Was blüht da bunt auf dem Feld?

Gimmigen. Der Bauern- und Winzerverband setzt sich mit Blühflächen gegen das Insektensterben ein. Auf den Feldern informieren nun Schilder über den Hintergrund der bunten Blumenwiesen.

Auf dem Landskronerhof und den umliegenden Feldern der Brüder Marcel und Pascal Delord leben Hühner, Rinder – und immer mehr Bienen, Schmetterlinge und weitere Insekten. Die Brüder bieten den Insekten ausreichend Nahrung, indem sie auf ihren Feldern Blühflächen und -streifen anlegen. Mit neu aufgestellten Schautafeln informieren sie Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer darüber, was es mit den oft bunt blühenden Flächen auf sich hat. Die Schilder werden vom Ahrweiler Kreisverband des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau im gesamten Kreis Ahrweiler aufgestellt.

Großteil der Landwirte beteiligt sich

Denn Marcel und Pascal Delord stehen mit der Aktion stellvertretend für die Landwirte im Kreis Ahrweiler. Ein Großteil von ihnen legt diese Blühflächen bereits an, wie Franz-Josef Schäfer, Vorsitzender des Kreisverbands, erklärt. Auch im Weinbau an der Ahr beginnen die Winzer damit, blühende Flächen einzuarbeiten, wie Kreisgeschäftsführer Dr. Knut Schubert ergänzt. »Insektensterben und Biodervisität sind derzeit große Themen«, sagt Schäfer: »Es ist wichtig zu zeigen, dass die Landwirte in der Region sich über das verpflichtende Maß hinaus engagieren.« Insbesondere, da sich der Kreis Ahrweiler mit dem Projekt »Artenreiche Wiese – Lebensraum für Biene, Schmetterling & Co.« dem Engagement gegen das Insektensterben verpflichtet hat.

Leuchtende Phacelia sticht ins Auge

Derzeit sticht die leuchtend lila-blaue Phacelia besonders ins Auge. Hinzu kommen Kornblumen, Buchweizen, Sonnenblumen, Malve, verschiedene Kleesorten und weitere Pflanzenarten. Es gibt verschiedene Saatmischungen. »Die Mischung muss zum Standort passen«, sagt Pascal Delord. Außerdem seien die Mischungen auf verschiedene Witterungen sowie auf eine ganzjährige Blüte ausgelegt.
Für einige Passanten mögen manche Schilder nicht gut lesbar sein, weil sie nicht am Rand, sondern mitten auf der Wiese stehen. Das Betreten der Wiese ist aber ausdrücklich erwünscht. »Dann sieht man die Insekten erst richtig«, begründet Pascal Delord. Rund zehn Prozent ihrer Ackerfläche lassen die Brüder Delord derart blühen. »Hinzu kommen Flächen, auf denen wir den Weizen nur in halber Stärke aussäen. Da brechen zusätzlich andere Pflanzen von unten durch«, berichtet Marcel Delord. Auf weiteren Flächen bewirtschaften sie Grünflächen extensiv, also mit geringerem Einsatz von Arbeit und Kapital, um die Umwelt zu schonen. Als Weide für Rinder können die Blühflächen nicht genutzt werden. »Da guckt die Kuh dich nur blöd an, denn satt wird sie davon nicht«, erklärt Pascal Delord schmunzelnd.

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