeswehr sowie der US-Army und @fire. „Glücklicherweise gab es abgesehen von kleinen Blessuren keine Verletzten“, stellte der Landrat erleichtert fest. Sowohl die Schnelleinsatzgruppe des Landkreises als auch DRK-Einheiten fanden sich in großer Zahl an der Brandstelle ein.

Freitag kein Helikopter zur Verfügung

Über Nacht lösten sieben Züge der überörtlichen Bereitschaft aus dem Leitstellenbereich Trier (Stadt Trier, Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg und Vulkaneifel) die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Birkenfeld ab. Mit sechs Tanklöschfahrzeugen und einem UTV blieben örtliche Kräfte, die sich abwechselten, bei der Brandbekämpfung unterstützend tätig. Die Technische Einsatzleitung übernahm in der Nacht der Landkreis Bad Kreuznach, der auch zwei Löschzüge und ein Messfahrzeug entsandte. Sein stellvertretender BKI Holger Schmidt ersetzte nachts Jan-Niklas Finck als Leiter der Führungsgruppe.
„Am Freitag setzen wir die Bekämpfung der Glutnester im unwegsamen, teils steilen Gelände fort“, informierte Klein. „Dabei unterstützt uns auch die Forstverwaltung mit schwerem Gerät, zum Beispiel Harvestern.“ Schon am Donnerstag schlugen die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk aus Idar-Oberstein und Worms und ein Dutzend Landwirte mit Pionierpanzern, Raupen und Traktoren Schneisen in den Wald, um die Einsatzabschnitte voneinander abzugrenzen und ein Übergreifen des Feuers auf weitere Areale zu verhindern. Dennoch vernichtete das Feuer nach bisherigen Erkenntnissen insgesamt 21 Hektar Wald und sonstige Vegetation, teilte Kowalski mit. Zwar steht am Freitag kein Helikopter zur Verfügung, „aber durch unsere Drohnenstaffel und die aus Trier und St. Wendel erhalten wir ein umfassendes Lagebild“, erläuterte Klein. Vor Ort waren auch der Landesbrand- und Katastrophenschutzinspekteur (LBKI) Tom Riedel, das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz und die Facheinheit Presse- und Medienarbeit (PuMA) aus Kaiserslautern.

Zu dem Rallyefahrzeug, das infolge eines Unfalls auf einer Testfahrt den Brand auslöste, bestätigte der Dezernent der Kreisverwaltung, Roland Praetorius, dass es ohne Genehmigung auf einem Wirtschaftsweg der Gemeinde Reichenbach unterwegs war und von der Polizei für weitere Ermittlungen sichergestellt wurde.

Geplant ist, dass die Einsatzleitung am frühen Freitagnachmittag wieder auf die Verbandsgemeinde Baumholder übergeht.