Ein Rennen mit Strahlkraft

Das sagt die Region zur Rückkehr der Königsklasse

Nürburg. Vom 9. bis 11. Oktober kehrt die Formel 1 zurück auf den Nürburgring. Sogar Zuschauer könnten zugelassen werden. Die Nachricht über die Rückkehr der Königsklasse des Motorsports in die Eifel sorgt in jedem Fall für Gesprächsstoff. Der WochenSpiegel hat sich umgehört.

Diese Nachricht schlug ein wie ein Blitz: "Die Formel 1 kehrt noch dieses Jahr an den Nürburgring zurück." Nach vielen Spekulationen und Gerüchten verkündete die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG vergangene Woche auch offiziell, dass Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Co. bereits im Oktober in der "Grünen Hölle" um Punkte um Pokale fahren werden. Damit kehrt die Rennserie nach sieben Jahren zurück. Ausgetragen wird das Rennen erstmals unter dem Namen "Formula 1 Aramco Großer Preis der Eifel" und verspricht damit Strahlkraft für die gesamte Region.

Vor allem der durch das Coronavirus gebeutelten Wirtschaft könnte die Rennserie einen Aufschwung verleihen: "Dass die Formel 1 wieder zurückkommt war wirklich eine geniale Nachricht für uns und ich habe die Hoffnung, dass das Rennen zumindest ein wenig das Corona-Jahr 2020 rausreißt", sagt Kevin Ohm, Hotelmanager des Hotels "Blaue Ecke" in Adenau. Sobald man erste Gerüchte über die Rückkehr der Formel 1 an den "Ring" gehört habe, habe man Kontingente für die Formel 1- und TV-Teams geblockt und Angebote verschickt - ein extra frühes Frühstücksangebot inklusive. "Natürlich wäre es schön, wenn Mercedes als deutsches Team zu uns kommen würde, aber jeder ist willkommen", betont Ohm.

Das Wetter als Action-Garant?

Gespannt sei er aber vor allem auf eines: das Wetter. Denn wie jeder wüsste, habe der "Ring" sein eigenes Klima und das könnte bereits im Oktober für Action auf der Strecke sorgen.

Auch Heike Schumacher, Direktorin des "Dorint Hotel Am Nürburgring Hocheifel", und ihr Team bereiten sich bereits auf das Rennwochenende vor. Unmittelbar an der Rennstrecke gelegen, wird das 4-Sterne Haus vor allem Anlaufstelle für Teams und Fahrer sein. "Nach dieser langen Pause und vor allem in der jetzigen Zeit, in der wir durch Corona weniger ausgelastet sind als sonst, freuen wir uns über diese Nachricht", so Schumacher. Wer es sich in der Suite gemütlich machen darf, das entscheidet aber die Formel 1-Organisation. "Darauf haben wir keinen Einfluss, aber alle unsere Zimmer sind schön."

Ganz nah dran könnte auch Andreas Kirschner, Chiefmarshal des "Marshals-Club Nürburgring e.V. im ADAC", sein. "Ob wir engagiert werden, um für die Streckensicherung zu sorgen, hängt vom sportlichen Ausrichter ab. Das letzte Rennen 2013 haben wir besetzt. Bislang wurden mit uns aber keine Gespräche geführt, es könnte also auch sein, dass ein anderer Verein ausgewählt wird", so Kirschner. Dabei "brenne es jetzt unter den Fingernägeln". "Das Team für ein Formel 1-Rennen auf die Beine zu stellen ist eine Mammutaufgabe. Wir haben Mitglieder aus ganz Deutschland, die an diesem Termin überhaupt erst einmal Zeit haben müssen." An Interessenten mangle es aber schon jetzt nicht. "Jeder, der motorsportbegeistert ist, möchte dabei sein und würde alle Anstrengungen auf sich nehmen. Ich bin sozusagen der Trainer und stelle das Team auf. In diesem Fall werden rund 250 Marshals benötigt. Aber bislang kann ich alle, die anfragen, nur vertrösten", erklärt der Chiefmarshal.

Signalwirkung für die Zukunft?

Auch in der Kommunalpolitik überwiegt die Freude über die Rückkehr der Formel 1 in die Eifel. "Das ist für den Nürburgring als privates Unternehmen, aber auch für die gesamte Region ein positives Signal und eine Chance für die Wirtschaft", sagt Verbandsbürgermeister Guido Nisius.

"Das ist eine sensationelle Nachricht, die Bedeutung für das gesamte Land Rheinland-Pfalz hat. Der Nürburgring ist der entscheidende Wachstumspool der gesamten Region. Mit der Formel 1 wird dieser Wachstumsmotor wieder neu beschleunigt", meint unter anderem auch der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber.

"Der Nürburgring ist ein immenser Wirtschafts- und Imagefaktor für die ganze Region, an dem tausende von Arbeitsplätzen hängen. Mit der Formel 1 wird nach Jahren wieder eine weltweite Aufmerksamkeit auch auf den Kreis Ahrweiler gelenkt", sagt Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der sich zuversichtlich zeigt, dass der Nürburgring seine Funktion als Wirtschaftsmotor und Arbeitsplatzgarant in der Eifel nicht nur beibehält, sondern in der Zukunft noch ausbauen kann. Die Marke Nürburgring sei "eine hervorragende Grundlage, um die gesamte Region weiter zu entwickeln und am Markt erfolgreich zu platzieren - wirtschaftlich, sportlich und touristisch".

Ob es letztlich Zuschauer auf den Rängen geben wird und ob der "Ring" auch zukünftig wieder einen festen Platz im Kalender der Königsklasse bekommen könnte, lässt Nürburgring-Pressesprecher Alexander Gerhard vorerst offen: "In diesen Zeiten kann man die Teilnahme von Zuschauern wohl nicht als Basis für die Planung von Rennen nehmen. Und was die Zukunft betrifft: Wir schauen nun erst einmal auf dieses Jahr. Es gibt bis Oktober noch einiges zu tun. Was danach möglich ist oder passiert können wir noch nicht sagen."

www.nuerburgring.de

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