

Mützenich (Fö). Der Kindergarten in Mützenich hatte ausgedient - zu klein, nicht mehr zeitgemäß, sechs Jahre lang wurde gar eine Gruppe im benachbarten Schützenheim untergebracht. Diesem Konstrukt für 75 Kinder folgt nun der moderne Holzmodulbau an der Eupener Straße, der deutlich mehr Raum für Betreuung, Begegnung und gemeinsames Lernen schafft. Für den Ort ist die neue Kita weit mehr als ein weiteres Gebäude: Sie ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Dorfes.
Insgesamt investierte die StädteRegion Aachen rund 8,61 Millionen Euro in das Projekt. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier verwies bei der Eröffnung auf die lange Geschichte der Betreuungseinrichtung in Mützenich. Seit 56 Jahren gibt es dort einen Kindergarten. Mit dem Neubau werde diese Geschichte nun in einem modernen Haus fortgeschrieben. Die bisherigen 75 Plätze in vier Gruppen werden auf bis zu 95 Plätze in fünf Gruppen erweitert. Die Gruppennamen Blütengruppe, Sonnenbande, Kirschen-, Birnen- und Apfelgruppe orientieren sich am Logo der Kita und an den heimischen Obstbäumen.
Besonders prägend ist die nachhaltige Bauweise. Die zweigeschossige Einrichtung wurde aus vorgefertigten Holzmodulen errichtet. Insgesamt wurden 52 Module innerhalb von 18 Tagen aufgestellt. Für den Bau kamen 762 Kubikmeter Fichtenholz zum Einsatz - ein Einfamilienhaus hat etwa 80 bis 100 Kubikmeter. Nach Angaben von Manuel Dahmen, Leiter Modulbau der bauausführenden Derix GmbH & Co. KG sind darin rund 587 Tonnen CO2 gebunden. Weitere 704 Tonnen CO2 konnten durch den Verzicht auf Beton und Stahl im Hochbau vermieden werden. Die Vorfertigung ermöglichte zudem, die Module mit ihren Holzoberflächen weitgehend fertig auf die Baustelle zu bringen und dort weiter auszubauen.
Helle und offene Räume, natürliche Materialien und eine klare Struktur prägen die Architektur. Rund um ein zentrales Atrium sind die Bereiche angeordnet. Großzügige Außenflächen und gemeinschaftlich genutzte Räume ergänzen das Konzept. Die Einrichtung soll damit nicht nur Betreuungsort, sondern auch Lern- und Lebensraum für Kinder, Familien und Mitarbeiter sein.
Für Kita-Leiterin Manuela Fielen bedeutet die Fertigstellung vor allem das Ende einer langen Übergangszeit und den Beginn eines neuen Abschnitts. Ihr Dank galt den zahlreichen Beteiligten, darunter der StädteRegion Aachen, der Stadt Monschau, den Fachleuten in der Bauplanung und -ausführung sowie dem Elternbeirat und Förderverein. Auch das Kita-Team habe in den vergangenen Wochen viel Arbeit in die Vorbereitung des Umzugs, die Einrichtung der Räume und die pädagogische Konzeption gesteckt.
Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz zeigte sich stolz auf das neue Gebäude. Die Kita liege mitten im Dorf und schaffe einen modernen Ort, an dem Kinder spielen, lernen und gemeinsam aufwachsen können. Zusammen mit der direkt angrenzenden Grundschule und der geplanten Erweiterung der Offenen Ganztagsschule entstehe damit ein wichtiger Bildungsstandort für Mützenich.
Für Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer markiert die Eröffnung ebenfalls einen wichtigen Meilenstein. Sie erinnerte daran, dass die Planungen bereits im Sommer 2022 begonnen hatten. Damals war auf dem heutigen Kita-Gelände noch eine Wiese zu sehen. Nach einem Architektenwettbewerb und mehreren Planungsphasen nahm das Projekt zunehmend Gestalt an. Die Stadt Monschau sei inzwischen bei der Ausstattung mit Kindertagesstätten sehr gut aufgestellt. Besonders stolz sei man auf die nachhaltige Bauweise und die Möglichkeit, das Gebäude künftig flexibel an veränderte Anforderungen anzupassen.
Mit der Eröffnung endet damit die Bauphase – und die 1500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche werden von den Kindern mit Leben gefüllt. Die neue Kita bietet ihnen viel Platz zum Spielen, Lernen und Entdecken und Mützenich zugleich eine moderne Infrastruktur. »Lassen Sie aus dem Lernort einen Ort des Lebens werden, wo die Kinder Wurzeln schlagen und heranwachsen können«, sind sich die Beteiligten einig.



