Aufatmen an der Rurtalsperre

Es war Schlimmes befürchtet worden, doch der starke Überlauf an der Rurtalsperre hat nicht so verheerende Folgen, wie vermutet. Und so konnte Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp die Evakuierung von Brück und Abenden aufheben, die Stadt Jülich folgte wenig später.

Die extremen Unwetter im Westen Deutschlands haben die Situation an den Talsperren des Wasserverbandes Eifel-Rur verschärft. Während am Mittwoch die Pegelstände nur langsam anstiegen, haben sich im Laufe des Donnerstag die Zuflüsse zu den Talsperren sehr stark erhöht. Das betrifft insbesondere die Urft- und Rurtalsperre. Daher musste der WVER in erhöhtem Maße Wasser über das Staubecken Heimbach in den Unterlauf der Rur ablassen.
Da sich die Zuflüsse zu den Talsperren erfreulich reduziert haben, hat der prognostizierte Überlauf der Rurtalsperre Schwammenauel am 15. Juli erst um 23:50 Uhr mit einer geringen Dynamik begonnen. Bislang konnte die Abgabemenge aus dem Staubecken Heimbach bei unter 100 m³/s gehalten werden. Sofern es keine nennenswerten Änderungen im Wettergeschehen gibt, kann davon ausgegangen werden, dass diese Abgabe weiterhin unter 100 m³/s bleiben wird.
Hochwasserentlastung ist angesprungen
Der Überlauf über die sog. Hochwasserentlastung der Rurtalsperre wird im Weiteren ungesteuert erfolgen. Die Wassermenge, welche in die Talsperre hineinläuft, wird zeitlich versetzt auch über die Hochwasserentlastungsrinne ablaufen. Durch die Hochwasserentlastungsrinne ist jederzeit sichergestellt, dass die Talsperre keinen Schaden nimmt. Dennoch ist im Nachgang mit Überschwemmungen im Unterlauf der Rur zu rechnen. Die entsprechenden Einrichtungen des Katastrophenschutzes und die Kommunen an der Rur sind informiert worden. Durch die Ausuferungen sind Überflutungen von Kellern und Häusern zu erwarten. Am Rursee selbst hat das Ablassen des Wassers für Entspannung gesorgt. Augenscheinlich sind nur geringe Schäden in Rurberg und Woffelsbach zu beklagen. Nach intensivem Austausch mit dem Krisenstab des Kreises Düren und dem WVER konnte Marco Schmunkamp die Evakuierung für die beiden Stadtteile Abenden und Brück aufheben. "Die Wohnungen und Eigenheime können demnach wieder aufgesucht werden, wobei ich hier zur Vorsicht mahnen möchte", so Schmunkamp. "Schauen Sie nach Strom und Gas und seien Sie weiter achtsam." Der Pegel-Anstieg in Kreuzau ist ebenfalls moderat, die Fließgeschwindigkeit ist etwas gestiegen. So erwartet auch Düren keine besonderen Abweichungen. Die Anwohnerinnen und Anwohner nahe der Rur sowie den Mühlenteichen werden dennoch gebeten, wachsam zu sein.


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