Seit 25 Jahren für kranke Kinder im Einsatz

Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen hat am vergangenen Freitag (7. September) in einer kleinen Feierstunde das Bestehen des Kinderbesuchsdienstes des Kinderschutzbundes, der vor 25 Jahren ins Leben gerufen wurde, gefeiert.
Die Ehrenamtlichen des Kinderbesuchsdienst, Dr. med. Wolfgang Thomas, Bruno Worst, Elke Boné-Leis und Verena Backendorf. Foto: Hansen

Die Ehrenamtlichen des Kinderbesuchsdienst, Dr. med. Wolfgang Thomas, Bruno Worst, Elke Boné-Leis und Verena Backendorf. Foto: Hansen

Im Trierer Klinikum Mutterhaus sind Kinder, die von ihren Eltern oder Bezugspersonen aus unterschiedlichen Gründen nur selten oder nur unter schwierigen Bedingungen besucht werden können, nicht allein. Dafür sorgt seit über 25 Jahren der ehrenamtliche Besuchsdienst des Kinderschutzbundes Trier.

Dankeswort vom Chefarzt

Das 25- jährige Jubiläum startete mit der Begrüßung von Dr. Wolfang Thomas, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin. Er bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Helfern für ihre jahrelangen Dienste. Er erwähnte besonders die in den vergangenen Jahren dazugekommenen Veränderungen, die eine Konkurrenz und Herausforderung für den Besuchsdienst darstellen: Zum einen, dass die Kinder mittlerweile mit elektronischen Mitteln aller Art ausgestattet sind und zum anderen die zunehmende Skepsis der Eltern, die den Austausch erschweren. "Auch die zunehmende Bewegungs- und Spielunfähigkeit der Kinder stellt ein heutiges Problem da. Zum Teil wissen sie gar nicht was es bedeutet Karten zu spielen oder etwas vorgelesen zu bekommen", so der Chefarzt. Gerade aus diesem Grund, schätz Thomas die Arbeit des Kinderbesuchsdienst sehr und betont: "Sie alle machen Kinderschutz, in erzieherischer und therapeutischer Weise."

"Wieso eigentlich kein Mann?"

Im Anschluss daran sprach der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Trier, Bruno Worst. Auch er bedankte sich bei allen Anwesenden und sprach davon, wie glücklich er ist in solch einer Position zu sein und diesen Dienst begleiten zu können. Schon seit zehn Jahren stellt Worst sich die gleiche Frage: "Warum eigentlich kein Mann?" und blickte in die Runde, die nur aus weiblichen Ehrenamtlichen besteht. "Natürlich sind auch Männer im Kinderbesuchsdienst willkommen", wird später von der Gründerin, Elke Boné-Leis, betont. "Heute geht es darum, dass Sie sich feiern lassen", beendet Worst seine Rede und lädt alle Anwesenden zu einer extra Feier ein, die der Kinderschutzbund veranstaltet.

25 Jahre Entstehungsgeschichte

"Es ist schwer, 25 Jahre in zehn Minuten zusammen zu fassen", beginnt eine sichtlich gerührt Boné-Leis ihre Rede. Sie hat den Kinderbesuchsdienst 1993 ins Leben gerufen und unter der Federführung der damaligen Chefärzte etabliert. Heute kümmert sich Verena Backendorf, Pflegedienstleisterin für die Kinderabteilungen, um die Koordination des Besuchsdienstes auf den Kinderstationen. Boné-Leis erzählt die lange Geschichte der Entstehung, die anfangs mit zwölf Frauen startete, heute sind es um die 30 Ehrenamtliche. Durch die Jahre hinweg entwickelte sich das Spektrum des Besuchsdienst immer weiter: Anfangs ging es lediglich darum den Kindern ihren Aufenthalt im Krankenhaus zu erleichtern, heute gehört unter anderem auch der Fahrdienst für Eltern, die Betreuung der Geschwister oder ein Übersetzungsdienst zu den Aufgaben. Auf Abruf gibt es zwölf Heimatsprachler. Zwischenzeitlich zählte der Dienst um die 50 Ehrenamtliche. Mit den Abschlussworten "Lasst euch feiern, ihr habt es verdient", schließt Boné-Leis ihre Rede ab.

Eine nicht selbstverständliche Arbeit

Am Schluss der Feierstunde redet Verena Backendorf. Auch sie bedankt sich bei allen Ehrenamtlichen, die immer nur das Ziel haben die Kinder liebevoll zu betreuen, ihre Zeit mit ihnen zu teilen und somit die Pflegeteams und die Eltern entlasten. Sie betont die guten Reaktionen der Kinder und Eltern und sagt: "Ihre Arbeit ist besonders und nicht selbstverständlich." Besonders glücklich ist sie darüber, dass es seit kurzer Zeit auch eine Betreuung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt.

Gute Arbeit wird belohnt

Als Anerkennung erhalten die Ehrenamtlichen am Ende eine Zuwendung in Höhe von 1000 Euro für ein gemeinsames Essen und jeder eine Orchidee. Im Anschluss daran war Zeit bei einem kleinen Imbiss ihre Erfahrungen auszutauschen. IH, Foto: Hansen