Vorschriften und Limits in der deutschen Glücksspielpolitik

Das Glücksspiel in Deutschland ist strikt geregelt. Schon lange gab es Regelungen rund um die örtlichen Spielstätten, seit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag ist auch das Online-Glücksspiel reguliert. Online-Casinos und Sportwettenanbieter müssen sich an feste Vorgaben halten, nicht nur, um eine Lizenz zu erhalten, sondern auch, um diese zu behalten. Aber welche Vorgaben stechen besonders hervor? Dieser Artikel schaut sich das einmal an. 

Monatslimits

Viele regelmäßige Spieler kennen bereits Limits. Online-Casinos, wie auch andere Online-Glücksspielanbieter gaben ihren Nutzern immer die Möglichkeit, ein Monatslimit festzulegen, welches sogar auf Tage oder Wochen heruntergestellt werden konnte. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag ist das Monatslimit jedoch festgesetzt: 

-    Höhe – monatlich dürfen Spieler höchstens 1.000 Euro einzahlen. Der gesamte Einzahlungsbetrag darf also nicht diese Schwelle übersteigen. Ob dieses eingezahlte Geld nun vollends eingesetzt wird, bleibt unberücksichtigt. 
-    Ausnahme – trotzdem dürfen Spieler einen höheren Betrag einsetzen. Gewinne aus bisherigen Spielen fallen nicht unter das Monatslimit. 

Angedacht ist, dass die Monatslimits der User in einer zentralen Datei gespeichert werden, sodass es nicht möglich sein soll, nach Erreichen des Limits in Casino A noch bei Casino B weiterzuspielen. Bislang ist dies wohl noch nicht der Fall, vermutlich auch, weil die betreffende Behörde noch nicht vollständig den Betrieb aufgenommen hat. 

Rund um das Limit ist es aber eine verpflichtende Angabe, jedem Spieler direkt nach dem Einloggen eine Statistik über die Einzahlungen, Gewinne und Verluste in den letzten dreißig Tagen einzublenden. Der Spieler muss die Statistik bestätigen müssen, erst dann darf er zum Angebot weitergeleitet werden. Diese Statistik kennen viele Lottospieler mitunter von ihren Online-Lottoanbietern. 


5-Sekunden-Regel 

Huh? Heißt das nicht »3-Sekunden-Regel«? Nein, die Rede ist natürlich nicht von der »Weisheit«, dass alles, was herunterfällt und nicht länger als drei Sekunden am Boden liegt, direkt in den Mund gesteckt werden kann. Diese Regel beschäftigt sich mit den beliebten Onlineslots: 

-    Spielablauf - durch die Regelung wird der Spielablauf beeinflusst. So muss ein Spin am Automaten (auch offline) fünf Sekunden andauern und während dieser Zeit gesperrt sein. Erst nach Ablauf der Frist kann der Spieler einen neuen Spin starten. 
-    Hintergrund - durch die neu entstandene Wartezeit sollen sich Spieler über ihr Spiel bewusst werden. Die Regel soll helfen, Glücksspielsucht zu vermeiden. 
-    Autoplay - diese Funktion wurde durch die Regel quasi abgeschafft. Durch die Autoplay-Variante wurden alle Pausen unterdrückt, sodass sie nicht länger legal ist. 

Casinobetreiber mögen die Regel natürlich weniger, wie auch viele Spieler nicht. Denn durch den Zeitstopp ist es nicht mehr möglich, so viel und häufig innerhalb einer bestimmten Zeit zu spielen. Wer eine Stunde spielen möchte, der kann nun weniger Spiele am Slot machen vorher.  Auf diesem Portal lassen sich Casinos ohne 5 Sekunden Regel finden, wobei auch immer die Lizenz unter die Lupe genommen werden sollte.

Keine gleichzeitigen Wetten 

Diese Regelung ist mitunter schwierig, zu verstehen, da die Trennung teilweise marginal ist. Fakt ist: 

-    Online-Casino – das Casinogeschäft muss eine eigene Website haben. 
-    Sportwetten – sie müssen klar vom Casinogeschäft getrennt sein. 

