

Gefälschte Identitäten, ein Netz aus Scheinfirmen und Hunderte erschlichene Apple-Geräte: Mit dieser Masche sollen zwei Männer ein IT-Unternehmen aus der Region Trier um knapp eine halbe Million Euro geprellt haben. Jetzt hat die Kriminaldirektion Trier die Tatverdächtigen gefasst, wie das Polizeipräsidium Trier mitteilt.
Seit Mitte März 2026 ermittelte die Kriminaldirektion Trier unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Trier gegen zunächst unbekannte Tatverdächtige. Diese hatten bei einem regionalen IT-Unternehmen eine große Anzahl iPhones und iPads bestellt – und den Kaufpreis nie entrichtet. Die Ermittlungen ergaben, dass die Tatverdächtigen unter falschen Personalien ein Konstrukt aus Scheinfirmen aufgebaut hatten und von Anfang an nicht beabsichtigten, die Ware zu bezahlen. Dem Trierer Lieferanten entstand dadurch ein Schaden von fast 500.000 Euro.
Nach intensiven Ermittlungen gelang es den Trierer Fahndern, zwei deutsche Staatsangehörige als Tatverdächtige zu identifizieren. Die Männer wohnten in der Schweiz beziehungsweise in Liechtenstein. Am Dienstag, 16. Juni, wurden sie aufgrund bestehender Haftbefehle im Rahmen eines international abgestimmten Einsatzes festgenommen – einer in Stuttgart, der andere im österreichischen Lochau.
Im Anschluss durchsuchten Beamte aus Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sowie Einsatzkräfte in der Schweiz und in Liechtenstein insgesamt zwölf Wohn- und Gewerbeobjekte.
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sowie erhebliche Vermögenswerte sicher, die eingezogen werden sollen. Darunter befanden sich zwei Fahrzeuge, mehrere Luxusuhren, ein hoher fünfstelliger Bargeldbetrag, Gold- und Silberbarren sowie hochwertiger Wein. In einem der Objekte fanden die Beamten zudem eine Schusswaffe mit Munition, für die keine Erlaubnis vorlag.
Der in Stuttgart festgenommene Tatverdächtige wurde am Montag, 22. Juni, dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Trier vorgeführt und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Für den in Österreich festgenommenen Mann hat die Staatsanwaltschaft Trier die Auslieferung nach Deutschland beantragt.
Manuel Kiy, Leiter der Kriminalinspektion Trier 2, betonte die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: „Die zeitgleichen Maßnahmen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz waren das Ergebnis einer engen und vertrauensvollen internationalen Zusammenarbeit der beteiligten Behörden. Dank der sorgfältigen Vorbereitung und des hochprofessionellen Einsatzes von zahlreichen Einsatzkräften konnten zwei Tatverdächtige festgenommen und umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. Dieser Einsatz zeigt, dass Kriminalität auch über Landesgrenzen hinweg konsequent verfolgt wird und dass grenzüberschreitende Kooperation ein entscheidender Schlüssel für den Ermittlungserfolg ist."




