Abbildung 1: Hanf ist eine sehr alte Pflanze mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Unternehmen, die Hanf anbauen, müssen bestimmte Bedingungen, die das Landwirtschaftsministerium vorgibt, einhalten. Außerdem darf dafür nur zertifiziertes Saatgut verwendet werden.

Der Mega-Hype um CBD-Öl – was steckt dahinter?

CBD ist einer der Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze, der andere ist THC. CBD sind Cannabidiole, denen viele positive Wirkungen nachgesagt werden. So soll der Wirkstoff entzündungshemmend, entkrampfend und schmerzstillend wirken. Eines ist er nicht: Er hat keine psychedelische Wirkung. Von CBD wird niemand high. Der berauschend wirkende Stoff im Marihuana ist das THC – Tetrahydrocannabinol. Dieser Wirkstoff ist in CBD-Ölen nicht enthalten oder nur in geringem Maß. Cannabidiol ist auch nicht toxisch und lässt sich auch über einen längeren Zeitraum anwenden. THC-Öle sind in der Apotheke gegen Vorlage eines Rezeptes vom Arzt erhältlich, sie sind verschreibungspflichtig, weil sie unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Ärzte verschreiben es, um starke Schmerzen zu behandeln oder gegen verschiedene Nervenleiden. CBD-Öl hingegen ist rezeptfrei erhältlich und darf maximal 0,2 Prozent THC enthalten. Doch was ist dran am Mega-Hype rund um CBD-Öl?

Jahrtausende alte Heilpflanze – der Hanf

Die Hanfpflanze war schon vor 5000 Jahren als Medizin bekannt. Damit zählt Hanf zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Er findet Anwendung in den verschiedensten Lebensbereichen. Aus Hanf lassen sich Kleidung, Nahrungsmittel, Brennstoff und auch Medizin herstellen. Die Nutzpflanze ist sehr ertragreich und braucht nur wenig Dünge- und Spritzmittel. Die EU fördert den Anbau THC-armer Nutzhanfsorten.

Die Hanfpflanze enthält viele Pflanzenstoffe, von denen bisher 489 bestimmt werden konnten. Enthalten sind Terpene, Flavonoide und Phytocannabinoide, zu denen das CPB zählt. Allein an Phytocannabinoiden konnten über 100 verschiedene Stoffe identifiziert werden. Am bekanntesten sind dabei THC, Cannabidiole, Cannabinole (CBNs) und Cannabigerole (CBGs). Diese und weitere Begriffe im Zusammenhang mit Cannabinoiden und dem Cannabinoidsystem erklärt die CBD-Enzyklopädie.

Abbildung 2: CBD-Öl ist eines der reinsten Öle, das es aktuell im Handel gibt. Mit einem THC-Gehalt unter 0,2 Prozent ist es ohne Rezept erhältlich.

Die Herstellung von CBD

CBD muss aus der Hanfpflanze extrahiert und isoliert werden. Dazu gibt es mehrere verschiedene Möglichkeiten. Die am meisten angewandte ist die sogenannte Extraktion mit überkritischem CO2 (Kohlenstoffdioxid). Dabei ist vorher und/oder nachher eine sogenannte Decarboxilierung notwendig. Dabei handelt es sich um die Umwandlung von Carbonsäure in pharmakologisch wirksame Cannabinoide.

Reines CBD lässt sich synthetisch herstellen. Dabei ist die CO2-Extraktion das am häufigsten genutzte Verfahren. Seine Beliebtheit gründet auf der geringen Umweltschädlichkeit und auf der nicht vorhandenen Toxizität. Allerdings ist dieses Verfahren auch wesentlich teurer als andere Methoden zur Extraktion. Andere Extraktionsmethoden sind: Ethanol-Extraktion, Öl-Extraktion und Kohlenwasserstoff-Extraktion. CBD kommt am häufigsten als CBD-Öl in den Handel. Dabei ist Cibdol eines der reinsten CBD-Öle, die derzeit erhältlich sind. 

