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DDR-Flüchtlinge kamen in Ahrweiler an

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Sonderzug aus Prag brachte vor 30 Jahren rund 800 Menschen aus der DDR ins Ahrtal.

"Wir sind zu ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise..." So beginnt einer der berühmtesten Sätze deutscher Nachkriegsgeschichte. Der Rest des Satzes, den der damalige Außenministern Hans-Dietrich Genscher am 30. September 1989 sprach, ging unter im Jubel der Menschenmenge, die im Garten der Prager Botschaft um ihre Zukunft bangte. Der erlösenden Nachricht folgte der Transport der DDR-Flüchtlinge per Zug in die Bundesrepublik. 

Am 4. Oktober 1989, vor 30 Jahren also, rollte einer der Sonderzüge über DDR-Gebiet in die BRD in Richtung Ahrtal. Am 5. Oktober kam der erste Sonderzug in Ahrweiler an, der rund 800 Menschen aus der DDR hierher brachte. "Dieses Datum erinnert uns an das glückliche Ende einer friedlichen Revolution und vor allem daran, welch unschätzbaren Wert Freiheit und Demokratie bis heute haben", so Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Ziel war die Katastrophenschutzschule des Bundes, heute Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz. Im dort eigens eingerichteten Notaufnahmelager verbrachten die Übersiedler die ersten Wochen in der BRD. Die Hilfsbereitschaft der Bürger im Kreis war groß. Viele spendeten Kleidung und Spielzeug, boten Wohnungen und Jobs an. Am 8. Oktober besuchte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Neuankömmlinge.

Viele von ihnen sind im Kreis geblieben und denken in diesen Tagen vermutlich an jene erste Zeit in der neuen Heimat zurück. Auch am Ahrweiler Bahnhof bleibt ein bisschen Erinnerung: Einige der Übersiedler hatten dem Kreis ein Stück der DDR-Grenzmauer geschenkt, das bis heute auf dem Vorplatz des Ahrweiler Bahnhofs steht.

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Kommentar von Wochenspiegel-Redaktion
Sehr geehrter Wolfgang,
die Menschen, die über die Prager Botschaft in die BRD gelangt sind, haben zumeist den Großteil ihres Hab und Gutes zurückgelassen und nur wenige bis gar keine Dritte über ihr Vorhaben informiert. Sie sind von der DDR in ein anderes Land, die BRD, übergesiedelt, ohne den in der DDR rechtlich vorgeschriebenen Weg zu gehen (weil sie davon ausgehen mussten, dass eine dauerhafte Ausreise oft nicht genehmigt wurde und sie infolgedessen an der Grenze zwischen DDR und BRD an der Ausreise gehindert worden wären). In der DDR wurde das Verhalten als Flucht (bzw. Republikflucht) gewertet. Daher ist der Ausdruck „Flüchtling“ nicht falsch.
Kommentar von Wolfgang
Hab ich das jetzt richtig verstanden?Flüchtlinge bei Mauerfall aus der DDR?Gehts noch!-wovor sind die denn geflüchtet-etwa vor sich selbst?Was soll der SCHEI?!!!!!!
Kommentar von Günter Streidt
Der 05.10.1989 ist ein Tag der für mich und meine Familie alles verendert hat.
Bis heute sind wir glücklich in Ahrweiler.
Danke!!!