Jutta Kruft

Tourismus im Ahrtal läuft zum Frühling wieder an

Wanderwege, Erlebnisse und immer mehr Betriebe laden zum Besuch ein.
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Weingenuss im Kloster Marienthal.

Weingenuss im Kloster Marienthal.

Foto: Dominik Kretz

Mit den ersten Frühlings-Sonnenstrahlen erwacht auch der Tourismus im Ahrtal wieder zu neuem Leben. Nachdem die Möglichkeiten für Gäste im Herbst und Winter noch sehr eingeschränkt waren, signalisiert das Ahrtal, zum Beginn der Frühjahrssaison wieder zunehmend Gäste begrüßen zu können. Angekündigt sind Erlebnisse, Wandertouren sowie Events und auch Gastgeber öffnen nun sukzessive. "Das Ahrtal hat trotz der Flutfolgen Schönes zu bieten. Die Landschaft ist gerade in den Höhenlagen vielfach unberührt. Unsere Anbieter und Betriebe sind unfassbar engagiert, wieder Gäste zu begrüßen zu können. Und wir brauchen die Gäste auch dringend. Denn das Ahrtal lebt vom Tourismus und ein Besuch ist somit auch gelebte SolidAHRität", erläutert Christian Lindner, Vorsitzender des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. Eine aktuelle Umfrage unter den über 300 Mitgliedsbetrieben des Vereins hat ergeben, dass derzeit knapp 25 Prozent bereits geöffnet sind, weil sie entweder nicht betroffen waren oder bereits eine Sanierung vornehmen konnten. Weitere 25 Prozent haben bereits angekündigt, noch in diesem Jahr die Wiederöffnung anzustreben. Größere Hotelbetriebe haben darüber hinaus die Öffnung für 2023 angekündigt. Über 40 Prozent haben signalisiert wieder zu öffnen, aber noch kein konkretes Datum angegeben. "Dass somit über 90 Prozent unserer Mitglieder wieder öffnen möchten, ist ein starkes Signal. Nun gilt es auch, den Gästen Angebote für ihren Aufenthalt zu präsentieren", so Lindner weiter.

Wander- und Weinerlebnisse

So ist und bleibt das Ahrtal beliebte Wanderregion. Insbesondere in den Höhenlagen stehen nach wie vor Wanderwege zur Verfügung und das über das gesamte betroffene Ahr-Gebiet von der Quelle bis zur Mündung. Teilstücke des AhrSteigs (Etappen 1, 2 und 7) in den Bereichen Blankenheim, Aremberg, Bad Neuenahr und Sinzig sind beispielsweise nicht betroffen von der Flut. Der Rotweinwanderweg, der dieses Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, steht für Wanderer mit seiner kompletten Strecke auf 35 Kilometern zwischen Altenahr und Bad Bodendorf zur Verfügung. Rund um Bad Neuenahr-Ahrweiler sind Traubenpfade und der nahe gelegene Birnenrundweg möglich. Für die betroffenen Teile des AhrSteigs werden derzeit Umleitungen eingerichtet und ausgeschildert. Spätestens im Sommer soll so der Fernwanderweg durchgängig wanderbar sein. Auch weitere Erlebnisse laden Gäste zu einem Besuch ein: Ein spannendes Zeugnis des Kalten Krieges ist die Dokumentationsstätte Regierungsbunker. Römische Geschichte wird im Museum Roemervilla lebendig. Hoch hinaus geht es beim Wald-Abenteuer im Wald-Kletterpark. Ab Ostern wird es erneut Weinwanderungen, Weinproben und Gästeführungen geben. Ein besonderes Event, das ebenfalls die Themen Wein und Wandern verbindet, ist das "Wandern für den Wiederaufbau" auf dem Rotweinwanderweg. Während entlang des Weges zwischen Dernau und Altenahr Weinstände Ahrweine ausschenken, können die Gäste mit dem Erwerb eines SolidAHRitäts-Weinglases und passendem Armband einen Beitrag zum Wiederaufbau der Weinorte leisten.

Homepage komplett überarbeitet

Die zentrale touristische Website www.ahrtal.de hat der Ahrtal-Tourismus über die Wintermonate komplett überarbeitet. Geschäftsführer Christian Senk: "Es war uns schnell klar, dass wir unsere Kommunikation neu aufstellen müssen, nicht nur hinsichtlich der Informationen, sondern auch im Hinblick auf unsere Gästeansprache. Ziel war, die Gäste ehrlich über den Stand der Dinge im Ahrtal zu informieren und gleichzeitig für einen Besuch im Ahrtal zu werben." Auf der Unterseite www.ahrtal.de/fuer-dich-da erhalten Gäste alle aktuellen Infos, was derzeit im Ahrtal möglich ist und welche Betriebe geöffnet sind. Da es hinsichtlich Anreise und Parkmöglichkeiten Einschränkungen gibt, liefert die Website hierzu entsprechende Hinweise. Die Social-Media-Accounts des Ahrtal-Tourismus haben durchweg regen Zulauf. So hat der Facebook-Account im Winter die 40.000-Abonnenten-Marke genknackt. Auf Instagram folgen neuerdings über 5000 Menschen dem Ahrtal. Parallel dazu führt der Ahrtal-Tourismus den geplanten Strategie-Prozess Tourismus weiter voran. Kurzfristige Ziele sind die Schaffung eines Beratungsprogramms für Betriebe und die Besucherlenkung vor Ort. Langfristiges Ziel ist, gemeinsam mit allen Akteuren im Tourismus, den Kommunen, dem Kreis Ahrweiler und mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz eine konkrete Strategie für die Zukunft zu entwickeln. Bislang konnte der Ahrtal-Tourismus bereits viele Unterstützer gewinnen, die das Projekt auch finanziell begleiten. Nun folgen - auch mit Hilfe erfahrener externer Berater - die einzelnen Arbeitsphasen in Form von Workshops, Gesprächen und Fachvorträgen. "Der Tourismus im Ahrtal ist auf einem guten Weg - insbesondere aufgrund des großen Engagements aller Akteure, allen voran das der Gastgeber und Winzer. Ohne ihre Zuversicht, ihre Ideen und ihre Umsetzungskraft wäre das Tal nicht in der Lage, wieder Gäste zu begrüßen. Unsere Hoffnung ist, dass viele Gäste diese Anstrengungen honorieren und das Ahrtal mit ihrem Besuch unterstützen", so Lindner abschließend.