Die bedeutendsten und bereits erforschten Wirkmechanismen von CBD

CBD hat eine ähnliche Wirkung wie Capsaicin und stimuliert den Vanilloid-Rezeptor Typ 1. Die Folge kann eine schmerzhemmende Wirkung sein. Dies hat T. Bisogno et al. in einer Studie nachweisen können. Cannabinoide wirken auf den Adenosin-Signalweg und können eine verstärkte Ausschüttung der Neurotransmitter Noradrenalin und Adrenalin harmonisieren. Außerdem binden sie den GPR55-Rezeptor an, was die entzündungshemmende Wirkung ergänzt. CBD und andere Cannabinoide wirken als starke Radikalfänger im Körper und schützen die Zellen.

Wissenschaftlich noch nicht endgültig bewiesene Wirkmechanismen

Den Inhaltsstoffen der Hanfpflanze, insbesondere dem CBD, werden noch weitere Wirkungsmechanismen zugeschrieben, deren tatsächliche Wirksamkeit noch nicht wissenschaftlich belegt ist. Es kann antibakteriell und blutdrucksenkend wirken. Erbrechen und Übelkeit lindern, das Zellwachstum von Tumoren und Krebszellen hemmen, Schuppenflechte lindern, das Knochenwachstum und das Immunsystem fördern. Sogar eine Diät unterstützen könnten Cannabidiole. Außerdem soll es neuroprotektiv und entzündungshemmend wirken. CBD ist noch lange nicht vollständig erforscht, noch fehlen fundierte Studien, die die Wirksamkeit belegen.

Unerwünschte Nebeneffekte

Durch die Anwendung von CBD kann es auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, wie Forscher in Studien festgestellt haben. Zu den Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, ein trockener Mund, Benommenheit und Schwindel. Die beiden letztgenannten sind auf die blutdrucksenkende Wirkung zurückzuführen.

Die verschiedenen Cannabisprodukte

Cannabidiol können Menschen auf verschiedene Art und Weise einnehmen. Sehr weit verbreitet ist Cannabisöl, CBD-Öl oder auch sogenanntes Vollspektrum-CBD-Öl. Hier gibt es für Verbraucher verschiedene Zusammensetzungen und Dosierungen. Darüber hinaus gibt es auch andere Cannabisprodukte, beispielsweise Tee, Pflegeprodukte oder Liquids, die CBD-Öl enthalten.

Abbildung 3: Der Anbau von Nutzhanf ist für Privatpersonen immer noch verboten. Wer sich nicht daran hält, verstößt gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Was ist der Unterschied zwischen einem CBD-Öl aus Isolat und einem Vollspektrum CBD-Öl?

Cannabis-Öle gibt es in verschiedenen Formen zu kaufen. Das CBD-Öl aus Isolat entsteht mithilfe der CO2-Extraktion oder der Lösungsmittel-Extraktion. Dabei wird das CBD aus der Pflanze isoliert und an einen Trägerstoff gebunden. Der Trägerstoff kann zum Beispiel Kokosöl oder ein anderes hochwertiges pflanzliches Öl sein. Das Cannabidiol kann in verschiedenen Konzentrationen von fünf Prozent, zehn Prozent oder 20 Prozent im Öl enthalten sein. 

Für ein Vollspektrum-Präparat muss das Cannabidiol destilliert werden. Dabei bleiben auch andere hochwertige Inhaltsstoffe der Hanfpflanze erhalten. Ein Vollspektrum-CBD-Öl enthält in der Regel auch geringe Mengen des psychoaktiven THC. Hier greifen allerdings gesetzliche Bestimmungen, die besagen, dass der Gehalt an THC 0,2 Prozent nicht übersteigen darf.

Was ist besser? CBD-Öl oder Vollspektrum-Öl?

Aufgrund des sogenannten Entourage-Effekts ist es besser, ein Vollspektrum-Präparat anzuwenden. Dieser Begriff stammt aus der Cannabis-Forschung und besagt, dass alle Wirkstoffe der Cannabispflanze, also Terpene, Flavonoide und Cannabinoide zusammen, ein breiteres Wirkspektrum haben als die isolierten Substanzen. Diese Erkenntnis hat Ethan Russo gewonnen, ein Forscher, der schon seit vielen Jahren Cannabis und seine Wirkung untersucht. Er hat auch aufgezeigt, wie sich die verschiedenen Inhaltsstoffe aufeinander auswirken. 

Abbildung 1: Pixabay © TinaKru (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: Pixabay © CBD-Infos-com (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: Pixabay © TerreDiCannabis_ (CC0 Public Domain)