Thomas Förster

Alexianer Tagesklinik verlässt Simmerath

Simmerath. Eifelklinik meldet Eigenbedarf - Versorgungslücke für psychisch Erkrankte droht
Nur noch bis Ende September geht es an der Eifelklinik auch zur Alexianer Tagesklinik.

Nur noch bis Ende September geht es an der Eifelklinik auch zur Alexianer Tagesklinik.

Bild: Förster

Simmerath (Fö). Für Hunderte psychisch kranke Menschen in der Nordeifel droht eine Versorgungslücke mit weitreichenden Folgen: Die psychiatrische Tagesklinik des Alexianer Zentrums für seelische Gesundheit muss zum 30. September ihre Räume im Gebäude der Eifelklinik verlassen.

Die Tagesklinik an der Kammerbruchstraße ist für viele Menschen in der Nordeifel weit mehr als eine medizinische Einrichtung – sie ist Anlaufstelle, Stütze und Rettungsanker. Hier werden Depressionen behandelt, Angststörungen begleitet und Menschen in psychischen Krisen aufgefangen und wieder in ein selbstbestimmtes Leben zurückgeführt. »Wenn diese Versorgung jetzt wegfällt, wird es vor allem für Patienten, die nicht mobil sind kaum noch möglich sein, die benötigten Facharzttermine alle drei Monate wahrzunehmen, um zum Beispiel Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch zu nehmen«, befürchten Betroffene und deren Angehörige. »Ebenfalls wird die medikamentöse Versorgung für viele Patienten zum Problem, da die Verschreibungen an regelmäßige Facharztkontrollen gebunden sind.

Der Grund für die Schließung ist keine medizinische Entscheidung, sondern eine Immobilienfrage. Die Eifelklinik bzw. deren Betreiber, die Artemed Gruppe, meldet Eigenbedarf und hat den Mietvertrag mit den Alexianern nach mehreren Verlängerungen zum 30. September gekündigt. Die Räume werden unter anderem für Kursangebote der Geburtshilflichen Station benötigt, heißt es.

Simmeraths Bürgermeister Bernd Goffart hat versucht zu vermitteln, Investoren und Grundstpcke gesucht. Doch aus wirtschaftlichen Gründen seien die Projekte bislange gescheitert. So ist der neue Standort für eine Tagesklinik, eine Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) und einen ärztlichen Psychotherapiesitz noch ungewiss. Die Alexianer suchen weiter nach geeigneten Räumlichkeiten in der Region – doch bis eine Lösung gefunden ist, droht für viele Betroffene eine gefährliche Lücke in der Versorgung.