

Imgenbroich (Fö). Lebensmittel retten, Bedürftige unterstützen und Menschen zusammenbringen: Seit fast 20 Jahren erfüllt die Monschauer Tafel diese Aufgaben. Nun hat die Einrichtung ein neues Zuhause gefunden. Anfang September zog sie aus dem HIMO in die Räumlichkeiten eines ehemaligen Dachdeckerbetriebs an der Straße »Am Windrad 5«. Bei einer Feierstunde wurden die neuen Räume eingesegnet und das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer gewürdigt.
Für den Vorsitzenden Georg Kaulen ist der Umzug der vorläufige Abschluss eines arbeitsreichen Projekts. Anfang 2025 hatte der Verein die Halle angefragt. Bis aus den Plänen Wirklichkeit werden konnte, war allerdings Geduld gefragt. Die erforderliche Nutzungsänderung und die Baugenehmigung nahmen einige Zeit in Anspruch. Anschließend wurde mit Unterstützung engagierter Fachfirmen kräftig umgebaut - teilweise arbeiteten diese preisreduziert oder gar kostenlos.
Insgesamt flossen rund 1400 Arbeitsstunden und 70.000 Euro in die Herrichtung der Räume. Mit Halleneigentümer Bernd Kreutz wurde ein Pachtvertrag über zwölf Jahre geschlossen. Damit hat die Tafel eine langfristige Perspektive für ihre Arbeit.
Die Geschichte der Monschauer Tafel begann 2007. Nach einer kurzen Anfangszeit in Simmerath zog die Einrichtung in das ehemalige Sparkassengebäude in Imgenbroich. Seit 2015 war sie im HIMO untergebracht. Mit dem neuen Standort beginnt nun ein weiteres Kapitel.
Kaulen selbst engagiert sich seit 2008 für die Tafel und steht heute an der Spitze des Vereins. Wie wichtig seine Arbeit ist, machte Monschaus Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer bei der Feierstunde deutlich. »Du bist der Kopf an der richtigen Stelle. Mit deinem Einsatz für die Mitmenschen bist Du Vorbild für ein ganzes Team«, lobte sie den Vorsitzenden.
In die Anerkennung stimmte auch Brigitte Flesch ein. Als Ladenleiterin organisiert sie die Ausgabe der Lebensmittel an die Bedürftigen und sorgt gemeinsam mit den Helfern dafür, dass die gespendeten Waren bei den Menschen ankommen, die sie benötigen.
Die Bürgermeisterin zeigte sich erschrocken darüber, welche Mengen an Lebensmitteln noch immer im Müll landen. Die Tafel leiste deshalb gleich in zweifacher Hinsicht wertvolle Arbeit: Sie bewahre Lebensmittel vor der Vernichtung und helfe Menschen, deren finanzielle Mittel für den täglichen Bedarf nicht ausreichen. Für Krämer ist die Einrichtung zugleich ein Beispiel für den Zusammenhalt, der die Region auszeichnet.
Dass die Tafel weit mehr ist als eine Ausgabestelle, betont auch Georg Kaulen. Die Ausgabezeiten (dienstags, donerstags und samstags) seien für viele Bedürftige zugleich eine Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Neben der materiellen Unterstützung spiele deshalb auch der soziale Kontakt eine wichtige Rolle.
Seit der Corona-Pandemie werden die Lebensmittel in vorgepackten Tüten ausgegeben. Dafür zahlen die Kunden einen Beitrag von drei Euro. Der Warenwert liegt nach Angaben Kaulens bei weit über 30 Euro.
Was nach der Ausgabe übrig bleibt, wird ebenfalls weiterverwendet. Drei Landwirte nehmen die verbliebenen Lebensmittel ab. So soll möglichst wenig von den gespendeten Waren verloren gehen.
Hinter der Arbeit steht ein großes ehrenamtliches Engagement. Mehr als 80 Helfer unterstützen die Versorgung von rund 250 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt etwa 750 Menschen
Finanziell bleibt der Betrieb eine Herausforderung. Allein für Miete, Nebenkosten und Fahrzeuge fallen jährlich rund 40.000 Euro an. Der Verein zählt derzeit 53 Mitglieder, die jeweils 1,50 Euro im Monat zahlen. Umso wichtiger sind die zahlreichen Sponsoren und Unterstützer. Besonders hebt Kaulen den Lions Club sowie die Erlöse aus dem Nordeifeler Businessrun hervor. Ohne solche Zuwendungen wären sowohl der laufende Betrieb als auch größere Investitionen kaum zu stemmen.
Dass es bei der Tafel nicht allein um Lebensmittel geht, unterstrich auch Dietmar Jordans. Der Pastoralreferent und Vorstandsmitglied der Monschauer Tafel nahm die Einsegnung der neuen Räume vor. »Die Tafel lebt christliche Werte«, erklärte er. Das Beste im Leben werde einem geschenkt.
Mit dem neuen Standort, einem langfristigen Pachtvertrag und dem Rückhalt zahlreicher Unterstützer sieht sich die Monschauer Tafel für die kommenden Jahre gerüstet. Ihr Auftrag bleibt derselbe wie bei der Gründung 2007: Lebensmittel sinnvoll verwenden und Menschen helfen, die Unterstützung benötigen.



