Thomas Förster

Den Bau-Turbo angeworfen

Im Neubaugebiet »Meisenbruch« entstehen die ersten Häuser, andere Baugebiete werden auf den Weg gebracht. Und die Verwaltung sucht kurze, unbürokratische Wege, um das Bauen zu erleichtern.
Im »Meisenbruch« sind die Bautätigkeiten angelaufen - binnen fünf Jahren nach Vertragsschluss muss gebaut werden. Das gilt auch für andere Neubaugebiete, derer fünf sich in Lammersdorf, EInruhr, Rurberg und Simmerath aktuell in der Umsetzung befinden.

Im »Meisenbruch« sind die Bautätigkeiten angelaufen - binnen fünf Jahren nach Vertragsschluss muss gebaut werden. Das gilt auch für andere Neubaugebiete, derer fünf sich in Lammersdorf, EInruhr, Rurberg und Simmerath aktuell in der Umsetzung befinden.

Bild: Thomas Förster

Simmerath (Fö). »Seit Anfang des Jahres kann gebaut werden. Aber wer das schon mal gemacht weiß, dass wenn nach neun Monaten die Bodenplatte gegossen ist, es richtig schnell gegangen ist. Da werden kleine Änderungen auch direkt durch die Verwaltung genehmigt und müssen nicht durch den Rat. Das spart Zeit und Geld« Es tut sich was im großen Neubaugebiet am Rande von Simmerath, versichert Bürgermeister Bernd goffart. 18 Baugrundstücke im »Meisenbruch« sind veräußert, 20 weitere unterschriftsreif. »Ab Vertragsunterzeichnung muss innerhalb von fünf Jahren gebaut werden, das gilt auch für die 30 Grundstücke in privatem Eigentum«, unterstreicht Goffart. Bis Ende des Jahres soll auch der zweite Bauabschnitt fertiggestellt sein. Und auch der Lärmschutzwall Richtung L246 wird noch errichtet.

Die Gemeinde spüre eine leichte Zurückhaltung, die der aktuellen Wirtschaftslage geschuldet sei. »2020 hätten wir 500 Grundstücke verkaufen können, jetzt wollen wir vorsorgen. Und Mietwohnungen in Simmerath sind immer noch sehr schwer zu bekommen«, weiß Bernd Goffart.

Daher wird gemeindeweit gedacht. Etwa in Lammersdorf: Das rund 3,4 Hektar große Gebiet »Im Schinner« liegt südlich der Sonntagsstraße. Hier verzögert ein Umweltgutachten die Baureife, eine Vermarktung durch die Sparkassen-Immobilien GmbH soll ab Ende 2027 möglich sein. Beim »Kalltalblick« handelt es sich um den neuen Anlauf für das lange geplante Baugebiet »Hasselfuhr« zwischen Ortszentrum und Sportpark. Auch ein Discounter soll dort ab 2028 angesiedelt werden. »Damit ist Lammersdorf erst einmal gut versorgt, sodass wir das dritte geplante Gebiet zurückstellen«, schildert Goffart. Das geplante Wohngebiet »Im Brand« liegt am westlichen Ortsrand im Bereich der Hoscheiter Straße.

Wie in Lammersdorf so ist auch in Einruhr die S-Immo mit im Boot. Das Gebiet »Auf den Feldern« liegt südöstlich des Friedhofs und grenzt an die Wiesentalstraße. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes läuft derzeit. Die zugrunde liegende Machbarkeitsstudie sah auf rund 2,5 Hektar etwa 32 Bauplätze vor.

Auch am Westrand des Zentralortes soll weiterer Wohnraum entstehen. Der Planungsausschuss hat im Mai den überarbeiteten Bebauungsplan Nr. 221 erneut auf den Weg gebracht. Das Gebiet liegt zwischen Kalferscheider Gasse und Birkenweg.

»Im Schustert« heißt das geplante Baugebiet in Rurberg. Der Rettungsdienstbedarfsplan der Städteregion Aachen sieht einen Standort in Rurberg als notwendig an, um die Hilfsfristen im Bereich des Rursees einzuhalten. »Diese Rettungswache wird in dem Plangebiet entstehen«, versichert Goffart.

Entwicklung wird zur Privatsache

In Kesternich beschreiten die Eigentümer einen anderen Weg. Zwischen Rüstenstraße und Weiherhof soll die Erschließung eigenständig vorgenommen werden. Etwa 3,2 Hektar Fläche sollen dort beplant werden. Die Gemeinde übernimmt die fachliche Steuerung, die Bauverpflichtung gilt auch in diesem Fall.

Gemäßigte Vorsorge treffen

Ausgangspunkt der derzeitigen Entwicklung war eine Machbarkeitsstudie, in der zunächst bis zu 16 mögliche Wohnbaugebiete mit insgesamt rund 470 Grundstücken betrachtet wurden. Diese Zahl wurde mittlerweile auf ein Dutzend reduziert.

In Steckenborn wird mangels Kooperationsbereitschaft der Eigentümer das Plangebiet »In der Wolsbach« zurückentwickelt.

Weitere Baugebiete etwa in Steckenborn, Eicherscheid, Kesternich, Rollesbroich, Rurberg, Dedenborn und Huppenbroich werden mittelfristig betrachtet.