Claudia Neumann

Ehemaliger Trierer Dompropst Werner Rössel gestorben

Trier. Der frühere Generalvikar des Bistums Trier starb am Freitag im Alter von 80 Jahren nach langer, schwerer Krankheit.

Bild: Bistum Trier

Bischof Stephan Ackermann würdigte den Verstorbenen als Geistlichen, der sein Leben ganz in den Dienst des Bistums gestellt habe. Ab 1994 habe Rössel in Trier gewirkt und zwei Bischöfe als Generalvikar unterstützt. In seine Amtszeit fiel die Heilig-Rock-Wallfahrt 1996, als Dompropst begleitete er die Wallfahrt 2012.

Auch in den vergangenen Jahren, als seine gesundheitlichen Kräfte nachließen, habe Rössel Anteil am Leben der Kirche im Bistum genommen. Seine brüderliche und humorvolle Art werde ihm in dankbarer Erinnerung bleiben, erklärte Ackermann.

Dompropst Weihbischof Jörg Michael Peters erinnerte an Rössels 17-jährigen Dienst als Hausherr des Trierer Doms. Dieser sei für ihn eine zweite Heimat gewesen. Unter Rössels Federführung seien unter anderem der Kreuzgang renoviert und das Domchorhaus neu errichtet worden.

Requiem am 9. November im Dom

Das Requiem für Werner Rössel wird am Montag, 9. November, um 9.30 Uhr im Trierer Dom gefeiert. Anschließend wird er auf dem Kapitelsfriedhof im Domkreuzgang beigesetzt. Das Totengebet findet am Sonntag, 8. November, um 18 Uhr im Rahmen der Vesper im Dom statt.

Wer sich persönlich verabschieden möchte, kann am Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr in der Savigny-Kapelle im Domkreuzgang Abschied nehmen. Dort ist der Verstorbene aufgebahrt. Bischof Ackermann und Dompropst Peters bitten um das Gebet für den Verstorbenen.

Vom Jugendpfarrer zum Generalvikar

Werner Rössel wurde am 14. August 1946 in Ahrweiler geboren und am 24. Juni 1973 zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten als Kaplan und Vikar in Waldbreitbach übernahm er 1976 das Amt des Regionaljugendpfarrers für die Region Mosel-Eifel-Hunsrück. Ab 1981 war er Diözesanjugendpfarrer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Trier und Geistlicher Beirat der Abteilung Jugend im Bischöflichen Generalvikariat.

1987 wurde Rössel Pfarrer in Daun und übernahm weitere Aufgaben als Dechant und Gebietspfarrer. 1990 wurde er Regionaldekan der Region Rhein-Wied-Sieg, ein Jahr später auch Vorsitzender des dortigen Caritasverbandes.

1994 berief ihn der damalige Bischof Hermann Josef Spital zum Generalvikar. Im selben Jahr wurde Rössel Domkapitular an der Hohen Domkirche zu Trier. Nach Spitals Emeritierung war er von Januar 2001 bis April 2002 Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators Weihbischof Leo Schwarz. Bischof Reinhard Marx ernannte ihn 2002 erneut zum Generalvikar. Dieses Amt übte Rössel bis zum 1. Januar 2005 aus.

Bereits am 26. Mai 2004 hatte ihn das Domkapitel zum Dompropst gewählt. Im Januar 2005 übernahm er zusätzlich Aufgaben als Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben, Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke und Kanzler der Bischöflichen Kurie. Diese Ämter hatte er bis Oktober 2016 inne. Zum 31. Dezember 2021 schied Rössel altersbedingt aus dem Amt des Dompropstes aus.