Beide Abschnitte benötigen einen eigenen Account beziehungsweise ein eigenes Anmeldefeld. Das klingt simpel? Ganz so einfach ist es nicht, denn die Trennung ist zumindest in der Praxis und trotz deutscher Lizenz teils wirklich verschwommen. Denn: 

-    Account – wenngleich sich neu angemeldet werden muss, so ist es doch oft möglich, sich mit demselben Account bei beiden Spielarten anzumelden. Wer also gerade mit seinem Sportwettenaccount eingeloggt ist und eine Wette abgegeben hat, der kann den Casinobereich des Anbieters aufsuchen und sich dort meistens (nicht immer) mit diesem Account einloggen. 
-    Trennung Angebot – beide Spielbereiche müssen deutlich voneinander getrennt und auch unabhängig voneinander aufrufbar sein. Zudem ist es nicht erlaubt, dass im Casino für Sportwetten oder andersherum geworben wird. 

Die wirkliche Vorgabe finden Spieler letztendlich in ihrem Account, da eingezahlte Gelder immer nur für einen Bereich gelten können. Wer also 100,00 Euro auf seinen Sportwettenaccount einzahlt, der kann für den Betrag keine Casinospiele zocken. Auch Gewinne werden nur den jeweiligen Bereichen gutgeschrieben und können nicht auf den anderen Bereich übertragen werden. 

Panic-Button 

Auch er ist neu. Jeder Glücksspielbetreiber muss online einen sogenannten Panikknopf zur Verfügung stellen. Dieser muss gut auffindbar und ersichtlich sein. Klickt ein Spieler auf den Knopf, so sperrt er seinen Zugang für 24 Stunden. Diese Variante soll helfen, die Spielsucht zu unterbrechen. 

Zugleich sind Glücksspielanbieter dazu angehalten, ordentliche Sperrlisten zu führen und den Spieler auf dessen Wunsch hin dauerhaft vom Spielgeschehen auszuschließen. Steht ein Spieler auf der Sperrliste, so darf er nirgendwo mehr zocken, bis er sich von der Liste streichen lässt. Eine Sperrung bei Sportwetten zieht also eine Sperrung in Casinos mit sich. 


Kein Live-Spiel 

Auch das regelt der Glücksspielstaatsvertrag, obwohl es hierbei wohl Änderungen gibt, wenn die Bundesländer ihre eigenen Vorgaben erarbeiten. Aktuell sind in Online-Casinos keine Live-Bereiche zugelassen, sofern der Anbieter eine deutsche Lizenz besitzt oder sie wünscht. Roulette, Poker oder Black Jack können somit nur in der virtuellen Variante gespielt werden. Und bei Sportwetten? Auch hier gibt es Vorschriften: 

-    Einschränkungen – bestimmte Live-Wetten dürfen nicht mehr oder nur in deutlich geringerer Anzahl geboten werden. Darunter fallen mitunter die beliebten Ereigniswetten, die fast nahezu verschwunden sind. 
-    E-Sports – auch rund um diese Wetten ist das Angebot deutlich eingeschränkt worden. 

Die Ereigniswetten stehen in Verdacht, ein enorm hohes Sucht- und Verlustrisiko zu haben. Offenbar haben viele Menschen sehr hohe Einsätze auf Ereigniswetten geleistet. 
 

Fazit – auch Nutzer spüren die Änderungen 

Sicherlich ist ein monatliches Limit von 1.000 Euro den meisten Glücksspielfans herzlich egal. Nur wenige waren jemals bereit, diesen Betrag in einem Monat nur für das Spiel zu verwenden – viele hatten das Geld gar nicht zur freien Verfügung. Andere Änderungen sind hingegen durchaus schmerzlich, wie beispielsweise das Verbot vieler Live-Wetten oder der Live-Bereiche im Casino. Auch die Fünf-Sekunden-Regel sorgt bei etlichen Zockern für Ärger. Wie es tatsächlich rund um den Panic-Button und die Sperrliste und deren Umsetzung steht, ist ein Thema, welches kontrolliert werden muss. Bislang wurden Sperrlisten in allen Bereichen oftmals nicht so gezielt umgesetzt, als dass sich ein Spieler wirklich sicher schützen konnte.