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Jeder Tag für einen »Engel der Flut«

Die Vorweihnachtszeit nutzt Andrea Behling dazu, 24 »Engeln der Flut« ihren Dank auszusprechen - mit einer Vorstellung in ihrem Facebook-Adventskalender.
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In ihrem Adventskalender möchte Andrea Behling den "Engeln der Flut" ein Gesicht geben. Foto: privat

In ihrem Adventskalender möchte Andrea Behling den "Engeln der Flut" ein Gesicht geben. Foto: privat

Erbarmungslos drückte das Wasser durch die Stadtmauer Ahrweilers und Andrea Behling sah das Wasser stevigen und steigen. Doch sie hatte Glück. Nur vier Häuser unter ihrem blieben die Wassermassen stehen. Lediglich der Keller ihres Hauses am Johanniswall war nass. "Doch das ist Kleinkram", so Andrea Behling - und weiter: "Da ich aber mittendrin im überfluteten Gebiet lebe, hatte ich die Möglichkeit, viel zu organisieren, Spenden entgegenzunehmen und zu verteilen und zahlreiche Menschen kennenzulernen, die uns Ahrweilern im Hintergrund so sehr geholfen haben". Den Menschen ein Gesicht geben. So entstand auch ihre Idee, den Helfern ihren Dank auf etwas andere Art und Weise auszusprechen: mit einem Adventskalender - nein keinen mit Schokoladen gefüllten. Einen "Engel der Flut"-Adventskalender. Auf ihrem Facebook-Profil stellt die gebürtige Hamburgerin, die 1996 ins Ahrtal zog, seit dem 1. Dezember jeden Tag einen Helfer oder Spender vor. "Ich wollte den Menschen ein Gesicht geben und denjenigen vorstellen, die nicht wissen, wo beispielsweise die Lebensmittel herkamen oder die Gaskocher und wer ihnen da geholfen hat, den Schlamm zu beseitigen", erklärt Andrea Behling ihre Intention. Die großen Helfer seien stets in den Medien, damit wolle sie deren Leistung keineswegs schmälern. Behling: "Aber es gibt noch so viele andere, die Großes geleistet haben und nirgends genannt werden..." Außerdem habe so jeder die Möglichkeit, als Kommentar seinen Dank an die "Flutengel" auszusprechen, Erfahrungen zu teilen und seine Geschichten zu erzählen. Für die Nachbarn gekocht So stellt sie unter anderem einen Koch vor, der für die Nachbarschaft - rund 70 Personen - jeden Mittag frisch gekocht habe oder kleinere Versorgungsstellen, eine Schauspielerin, die als Eisprinzessin die Kinder abgelenkt und ihnen Freude bereitet hat und viele mehr. "Ausgewählt habe ich diese 'Engel', weil wir in meinen Augen ohne sie hier verhungert, verdurstet und noch lange nicht so weit vorangekommen wären. Das sind Menschen, die mich beeindruckt haben".