Johannes Mager

Polizei warnt vor Diebstählen auf Baustellen an der Ahr

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler ist vorübergehend stärker besetzt.

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Derzeit ist im Ahrtal Personal für einen zusätzlichen Streifenwagen verfügbar.

Derzeit ist im Ahrtal Personal für einen zusätzlichen Streifenwagen verfügbar.

Foto: Mager (Archiv)

Baumaschinen, Baumaterialien und Werkzeuge sind derzeit noch bei sehr vielen Baustellen im Ahrtal zu finden. Vor allem diese Utensilien haben Diebe im Visier, wenn sie im Ahrtal auf Beutezug gehen. Darauf weist die Pressestelle des Polizeipräsidiums Koblenz hin. Die Diebstähle sorgen bei den vom Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürger, aber auch bei Handwerksbetrieben, für zusätzlichen Ärger. Alleine zwischen dem 1. Juli 2021 und dem 11. August 2022 hat die Polizei insgesamt 55 Fälle an Eigentumsdelikten im Ahrtal registriert. Für diese Zeitspanne sei das allerdings keine »keine signifikante Zahl«, heißt es seitens der Polizei.

Der Höchstwert lag bei zehn Delikten im August 2021, danach verringerte sich diese Zahl stetig. Im Juli 2022 wurden nur noch zwei Diebstähle angezeigt. Um eine hohe Präsenz im Ahrtal zu gewährleisten, wurde der Personalstamm bei der Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler verstärkt. Die genaue Anzahl der bis zur Flut eingesetzten Beamtinnen und Beamten und des aktuell eingesetzten Personals wollte das Polizeipräsidium auf Nachfrage des WochenSpiegel nicht preisgeben. »Durch die Personalverstärkung kann aber in jedem Dienst grundsätzlich ein Funkstreifenwagen mehr eingesetzt werden«, erklärt Polizeioberinspektorin Violetta Heinrich von der Pressestelle des Präsidiums.

Regelmäßig werden laut Polizei Streifenfahrten, insbesondere auch in den Baustellengebieten durchgeführt und Personen sowie Fahrzeuge in Verdachtsfällen kontrolliert. Zahlen dazu liegen der Polizei nicht vor, da die Kontrollmaßnahmen nicht statistisch erfasst werden, heißt es auf Nachfrage des WochenSpiegel: »Der Erfolg von Präventionsarbeit ist kaum messbar, weil die Taten damit bestenfalls schon vor Eintritt verhindert werden. Als Erfolg dürfte aber eine abschreckende Wirkung für Tatgeneigte anzunehmen sein.«

Darüber hinaus kommuniziert die Polizei in Bürgergesprächen Präventionshinweise. So soll man zum Beispiel in Rohbauten oder ähnlichem keine Wertsachen unbeaufsichtigt zurückzulassen und auch tagsüber stets Werkzeuge sowie Baumaschinen unter Beobachtung halten. Verdächtige Feststellungen sollen auch niederschwellig bei der Polizei gemeldet werden. So hätten Hinweisen aus der Bevölkerung zum Beispiel dazu geführt, dass am 11. August 2022 zwei Tatverdächtige kontrolliert und vorläufig festgenommen wurden. Sie stehen im Verdacht, Kabel von Baustellen entwendet zu haben, um das darin enthaltene Kupfer zu Geld zu machen. Bisher konnte die Polizei die Kupferkabel noch keinem Tatort zuordnen.

»Solange die Polizei aber keine Kenntnis von solchen Straftaten erlangt, besteht für sie leider keine Möglichkeit, einzugreifen. Scheuen Sie sich nicht davor, uns zu kontaktieren. Nur so besteht für die Geschädigten die Möglichkeit, dass Taten zugeordnet, Täter ermittelt und gestohlenes Gut im günstigsten Fall aufgefunden und zurückgegeben werden kann«, fordert Violetta Heinrich auf.