Regionalwikis: Digital und lokal

Remagen. Regionalwikis fördern Wirtschaft und Tourismus. Zu diesem Ergebnis kommt der Student Christoph Kußnerus. Er hat das AW-Wiki untersucht.

Regionalwikis gibt es im deutschsprachigen Raum derzeit in 50 Städten und Regionen. Dabei handelt es sich um Internet-Lexika, die regionale Inhalte angelehnt an den Stil des Online-Lexikons Wikipedia aufbereiten. Sie leisten für ihre Region ein wertvolles Stück Wirtschafts- und Tourismusförderung.
Zu diesem Ergebnis kommt Christoph Kußnerus, Student von »Logistik und E-Business« am Rhein­AhrCampus Remagen, in seiner Hausarbeit mit dem Titel »Ausgewählte Methoden klassischer Website-Analyse und des Social-Media-Monitorings am Beispiel von AW-Wiki«.
Diese Arbeit, die er im Wahlpflichtfach »Online-Marketing« anfertigte, wurde mit einer 1,0 benotet. Im Rahmen der Arbeit hat Christoph Kußnerus die Bedeutung von Regionalwikis für das Onlinemarketing von Unternehmen aus der Region am Beispiel des AW-Wikis untersucht.

Einzelhandel profitiert

Das Online-Lexikon AW-Wiki für den Kreis Ahrweiler wurde 2007 vom Journalisten Anton Simons initiiert. Die Datengrundlage für Kußnerus‘ Untersuchung lieferte Google Analytics, der beliebteste Dienst dieser Art.Privatpensionen und kleine Einzelhandelsbetriebe ohne eigene Internetseite profitieren von Regionalwikis, weil sie darüber im Internet vertreten sind, lautet Kußnerus‘ Erkenntnis. In solchen Fällen sei es aber sinnvoll, wenn sie Informationen und Fotos über ihren Betrieb für den Wiki-Beitrag zur Verfügung stellen.
Auch größere Unternehmen mit eigener Internetseite profitieren, wenn es im Regionalwiki einen Beitrag über sie gibt. Sie werden vom Algorithmus der Google-Suchmaschine nämlich höher eingestuft und in den Trefferlisten weiter oben angezeigt als Unternehmen ohne Wiki-Eintrag. Für die Unternehmen bedeutet das bessere Sichtbarkeit im Internet, mehr Kundenkontakte und mehr Klicks.
Mit Einträgen im großen Wikipedia-Lexikon hingegen verhält es sich anders. Sie verhelfen nicht zu einem besseren Ranking bei den Suchmaschinen. Das liegt am speziell programmierten HTML-Code von Wikipedia-Seiten.

Verweise auf Artikel regionaler Medien

Regionale Tageszeitungen und die Wochenpresse profitieren ebenfalls, wenn es in ihrer Region ein Wiki gibt, das als Informationsquelle auf Artikel in den Online-Archiven der Verlage verweist. Das AW-Wiki verweist auf mehrere zehntausend Artikel in den Online-Archiven der Druckhäuser in der Region. So sorgen Regionalwikis dafür, dass Artikel aus diesen Archiven öfter aufgerufen werden als Artikel ohne Wiki-Links.
Kußnerus ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Tourismus einer Region sogar in mehrfacher Weise von einem Regionalwiki profitiert. In den Regionalwikis gebe es nämlich »Informationen zu Dingen, die sonst keine Lobby haben« und über die es sonst keine online verfügbaren Informationen gibt. Ähnlich wie bei anderen Unternehmen, zeigt die Suchmaschine Google Links zu Hotel- und Gastronomiebetrieben mit Einträgen im Regionalwiki weiter oben in seinen Ergebnislisten an.
Anders als auf den Websites von Firmen und Tourismus-Organisationen geht es in Wikis nicht darum, für Produkte zu werben, sondern um eine neutrale Sicht der Dinge. Das honorieren die Nutzer mit einem hohen Maß an Vertrauen in die Wiki-Inhalte. Das führt dazu, dass sie eher auf die Links zu der Webseite des beschriebenen Unternehmens klicken.

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