Claudia Neumann

Weinregion Trier: Neue Wege bei der Behandlung von Lebererkrankungen

Trier. Prof. Stefan Heinrich, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie am Klinikum Mutterhaus, über Prävention, Früherkennung und moderne Behandlungsmöglichkeiten

Chefarzt Prof. Dr. med. Stefan Heinrich im Trierer Klinikum Mutterhaus.

Chefarzt Prof. Dr. med. Stefan Heinrich im Trierer Klinikum Mutterhaus.

Bild: Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen/Nicolas Plunien

Wein gehört zur Region Trier – und damit auch die Frage, welche gesundheitlichen Folgen übermäßiger Alkoholkonsum haben kann. In Weinbau-Regionen tritt eine Leberzirrhose nach Angaben von Professor Dr. med. Stefan Heinrich durch höheren Weinkonsum häufiger auf. Sie kann wiederum die Entstehung von Leberkrebs begünstigen. Gleichzeitig hat sich die Behandlung von Tumorerkrankungen in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt.

Heinrich ist Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen und internationaler Experte für die Chirurgie von Leber, Gallengängen und Bauchspeicheldrüse. Seit drei Jahren ist er am Klinikum Mutterhaus tätig. In einer Interview-Reihe des Krankenhauses spricht er über moderne Krebstherapien und die Entwicklung der medizinischen Versorgung.

Leberkrebs früh erkennen und gezielt behandeln

Am Klinikum Mutterhaus wurde 2025 das Zentrum für Leber-, Gallengangs- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen gegründet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Früherkennung und Behandlung von Leberkrebs.

Je nach Schwere der Leberzirrhose und Ausbreitung der Erkrankung kommen unterschiedliche Verfahren infrage. Dazu zählen unter anderem Lebertransplantationen, Leberteilentfernungen, Tumorverödungen, Bestrahlung und medikamentöse Therapien. „Das Klinikum Mutterhaus bietet alle international empfohlenen Behandlungsoptionen an“, sagt Heinrich. Zudem arbeitet das Klinikum eng mit der Universitätsmedizin Mainz zusammen.

Roboter operieren immer häufiger mit

Auch bei der Chirurgie hat die technische Entwicklung neue Möglichkeiten eröffnet. Bei komplexen Eingriffen an Speiseröhre, Leber, Bauchspeicheldrüse und Enddarm setzt das Klinikum unter anderem auf robotergestützte Verfahren. Sie ermöglichen nach Angaben der Klinik präzisere minimalinvasive Eingriffe und können die Behandlungsergebnisse verbessern.

Hinzu kommt die Kombination verschiedener Therapieformen. Operationen werden heute häufig mit einer Chemo- oder Strahlentherapie kombiniert und teilweise erst nach einer medikamentösen Vorbehandlung durchgeführt. In bestimmten Fällen können dadurch weniger belastende Eingriffe möglich werden oder betroffene Organe erhalten bleiben. Auch Immuntherapien haben die Möglichkeiten bei bestimmten Tumorerkrankungen erweitert.

Zertifizierte Zentren bündeln das Fachwissen

Eine wichtige Rolle spielen zudem die zertifizierten Krebszentren des Klinikums. Das Onkologische Zentrum vereint mehrere von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Organzentren, unter anderem für Darm-, Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs sowie gynäkologische Tumoren. Hinzu kommen Zentren für Leukämien und Lymphome sowie seit Kurzem für „Endokrine Malignome“.

Neben der Behandlung setzt Heinrich auf Prävention. Zu den gesicherten Risikofaktoren für zahlreiche Krebserkrankungen gehören unter anderem Rauchen, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum. Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Erkrankungsrisiko dagegen senken.

Eine Vorsorge kann insbesondere bei Darmkrebs entscheidend sein. „Durch vorsorgliche Darmspiegelungen können Krebsvorstufen erkannt und entfernt werden, bevor sich ein Tumor entwickelt“, sagt Heinrich. Für andere Erkrankungen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es bislang keine etablierten Untersuchungen zur Früherkennung.

Das vollständige Interview mit Professor Heinrich ist auf der Internetseite des Klinikums Mutterhaus zu finden: www.mutterhaus.de/aktuelles