Nico Lautwein

Tag der Restaurierung: Blick hinter die Kulissen der Museumsstadt Trier

Trier. Zum Tag der Restaurierung öffnen Museen und Römerbauten ihre Türen. Führungen und Workshops zeigen, wie historische Bücher, Kunstwerke und archäologische Funde erhalten werden.

Wie werden jahrhundertealte Bücher erhalten? Was verraten Wasserzeichen über historisches Papier? Und wie werden archäologische Fundstücke restauriert? Rund um den Tag der Restaurierung geben die Häuser der Museumsstadt Trier Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, wie vielfältig Restaurierung, Konservierung und Denkmalpflege sind.

Den Auftakt machen die Kaiserthermen

Bereits am Donnerstag, 15. Oktober, um 15.30 Uhr führt Dr. Karl-Uwe Mahler in den Kaiserthermen durch fast 150 Jahre Restaurierungsgeschichte. Unter dem Titel „Vergangene und aktuelle Restaurierungen in den Kaiserthermen“ geht es um die Herausforderungen beim Erhalt der römischen Ruinen und aktuelle Maßnahmen zu ihrer Sicherung. Treffpunkt ist der Eingang der Kaiserthermen.

Kinder entdecken die Kunst der Restaurierung

Am Freitag, 16. Oktober, von 10 bis 12 Uhr richtet sich das Angebot „Die Kunst der Restaurierung“ im Rheinischen Landesmuseum an Kinder zwischen sieben und elf Jahren. Gemeinsam mit Sammlungsleiter Jost Mergen entdecken sie historische Fundstücke aus Ton, Glas und Stein.

Anschließend können die Kinder selbst kreativ werden: Gemeinsam mit dem Team der Restaurierungswerkstatt stellen sie eine Gipskopie eines römischen Löwenköpfchens her und gestalten diese. Treffpunkt ist das Museumsfoyer.

Restauratorin gibt Einblicke in historische Bücher

Am Sonntag, 18. Oktober, steht die praktische Arbeit der Restauratoren im Mittelpunkt. Um 11 Uhr lädt die Schatzkammer der Wissenschaftlichen Bibliothek zur Führung „Die Schatzkammer mit den Augen einer Restauratorin sehen“ ein.

Papierrestauratorin Maria Krämer erklärt, welche Rolle Materialien, Licht und sogar der richtige Betrachtungswinkel für die Erhaltung wertvoller Bestände spielen. Dabei geht es auch um Details, die Besuchern bei einem normalen Museumsbesuch leicht verborgen bleiben.

Von 14 bis 17 Uhr können Interessierte Maria Krämer anschließend im Lesegarten der Wissenschaftlichen Bibliothek bei der Arbeit beobachten. Unter dem Titel „Der Restauratorin über die Schulter geschaut“ wird ein historisches Trierer Kochbuch restauriert. Besucher erfahren unter anderem, wie Risse im Papier geschlossen werden, woran unterschiedliche Lederarten zu erkennen sind und was Siebstruktur und Wasserzeichen über historisches Papier verraten.

Das Angebot ist kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich.

„Frag doch den Restaurator!“ im Museum am Dom

Auch im Museum am Dom wird Restaurierung am Sonntag zum Dialog. Von 14 bis 16 Uhr gibt Restaurator Stefan Schu bei „Frag doch den Restaurator!“ Einblicke in seine tägliche Arbeit.

Dabei geht es um die Untersuchung, Konservierung und Restaurierung historischer Objekte, aber auch um die Entscheidungen, die solchen Arbeiten vorausgehen. Wann sollte ein Objekt gereinigt oder ergänzt werden? Und wann gehört eine sichtbare Alterung zur Geschichte eines Kunstwerks? Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.

Rheinisches Landesmuseum öffnet Werkstatt und Depot

Im Rheinischen Landesmuseum heißt es am Sonntag ebenfalls „Ganz nah dran“. Von 14 bis 16 Uhr führen Experten aus Sammlung, Forschung und Restaurierung durch die Restaurierungswerkstatt und das sonst nicht zugängliche Sammlungsdepot.

Archäologische Fundstücke können dabei analog und digital unter dem Mikroskop betrachtet werden. Die Führung zeigt, wie Objekte untersucht, dokumentiert und für kommende Generationen bewahrt werden.

Wie entsteht eine Ausstellung?

Das Stadtmuseum Simeonstift richtet den Blick auf die konservatorischen Anforderungen bei der Planung einer Ausstellung. Um 10 und 15 Uhr geht es bei „Wie eine Ausstellung entsteht – Ein Blick hinter die Kulissen der Ausstellungsplanung“ um die Sonderausstellung „Jüdisches Leben im Mittelalter“.

Gold, Stein, organische Materialien, Pergament und Papier reagieren unterschiedlich auf Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Führung zeigt, wie diese Faktoren bei der Auswahl, Präsentation und Zusammenstellung wertvoller Exponate berücksichtigt werden.

Information und Anmeldung

Für die Führung in der Schatzkammer um 11 Uhr ist wegen der auf 20 Personen begrenzten Teilnehmerzahl eine Anmeldung unter veranstaltungenweba@trier.de erforderlich. Es gilt der reguläre Eintrittspreis. Das Angebot im Lesegarten von 14 bis 17 Uhr ist kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich.

Für die Angebote des Rheinischen Landesmuseums und der Kaiserthermen wird wegen begrenzter Plätze um Anmeldung unter muspaed.rlmt@gdke.rlp.de gebeten. Für die Führungen fällt jeweils der reguläre Eintritt an. Der Kinderworkshop kostet 3 Euro pro Kind.

Für die Führungen im Stadtmuseum Simeonstift um 10 und 15 Uhr ist eine Anmeldung unter museumspaedagogik@trier.de erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils 20 Personen begrenzt; es gilt der reguläre Museumseintritt.