Auch mit 80 hat man noch Träume

Schuld. Mit 80 Jahren noch immer mit dem Rennrad unterwegs? Kein Problem für Erwin Larscheid. Und der Senior aus Schuld hat noch immer sportliche Ziele: Einmal noch möchte er in einem Wettkampf unter die ersten Zehn kommen.

Erwin Larscheid will es noch immer wissen: Mit 80 Jahren nahm der Senior aus Schuld an der Ahr erst im August am Radweltpokal in Sankt Johann (Tirol) teil - einem Radrennen bei dem jährlich über 3.000 Teilnehmer aus 56 Nationen um die begehrten Medaillen kämpfen. Zusammen mit 29 anderen radbegeisterten Seniorinnen und Senioren fuhr Larscheid die 40 Kilometer lange Strecke in der höchsten der teilnehmenden Altersklassen (80 Jahre und älter). Und das Rennen hatte es in sich. Denn auf der Gesamtlänge mussten nicht nur die Konkurrenten besiegt, sondern bei hohen Temperaturen insgesamt auch eine Höhendifferenz pro Runde von 190 Metern und Steigungen von bis zu zehn Prozent gemeistert werden.

Am Ende reichte es für Larscheid "nur" für den 26. Platz (Zeit: 1:40:02). "Ich bin weit unter meinen eigenen Möglichkeiten geblieben. Das wurmt mich schon", sagt Larscheid.

Doch statt das Radfahren Radfahren sein zu lassen und sich in den sportlichen Ruhestand zu verabschieden, hat sich der 80-Jährige bereits ein neues Ziel gesetzt: "Ich würde gerne im kommenden Jahr noch einmal antreten und dann unter die ersten Zehn fahren." Um dieses Ziel zu erreichen müsse er aber weiterhin trainieren und vor allem noch das ein oder andere Kilo verlieren. "Meine Frau kocht einfach zu gut, aber sie wird mich im Winter etwas auf Diät setzen müssen", sagt Larscheid schmunzelnd.

Virus Rennradfahren

Dabei war bis zu seinem 40. Lebensjahr gar nicht daran zu denken, dass der ehemalige Bau- und Kunstschmiede Meister einmal ein so leidenschaftlicher Radrennfahrer werden würde. "Als ich 40 war hatte ich etwas Übergewicht. Um abzunehmen habe ich mir ein gebrauchtes Rennrad gekauft und bin die 28 Kilometer zu meiner Dienststelle, dem Regierungsbunker, gefahren. Ich war also damals schon 'klimaneutral' unterwegs", sagt Larscheid.

Dann sei seine Begeisterung "etwas ausgeartet". "Ich bin nach kurzer Zeit bereits in den Radsportverein Sturmvogel Bad Neuenahr-Ahrweiler eingetreten und nicht unerfolgreich Rennen gefahren - unter anderem war ich 6. im Herforder Deutschland Senioren Cup 1984."

Und auch wenn er beim Wettkampf im kommenden Jahr nicht an seine früheren Leistungen anknüpfen sollte, steht für den sportlichen 80-Jährigen schon jetzt fest: "Ich werde weiterhin jeden Woche mit meinem Rad fahren, um meine Gesundheit zu fördern. Und ich hoffe, dass ich auch andere in meinem Alter motivieren kann, sich von der Couch zu erheben und etwas für sich zu tun."

www.radweltpokal.org

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